E-Autos sind nicht nur für Kunden eine Umstellung. Auch die Hersteller müssen in kurzer Zeit enorme Veränderungen stemmen. Für Ford-Chef Jim Farley stellt der Wechsel auf Elektroantrieb jede Menge Arbeitsplätze infrage. Doch er hat einen Plan.

Ford-Chef: E-Autos brauchen 40 Prozent weniger Arbeitsplätze

Um genau zu sein bis zu 40 Prozent. So viel weniger Arbeit als für Verbrenner ist dem Ford-CEO zufolge heutzutage nötig, um Elektroautos zu bauen. Grund dafür ist die einfachere Konstruktion von Elektroantrieben, die mit weniger störungs- oder verschleißanfälligen Teilen zurechtkommen. Fahrerinnen und Fahrer profitieren davon durch geringere Folgekosten bei E-Autos. Doch Farley zufolge sorgt es eben auch dafür, dass weltweit weniger Angestellte benötigt werden (Quelle: Clean Technica).

Entlassungen will der Traditionshersteller aus den USA aber wohl vermeiden. Stattdessen soll in großem Stil umgeschult werden. Mehrere Teile der Produktion sowie die Herstellung von Komponenten will man unter dem eigenen Dach zusammenfassen und dort neue Stellen schaffen. Ein Trend, der in Folge der Lieferkettenstörungen der vergangenen Jahre in der Branche um sich greift.

So plant Ford etwa nach Vorbild Tesla eigene Batterien für E-Autos wie den Mustang Mach-e oder den Elektro-Pickup F150 Lightning zu bauen. „Wir haben eine ganz neue Lieferkette vorzubereiten, für Batterien, Motoren und Elektronik“, so Farley. Auf der anderen Seite stehen aber schon heute auch Entlassungen: Erst im August wurden Clean Technica zufolge 3.000 Stellen gestrichen – ein Beweis, dass die Ford-Belegschaft trotz der Pläne wohl in den kommenden Jahren schrumpfen wird.

Ob die Folgen auch im Kölner Werk zu spüren sein werden, ist unklar. Der Umbau des Produktionsstandorts zur reinen E-Auto-Schmiede ist aber ohnehin bereits beschlossene Sache.

Auch dieser Einfall für E-Autos stammt aus dem Hause Ford:

Ford lässt E-Autos per Roboter aufladen

Tesla und Ford: So profitieren die US-Autobauer voneinander

Dass Elektroautos leichter zu bauen sind, ist unterdessen nicht neu: Tesla macht es sich beispielsweise seit Jahren zunutze. Mit extremer Automatisierung und möglichst viel Fertigung im eigenen Haus arbeitet man dort daran, die Produktionsdauer der E-Autos zu minimieren und den Output in die Höhe zu schrauben. In der Gigafactory Grünheide soll die Wochenkapazität auf bis zu 5.000 Stück angehoben werden.

Streng genommen nimmt sich dabei aber auch Tesla Ford zum Vorbild: Gründer Henry Ford soll bereits zu Lebzeiten ein Verfechter davon gewesen sein, möglichst viel unabhängig von Zulieferern zu arbeiten.