Es sollte die Zukunft werden – doch eine vielversprechende neue Technik von Bose wird nicht mehr fortgeführt. Die Forschungen an Augmented Reality (AR) werden aufgegeben. Es bleibt nicht die einzige Baustelle bei Boses, wie sich zeigt.

 

Bose Corporation

Facts 

Bose gibt AR-Projekt auf

Vor zwei Jahren hatte Bose sein Augmented-Reality-Projekt „Frames“ vorgestellt. Die erweiterte Brille wurde als Konzept bei der SXSW-Konferenz präsentiert, im Januar 2019 ging die AR-Brille dann für 199 US-Dollar an den Start. Später machten Gerüchte die Runde, dass sich der Hersteller mit der AR-Brille vielleicht etwas übernommen haben könnte. Jetzt steht fest: Eine neue Brille mit Augmented Reality wird es in der Form von Bose nicht geben. Das Projekt wird eingestampft. Allerdings: Die „Frames“-Brille an sich wird nicht eingestellt, lediglich die Forschungen an der AR-Technik.

An dem Projekt beteiligte Mitarbeiter sollen das Unternehmen bereits verlassen haben, heißt es bei protocol. Partner von Bose wurden wohl schon darüber informiert, dass veröffentlichte oder geplante Apps in den kommenden Wochen nicht mehr unterstützt werden. Bereits im April 2020 hatte Bose das Developer-Kit für Programmierer von der eigenen Webseite entfernt. Mittlerweile ist dort von Augmented Reality auch gar nicht mehr die Rede – der Begriff ist nicht mal mehr zu finden.

In der Bilderstrecke: Die beliebtesten Bluetooth-Kopfhörer.

Ein Sprecher von Bose hat das Aus für die Technik nun offiziell eingeräumt. Zur Begründung heißt es: „Bose AR ist nicht das geworden, was wir uns vorgestellt haben. Es ist nicht das erste Mal, dass unsere Technologie nicht auf die von uns geplante Weise kommerzialisiert werden konnte, aber Komponenten davon werden dazu verwendet werden, Bose-Besitzern auf andere Weise zu helfen.“

Wie Noise Cancelling bei Kopfhörern im Detail funktioniert und wo die Vorteile liegen, zeigen wir im Video:

Test: So leise ist Noise Cancelling

Bose mit mehreren Baustellen

Die Einstellung der AR-Technik kommt für Bose zur Unzeit. In letzter Zeit ist das Unternehmen eher mit negativen Nachrichten statt mit Innovationen in die Schlagzeilen geraten. 119 Läden in Europa, Australien, Japan und Nordamerika werden geschlossen, wie im Januar 2020 angekündigt. Auf die neuen drahtlosen Kopfhörer Earbuds 500 warten Kunden weiterhin. Bose gibt hier an, dass die Kopfhörer „später in diesem Jahr“ veröffentlicht werden sollen. Als Grund für die monatelange Verspätung wird das Coronavirus angegeben.