Ist es sinnvoll, im Freien beim Spaziergang oder auf dem Weg zum Einkaufen Maske zu tragen? Darüber klärt jetzt ein Aerosol-Experte auf. Er fordert zielgerichtete Maßnahmen gegen das Coronavirus.

 

Coronavirus: News und Tipps & Tricks, wie ihr die Zeit zu Hause übersteht

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Corona-Ansteckung: Draußen kann nichts passieren

Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht begleiten uns seit Monaten. Dabei haben nicht alle tatsächlich einen Effekt auf die Ausbreitung des Coronavirus, meint der Physiker Dr. Gerhard Scheuch, Experte für Aerosole.

Einige Maßnahmen, so Scheuch, seien Überreaktionen, würden den Menschen unnötig Angst machen. Nächtliche Ausgangssperren etwa suggerierten, dass es gefährlich sei, sich im Freien aufzuhalten, sagte er im Interview mit n-tv. Für ihn ist aber klar: „Da kann garantiert nichts passieren. Wenn Sie joggen, spazieren gehen, wandern, Ski fahren, rodeln, was auch immer, dann wird nichts passieren.“

Im Video: So kommt ihr durch den Corona-Alltag.

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Ein Maske im Freien habe nur Sinn, wenn man anderen Personen über längere Zeit sehr nah ist und sich unterhält. Für die Ansteckung brauche es eine gewisse Viruskonzentration, die nur über längere Zeit oder in seltenen Extremfällen im Freien zustande kommen könne.

Man sei bisher davon ausgegangen, dass beim Coronavirus die Gefahr der Ansteckung erst ab 5 bis 15 Minuten gegeben sei. Vorsicht gelte aber bei ansteckenderen Virusmutationen: Sie könnten diesen Wert auf 3 bis 10 Minuten senken. Aber im Vorbeigehen ist man demnach trotzdem sicher.

Hohe Ansteckungsgefahr mit Corona in Innenräumen

Anders sieht es in Innenräumen aus: „Es ist ein Innenraum-Problem, weil sich die Menschen in Innenräumen anstecken“, erklärt Scheuch. So sei etwa die Viruskonzentration in einem Büroraum, in dem eine infizierte Person sich über mehrere Stunden aufgehalten hat, immer noch hochansteckend – auch wenn der oder die Kranke längst gegangen sei. Luftfilter könnten dort helfen, noch wichtiger sei regelmäßiges Lüften.

Maßnahmen müssten gezielt auf solche Fälle zugeschnitten werden, statt generelle Verbote zu erlassen, die dann teilweise garnicht wirken könnten.