Cold Wallet vs. Hot Wallet bei Bitcoin: Unterschiede einfach erklärt

Selim Baykara

Wer Bitcoin oder andere Kryptowährungen kauft, wird früher oder später auf den Begriff „Cold Wallet“ stoßen. Aber was heißt das eigentlich? Und was sind die Unterschiede zu einem Hot-Wallet? In diesem Artikel erlären wir es euch.

Mit Bitcoin könnt ihr inzwischen auch Rechnungen bezahlen. Im Video zeigen wir euch, wie das geht:

Lamium: Rechnungen in Bitcoins bezahlen - so funktioniert's.

Digitale Währungen wie Bitcoin existieren bekanntlich nur als Daten. Sie haben also keine physische Entsprechung in der realen Welt, wie bei unserem echten Geld, das wir in Form von Münzen oder Papierscheinen aufbewahren. Genau deswegen stellt sich auch die Frage, wo man die Kryptowährungen eigentlich speichern sollte. Schließlich möchte man nicht, dassHacker Zugriff auf den eigenen Account bekommen. In diesem Zusammenhang kommt immer wieder der Begriff Cold Wallet als besonders sichere Speichermethode auf.

Cold Wallet: Was ist das? Einfach erklärt

Wenn ihr Bitcoin oder andere Kryptowährungen bei einer Börse wie Coinbase kauft, werden diese in einem sogenannten Wallet aufbewahrt. Das Wallet ist also eine Art virtuelles Portemonnaie, in dem die Zugangsschlüssel für die Währung gespeichert sind. Der entscheidende Punkt: Diese Art von Wallets sind mit dem Internet verbunden – die Daten liegen auf den Servern der jeweiligen Börse. Sie sind also potentiell unsicher, weil sich Hacker Zugriff verschaffen und den Wallet-Key klauen können.

Ein Cold Wallet ist im Unterschied dazu ein Speicherplatz, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Die Schlüssel, mit denen ihr euer digitales Geld verwalten könnt, werden dabei offline gespeichert. Das senkt natürlich das Risiko von DDos-Attacken und Hackerangriffen beträchtlich – und dieser zusätzliche Schutz ist durchaus ratsam. In den vergangenen Jahren waren so gut wie alle Krypto-Börsen von Hackerangriffen betroffen, daher macht ein solcher Cold Storage-Speicher definitiv Sinn.

Bevor wir ein wenig tiefer in die Materie einsteigen, die vorläufige Zusammenfassung:

  • Hot Wallet: Speicher für Kryptowährungen, der mit dem Internet verbunden ist
  • Cold Wallet: Speicher für Kryptowährungen, der nicht mit dem Internet verbunden ist

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Welche Arten von Cold-Wallet gibt es?

Genau genommen ist die Bezeichnung Cold Wallet ein Sammelbegriff, da es verschiedene Arten gibt, die Schüssel für Kryptowährungen offline zu speichern. Im Prinzip kann man schon von einem Cold Wallet sprechen, wenn ihr die Schlüssel auf einem USB-Stick speichert oder auf eine CD-ROM brennt. Das ist allerdings nicht sehr sicher, da diese Speichermedien verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Wird die CD-ROM oder der Stick beschädigt, sind die Daten weg und damit im schlimmsten Fall auch eure ganzen Coins.

In der Regel speichern ernsthafte Trader einen Großteil ihres virtuellen Vermögens daher in einem sogenannten Hardware-Wallet. Dabei handelt es sich im Prinzip um Mini-Computer, die gezielt dafür gedacht sind, Kryptowährungen aufzubewahren. Auch diese Geräte haben natürlich keine unendliche Lebensdauer und können theoretisch auch kaputt gehen. Derzeit zählen sie aber zu den sichersten Methoden, virtuelles Geld aufzubewahren, da sie so gut wie 100% gegen Hackerangriffe geschützt sind.

Derzeit gibt es drei große Marken für Hardware-Wallets:

  • Ledger Nano S
  • KeepKey
  • Trezor

Im folgenden stellen wir euch die Modelle kurz vor, sodass ihr selbst entscheiden könnt, welches dieser Hardware-Wallets das Richtige für euch ist.

Trezor

Das ist relativ einfach zu bedienen und daher auch für Krypto-Einsteiger zu empfehlen. Eure privaten Schlüssel werden nur nach eurer persönliche Freigabe angezeigt. Die Schlüssel könnt ihr mit der passenden App oder der Chrome- beziehungsweise Firefox-Erweiterung auf eurem Rechner nutzen. Ihr müsst also nicht erst den Inhalt des Trezor auslesen.

Trezor unterstützt nicht nur Bitcoins, sondern auch viele andere Altcoins wie Litecoin, Dash, Ethereum oder Zcash. Falls ihr das Gerät verlieren solltet oder es beschädigt wird, habt ihr zudem die Möglichkeit, den Inhalt wiederherzustellen.  Trezor unterstützt außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung nach dem 2FA-Standard. Das Gerät sichert dabei den Zugang zu Webseiten wie Github, Google oder Dropbox.

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Ledger Nano S

Etwas teurer ist der . Die Funktionsweise ist im Prinzip identisch zum Trezor. Auch hier gibt es wieder verschiedene kompatible Apps und eine Erweiterung für den Chrome-Browser. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung wird ebenfalls unterstützt und auch hier kann man verschiedene Kryptowährungen verwalten.

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KeepKey

Der „private Bitcoin-Tresorraum“ sieht äußerst schick aus. Allerdings lässt sich der Hersteller das auch etwas kosten. Knapp 200 Euro werden derzeit für das Hardware-Wallet fällig. Auffälligstes Merkmal ist das vergleichsweise große Display, was es sehr leicht macht, die Daten abzulesen. Ob das eher ein Vorteil oder ein Nachteil für euch ist, müsst ihr selbst entscheiden. Die Einrichtung und Bedienung gehen in jedem Fall sehr leicht von der Hand.

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Andere Arten von Cold Wallet

Neben diesen Hardware-Wallets gibt es noch einige andere Arten von Cold-Storage-Lösungen für Kryptowährungen. Einige Nutzer gravieren die Zugangsschlüssel beispielsweise auf Metallgegenständen oder speziellen Münzen. Diese können dann theoretisch sogar einen Hausbrand überstehen. Bleibt die Frage: Wer graviert die Daten ein? Wenn ihr das nicht selbst macht, müsst ihr jemanden damit betrauen und damit ist natürlich auch der Vorteil der Sicherheit hinfällig.

Eine andere Lösung sind sogenannte Paper-Wallets. Dabei druckt ihr die Daten einfach auf ein Stück Papier aus. Um es vor Feuer und anderen Umwelteinflüssen zu schützen, schweißt ihr es dann am besten in Laminat ein. Und wenn ihr wirklich auf Nummer sicher gehen wollt, lagert ihr es am Besten in einem Tresor der dem Schließfach einer Bank ein.

Ist ein Cold-Wallet besser als ein Hot-Wallet?

Ein Cold-Wallet wie die oben beschriebenen Hardware-Wallets ist auf jeden Fall sehr viel sicherer als ein Hot-Wallet bei einer Kryptobörse. Allerdings gestaltet sich der Zugriff auf die Daten auch immer etwas umständlich.

Wer regelmäßig mit Bitcoins handelt, wendet daher meist folgende Best-Practice an: Ein kleiner Teil des persönlichen Coin-Vermögens befindet sich in Hot-Wallets. Mit diesem Anteil werden die täglichen Käufe getätigt. Alle Coins, die ihr nicht für Transaktionen benötigt, werden stattdessen in einem Cold-Wallet gespeichert. Braucht ihr Coins für den Handel, transferiert ihr diese vom Cold-Wallet in das Software-Wallet.

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