Akku-Mythos im Check: Gibt es den Memory-Effekt bei Handys noch?

Simon Stich 2

Smartphones sollten nie vollständig aufgeladen oder komplett entladen werden – oder etwa doch? Der Memory-Effekt sorgt angeblich dafür, dass die Kapazität im Laufe der Zeit sinkt. Doch gibt es diesen Effekt heutzutage überhaupt noch? GIGA fasst den Stand der Dinge zusammen.

Akku-Mythos im Check: Gibt es den Memory-Effekt bei Handys noch?
Bildquelle: GIGA - Honor 20 Pro.

Akkus: Memory-Effekt nur verschwindend gering

Zum Thema Akkus ranken sich seit jeher Mythen, die nur schwer aus der Welt zu schaffen sind. Angeblich sollten Batterien von Handys nie unter 20 Prozent fallen – und vollständig aufladen soll man sie angeblich auch lieber nicht. Hintergrund sei der Memory-Effekt, bei dem sich der Akku die zuletzt erreichte Kapazität irgendwie merkt und sie als neuen Nullpunkt oder Höhepunkt speichert. Beim nächsten Ladevorgang würde die vollständige Kapazität dann nicht mehr erreicht, heißt es. Das ist bei Smartphones aber schon lange nicht mehr der Fall – doch ganz außer Acht lassen kann man den Effekt dann doch leider nicht, wie sich zeigt.

Fest steht, dass es bei Lithium-Ionen-Akkus so gut wie keinen Memory-Effekt gibt. Er ist zwar noch vorhanden, doch die Auswirkungen sind minimal und im Alltag einfach nicht zu bemerken. Hinzu kommt auch, dass Handys inklusive Akkus in der Regel schon nach wenigen Jahren gegen ein neues Modell ausgetauscht werden. Was bezogen auf die Umwelt eine Katastrophe ist, hilft dabei, dass wir den Memory-Effekt heute nicht mehr beachten müssen: Erst nach mehreren Tausend Ladevorgängen würde er sich halbwegs bemerkbar machen – doch so lange hält ein Akku und oft auch ein Handy selbst nicht durch.

Samsung Galaxy M20 bei Amazon kaufen *

Mehr Mythen über Akkus haben wir hier in der Bilderstrecke gesammelt:

Bilderstrecke starten
11 Bilder
5 völlig falsche Mythen über Smartphone-Akkus und die überraschende Wahrheit.

Der Memory-Effekt könnte allerdings vor einem Comeback durch die Hintertür stehen, wie golem.de berichtet. In der Forschung wird derzeit dazu übergegangen, das wichtige Graphit immer mehr einzusparen, damit Batterien weniger Gewicht auf die Waage bringen. Ohne diesen wichtigen Baustein könnte ein Memory-Effekt wieder auftreten, wenn ihm nicht auf technischer Seite entgegengewirkt wird.

Handy-Akku schonen durch richtiges Laden

Auch wenn derzeit im Smartphone-Bereich ein Akkurekord den nächsten jagt, bleiben die Batterien durch schonendes Laden länger haltbar. Es wird empfohlen, die Akkus langsam aufzuladen – insbesondere bei den letzten 20 Prozent. Allgemein gesagt sollten Smartphones nicht länger als eine Stunde am Stück aufgeladen werden.

Powerbank-Bestseller bei Amazon *

Akkus, die länger nicht benutzt werden sollen, sind im Idealfall bei einer Kapazität von etwa 15 Prozent. Vollgeladenen Akkus können aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung im Laufe der Zeit Schäden nehmen. Mögliche Kapazitätsverluste lassen sich dann auch nicht mehr umkehren.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung