Eine „physische Überwachung“ sei über eine neue Version des Chrome-Browsers möglich, warnt Mozilla. Die Firefox-Entwickler sehen eine Schnittstelle kritisch, über die Details zur Nutzung ausgelesen werden können. Rückenwind gibt es auch von Apple-Mitarbeitern.

 

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Google Chrome: Mozilla warnt vor Überwachung

Die Entwickler des Firefox-Browsers haben eine eindringliche Warnung vor der gerade vorgestellten Version 94 des Chrome-Browsers veröffentlicht. Geht es nach Tantek Çelik, dann könnte eine Schnittstelle dazu genutzt werden, die Aktivitäten von nichtsahnenden Nutzern zu verfolgen. Über die Idle Detection API sei es Çelik zufolge möglich, zu erkennen, ob ein Rechner gerade aktiv genutzt wird. Die Leerlauferkennung ist bei Google Chrome 94 standardmäßig eingeschaltet.

„Ich halte die Idle Detection API für eine zu verlockende Gelegenheit für vom Überwachungskapitalismus motivierte Websites, in Aspekte der physischen Privatsphäre der Nutzer einzudringen“, so Çelik. Es sei eine „proaktive psychologische Manipulation“ möglich, wenn Webseiten Daten zum physischen Verhalten der Nutzer sammeln würden (Quelle: GitHub).

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Rückendeckung gibt es auch von Apple. Ryosuke Niwa, der beim Entwicklerteam der Safari-Basis WebKit arbeiten, kann sich eine solche Funktion beim Apple-Browser nicht vorstellen. Sie würde auch gar keinen Sinn ergeben, da es „keine Garantie dafür gibt, dass der Nutzer nicht sofort wieder zu seinem Gerät zurückkehrt“.

Umstrittene Funktion: Chrome fragt explizit nach

Google ist sich bei der neuen Leerlauferkennung keiner Schuld bewusst. Sie ist zwar bei Chrome 94 aktiviert, doch ob sie tatsächlich zum Einsatz kommt, können Nutzer selbst entscheiden. Ganz wie bei einem Zugriff auf Webcams und Mikrofone fragt Chrome nach, ob eine Webseite die Aktivität erfassen darf oder nicht.