Das 9-Euro-Ticket steuert auf sein Ende zu. Dann heißt es, Schluss mit dem bundesweiten Billig-Tarif für Busse und Bahnen. Vorschläge für Nachfolge-Angebote häufen sich bereits. Doch Verkehrsminister Wissing winkt ab: Der Bund will finanziell nichts mehr mit dem 9-Euro-Ticket zu tun haben.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket: Vom Bund gibt es keinen Cent

Es war die größte Hürde für das 9-Euro-Ticket und wird auch die wichtigste Frage sein, die es für einen Nachfolger zu klären gilt: Wer bezahlt das? Allein für die drei Monate, in denen uns das 9-Euro-Ticket günstige Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglicht, hatte man mit 2,5 Milliarden Euro gerechnet.

Für ein Nachfolge-Angebot sieht sich die Bundesregierung schon einmal nicht als Geldgeber. Der ÖPNV sowie die Ausgestaltung von Preisen und Tarifen sei Ländersache, erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing beim ARD-Morgenmagazin (Quelle: Zeit). Entsprechend müssten die Länder sehen, „wie sie das finanzieren wollen“.

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Für Verbraucherinnen und Verbraucher werden sich mit dieser Ansage aber Probleme auftun: Wenn der Bund sich aus der Finanzierung heraushält, wird sich das beim Preis niederschlagen. Bisher gibt es viele Vorschläge, wie es weitergehen könnte – sie alle sind teurer: Ein 29-Euro-Ticket oder ein 69-Euro-Ticket für einen Monat wurden bereits ins Spiel gebracht. CSU-Chef Markus Söder hätte lieber ein Jahresticket für 365 Euro.

Von 9 auf 69 Euro im Monat wäre ein kräftiger Sprung, den zumindest die Verkehrsunternehmen aber favorisieren. Ein Jahresticket für 1 Euro pro Tag klingt zwar gut, rentiert sich aber nicht, wenn man es nur für ein oder zwei Monate braucht.

Alles, was ihr über das 9-Euro-Ticket wissen müsst, findet ihr hier:

9-Euro-Ticket: So geht’s günstig quer durch Deutschland Abonniere uns
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Unsicherheit beim 9-Euro-Ticket: Wird Nachfolger ein zahnloser Tiger?

Aber was heißt es, wenn der Bund sich raushält? Laut Wissing geht es nicht anders, die Verfassung schreiben es vor. Das dreimonatige Angebot sei bloß ein „Einsparvorschlag“ gewesen. Wenn Länder und Verkehrsunternehmen allein gelassen werden, birgt das aber noch ein anderes Risiko: Die Verbundgrenzen könnten wieder ihr hässliches Haupt erheben. Die bundesweite Gültigkeit gilt Nutzern – neben dem Preis – als großer Vorteil des aktuellen 9-Euro-Tickets.

Laut Wissing werde im Herbst bei der Konferenz der Verkehrsminister beraten, wie es weitergehen kann. Ein Anschlussangebot ab September ist damit vom Tisch. Frühestens Ende des Jahres, eher aber 2023 könnte ein Nachfolger auf den Weg gebracht werden.