Ein E-Auto gebraucht kaufen, das kann ein Abenteuer sein. Das Interesse ist groß, die Auswahl noch beschränkt – und dann ist da noch das Problem mit dem Akku. Ist der noch topfit oder steht bald ein Austausch an? Selbst mit Kennerblick kann man das nicht so einfach erkennen. Der ADAC schafft jetzt Abhilfe.

 
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ADAC: So wird E-Autos gebraucht kaufen sicherer

Ein gebrauchtes E-Auto kaufen kann eine heikle Angelegenheit sein, vor allem wenn man sich als Kunde unsicher ist, worauf es zu achten gilt. Am wichtigsten ist laut ADAC, eine realistische Einschätzung vom Zustand des Akkus zu haben. Denn dessen Leistung und Kapazität lassen mit der Zeit nach. Der ADAC ist daher eine Kooperation eingegangen, um die Akkus bei E-Autos auszulesen. So können sich Käufer und Verkäufer über die Restreichweite sicher sein.

Eine solche Analyse-Box bietet Aviloo ab sofort gemeinsam mit dem ADAC an (Quelle: ADAC). Für kurze Zeit kostet die Nutzung 49 Euro. Ab 2. Juni verlangen die Partner 99 Euro für den Batterie-Check. Dafür gibt es die Analyse-Box, die über die OBA-Schnittstelle mit dem E-Auto verbunden wird und Daten zum Akku sammelt.

Nutzer sollten den Akku voll aufladen und dann über einen bestimmten Zeitraum hinweg „im Normalbetrieb“ bis auf unter 10 Prozent leer fahren, erklärt der ADAC. Die Installation könne selbst vorgenommen oder von ADAC-Technikern erledigt werden. Zum Start gibt es dieses Angebot aber nur in Dortmund, Hamburg, Hannover, München und Nürnberg. Die Ergebnisse werden anschließend an Server von Aviloo übertragen und ausgewertet, Kunden erhalten dann ein allgemein gültiges Zertifikat.

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Akkuanalyse beim Elektroauto – eine Win-Win-Situation

Einziges Manko, aber notwenig für eine genaue Analyse: Der Akkucheck dauert bis zu sieben Tage. Daher kann er sinnvoll nur vom Verkäufer vorgenommen werden. Der kann dafür aber damit werben, realistische Angaben zum Akkuzustand zu machen. So lässt sich auch ein höherer Verkaufspreis rechtfertigen. Als Interessenten könnt ihr einem Verkäufer den Test außerdem vorschlagen.

Im Allgemeinen, aber besonders bei E-Autos, solltet ihr außerdem den Zustand der Bremsen prüfen. Weil bei Elektroautos gerne die Rekuperation genutzt wird, um den Akku zu laden, setzen die Bremsen schneller Rost an als bei vielen Verbrennern.

Es gibt auch andere Anbieter, wie etwa den TÜV, die Akku-Analysen anbieten. Zudem könnt ihr einen Näherungswert erreichen, wenn ihr eine Fahrt von 100 auf unter 10 Prozent der Akkuladung mit dem Navi selbst trackt und die Kilometerzahl dann mit den Herstellerangaben vergleicht. Eine professionelle Analyse ist aber viel genauer.