Lange Strecken mit dem E-Auto zurückzulegen? Für potenzielle Käufer ist das ein entscheidendes Kriterium. Dafür sorgen können nicht nur immer größere Akkus beim Elektroauto selbst, sondern auch ein engmaschiges Netz leistungsfähiger Schnelllader. Doch dieses Bild zeigt sich an deutschen Autobahnen bisher nicht.

Lange Reisen mit dem Elektroauto könnten schon viel einfacher sein, als es bisher der Fall ist. Das kritisiert Victor Perli, Mitglied des Bundestages für die Partei Die Linke. Grundlage für seine Kritik sind Zahlen des Bundesverkehrsministeriums.

E-Autos in Deutschland: Zu wenig Schnellladesäulen an Raststätten

Daraus geht hervor, dass Deutschlands größtes Raststättenunternehmen an rund 400 Standorten nur auf 224 schnellladefähige Säulen mit 150 kW Leistung kommt (Stand: 1. Februar). Bei 715 Ladepunkten gebe es durchschnittlich drei pro Raststätte der Autobahn Tank & Rast GmbH (Quelle: Spiegel).

Damit fällt die Zahl der Ladesäulen an Raststätten insgesamt nicht überragend aus: „Das Quasimonopol von Tank & Rast an den Autobahnen hemmt den ganzen Aufbau. An vielen Raststätten fehlen immer noch Schnellladepunkte, obwohl der Bund dafür fast alle Flächen praktisch kostenlos zur Verfügung stellt“, so Perli. Tank & Rast hält Konzessionen für einen Großteil der deutschen Autobahnraststätten und dortigen Tankstellen.

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Gerade an Autobahnen sind E-Auto-Fahrer jedoch auf schnelle Lademöglichkeiten angewiesen. Ohne die geraten E-Autos auf langen Strecken Verbrennern gegenüber weiter ins Hintertreffen. Entsprechend fokussieren viele Ladeanbieter ihren Aufbau. Oft entstehen dabei jedoch Ladeparks ohne bemerkenswerte Infrastruktur in der Nähe.

Ob von deutschen Anbietern wie Ionity oder EnBW für Elektroautos im Allgemeinen oder die Supercharger von Tesla, die zumindest bisher in Deutschland nicht für alle E-Autos nutzbar sind. Sie eint: In aller Regel stehen dort die Ladesäulen, gegebenenfalls gibt es noch ein Bezahlterminal und das ist alles.

Trotz Lücken im Ladenetz lohnt sich der Umstieg aufs E-Auto:

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Ladeanbieter und Autobauer kennen das Problem

Das Problem mangelnder Nahversorgung rund um die Ladeparks hat Tesla erkannt. Dort will man die Ladestationen unter anderem mit eigenen Restaurants aufwerten. Auch die Funktionen, welche Tesla-Fahrzeuge selbst bieten, können die Zeit beim Aufladen angenehmer gestalten – eine Entwicklung, die praktisch alle modernen Elektroautos, zumindest in einer gewissen Preisklasse, betrifft.

Die Ampel-Koalition will bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte in Deutschland, bevorzugt Schnelllader. Mit 55.205 (Stand Februar 2022) ist man davon noch weit entfernt. So fordert etwa der Verband der Automobilindustrie, öffentliche sowie private Ladestationen weiter zu fördern.