Bitcoins sind keine Umwelthelfer, allein der Stromverbrauch der Kryptowährung ist gigantisch. Doch damit nicht genug, belasten auch die Berechnungen für neue Bitcoins die Umwelt stark. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Elektroschrott durch Mining enorme Ausmaße annimmt.

 

Bitcoin

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Während Bitcoin für manch risikofreudige oder innovative Investmentstrategen aus vielerlei Gründen interessant sind, verbinden viele Leute eher eins von zwei Dingen mit der Kryptowährung: Sie ist ein technisches Buch mit sieben Siegeln – oder bekannt als ein neues, immenses Umweltrisiko. Für Letzteres gibt es mehr als einen guten Grund, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Bitcoin: Pro Jahr so viel Elektroschrott wie kleine Länder

In der Studie „Bitcoin's growing e-waste problem“ (Bitcoins wachsendes Elektroschrott-Problem) errechnen die Autoren, wie viel Elektroschrott allein durch das Mining neuer Bitcoins entsteht. Bitcoins werden durch komplexe und lange Rechenprozesse, die oft in professionellen Server-Farmen stattfinden, erstellt. Dafür wird viel Strom benötigt, aber auch die Hardware macht die ständige Beanspruchung nicht lange mit.

Die benötigte Hardware, heißt es in der Studie, die im Fachmagazin Resources, Conservation and Recycling erschienen ist, werde durch permanentes Mining in etwa 1,29 Jahren völlig verschlissen. Dadurch falle pro Jahr Kleinelektronik-Schrott in Höhe von rund 30.700 Tonnen weltweit an.

Laut der Studie ist der Bitcoin-Müll damit etwa auf einer Höhe mit den Kleinelektronik-Abfällen kleinerer Länder wie den Niederlanden. Je nach Preisentwicklung des Bitcoins könne sich die Menge sogar mehr als verdoppeln.

Jede Bitcoin-Transaktion produziert mehr Müll als ein weggeschmissenes Smartphone

Diese Mengen sind schwer vorstellbar, deshalb zum Vergleich: Die Studienautoren kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass im Durchschnitt für jede einzelne Bitcoin-Transaktion auf der Blockchain 272 Gramm Elektroschrott anfallen. Das ist mehr als sogar aktuelle Top-Smartphones wie das iPhone 13 Pro Max mit 238 Gramm wiegen. Man könnte also für jeden Einkauf mit Bitcoin auch eineinhalb Durchschnitts-Smartphones wegschmeißen – für die Umwelt kaum ein Unterschied.

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Als Lösungsansätze präsentieren die Forscher, den Bitcoin umzugestalten. Man müsse im Idealfall weg von der Proof-of-Work-Methode, bei welcher eben die erbrachte Rechenleistung darüber entscheidet, wer den nächsten Bitcoin kriegt – vereinfacht ausgedrückt. Stattdessen sollte man auf Proof-of-Stake setzen, das auf einem gewichteten Zufallsprinzip basiert.