Werbung in Vollpreisspielen ist leider keine Seltenheit mehr. Ein Unternehmen hat jetzt aber den Vogel abgeschossen und plant, ein nerviges Mobile-Feature auch flächendeckend für PC und Konsole umzusetzen.

 

Videospielkultur

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Wie bitte?! – Dieses Vollpreisspiel enthält Werbung? – so oder so ähnlich wird die Reaktion vieler NBA 2K21-Käufer gewesen sein, die zum ersten Mal gezwungen wurden, in einem Spiel Werbespots zu schauen. Und das trotz des stolzen Next-Gen-Kaufpreises von 70 Euro. Leider scheint das aber kein einmaliges Erlebnis gewesen zu sein.

Werbespots vielleicht bald flächendeckend in Vollpreisspielen – WTF?!

Das Unternehmen playerWON hat es sich zur Aufgabe gemacht, TV-Werbespots möglichst einfach in Videospiele integrierbar zu machen. Das klingt schon absurd genug – allerdings gibt es tatsächlich bereits erste Interessenten. Und die sind alles andere als kleine Lichter der Gaming-Branche.

playerWON bezeichnet sich selbst als die „erste Ingame-Werbeplattform ihrer Art“. Mit ihrer Technologie soll es Entwicklern nicht nur möglichst leicht gemacht werden, Werbevideos in ihren Spiele zu integrieren – es soll auch automatisch geprüft werden, ob ihr die Werbung komplett angeschaut habt.

Als Belohnung (oder Aufwandsentschädigung) winken dann beispielsweise exklusive Skins, Perks oder Ingame-Währung. Welche „Belohnung“ ihr für die Werbespots kassiert, soll dabei vom Entwickler bestimmt werden.

Laut dem Magazin Axios soll playerWON bereits mit mehreren Unternehmen Verträge abgeschlossen haben. Darunter unter anderem – Überraschung – der kontroverse Publisher EA. Leider ist das Konzept von TV-Werbespots in Videospielen nichts neues.

Die Spielefirma HiRez Studios – ein Tochterkonzern des Softwaregiganten Tencent – hat in ihrem Free2Play-Spiel Smite bereits einige umstrittene Gaming-Features ausprobiert. Neben den kontroversen Lootboxen hat das Unternehmen auch schon mit Werbespots experimentiert. Spieler konnten sich durch Anschauen der kurzen Clips kleine Ingame-Belohnungen verdienen.

Der Test war erfolgreich – zumindest laut den veröffentlichten Daten der betreuenden Marketingagentur Simulmedia. Elf Prozent der Spieler sei sogar durch die Werbespots eher dazu bereit gewesen, Geld für Ingame-Inhalte auszugeben. Ob sich diese Zahlen auf Besitzer eines Vollpreisspiels übertragen lassen, ist allerdings fraglich.

Frei von Werbung und wunderschön – vielleicht sind Indie-Games unsere letzte Hoffnung: 

Es wird sich zeigen, wie flächendeckend playerWON ihre Werbemittel tatsächlich ausbringen können. Der Erfolg dieses Geschäftsmodells hängt nämlich nicht nur von den kooperierenden Firmen, sondern auch von den Reaktionen der Spieler – also euch – ab. Wie steht ihr zu dieser Marketingstrategie? Schreibt uns eure Meinung gern via Facebook!