„Freche” iPhone-Nutzer: So tricksen Kinder Apple aus

Holger Eilhard

Mit iOS 12 stellte Apple unter anderem ein neues Feature mit dem Namen Bildschirmzeit vor. Dies erlaubt es unter anderem, die Nutzung bestimmter Apps zu limitieren. Findige „iOS-Forscher“ haben aber diverse Lücken in Apples „Jugendschutz“ gefunden.

iOS 12: Eingeschränkte Bildschirmzeit lässt sich mit Tricks umgehen

Mit den „iOS-Forschern“ sind in diesem Fall nicht etwa Sicherheitsforscher gemeint, die kritische Lücken in iOS entdecken und dafür Kopfgelder in Millionenhöhe ergattern. Stattdessen geht es diesmal um Kinder, die, konfrontiert mit einem durch die Eltern gesetzten Zeitplan, Einschränkungen bei ihren Apps umgehen konnten. Diese Herausforderung in Kombination mit viel freier Zeit zeigt, wie sich mit cleveren Mitteln Apples Schutzfunktion aushebeln lässt (via iphone-ticker.de).

Ist etwa die Nutzung von Safari auf dem iPhone oder iPad in Apples Bildschirmzeit deaktiviert, lässt sich der Browser dennoch über Umwege erreichen. Ein Beispiel ist der Sprung über die Fotos- oder Kamera-App, welche den Weg zu anderen installierten Apps freigibt, die wiederum einen Browser öffnen können. Nach genügend Umwegen erreicht man so ein Browserfenster, obwohl Safari durch die Bildschirmzeit ausgebremst wurde.

Als konkrete Anleitung wird die Nutzung in der Fotos-App beschrieben. So kann etwa ein Video mit Hilfe von YouTube geteilt werden. Wird hierbei kein YouTube-Konto gefunden, öffnet sich eine Webansicht, um ein Konto anzulegen oder zu verbinden. Wählt man dann wiederum die Datenschutzbestimmungen aus und tippt dort aufs Google-Logo erscheint die reguläre Startseite von Google. Der Sprung zum „vollständigen“ Browser ist geschafft.

In der Auswertung innerhalb der Bildschirmzeit-Übersicht wird im beschrieben Beispiel die Nutzung übrigens der Fotos-App zugeschrieben. Wer sich also über eine überraschend lange Nutzung derartiger Apps auf den Geräten vom Nachwuchs wundert, könnte hier den Grund gefunden haben.

iPadOS 13 bietet neben Verbesserungen bei der Bildschirmzeit auch diese interessanten Neuerungen:

iPadOS 13: 7 Top-Funktionen im Video.

YouTube-Nutzung über Umwege: Apples Nachrichten-App machts möglich

Ein weiteres Beispiel ist die Nutzung von YouTube. Ist die erlaubte Zeit zum Anschauen von Videos abgelaufen, begeben sich die gelangweilten Zuschauer ebenfalls auf die Suche nach Umwegen:

So kann die YouTube-Anwendung, die in Apples Nachrichten-App zu finden ist, weiterhin genutzt werden, da es in der Kategorie „Soziale Netze“ eingeordnet wird. Grenzt man also nur die „Entertainment“-Kategorie mit Hilfe der Bildschirmzeit ein – in der Hoffnung, dass YouTube damit nicht länger genutzt werden kann – kann dieser Schutz leicht umgangen werden, wenn man sich die interessanten Videos über die Nachrichten-App zusammensucht.

Bildschirmzeit mit Lücken: Safari im Vollbildmodus nutzen

Als weiteres Beispiel wurde noch ein weiterer Trick für die Safari-Nutzung nach dem Ablauf der erlaubten Zeit auf dem iPad beschrieben:

So lassen sich Videos in Safari auch dann noch weiter abspielen, nachdem die Sperre der Bildschirmzeit aktiv wurde. Der Warnhinweis kommt offenbar nicht schnell genug, was es dem Sohn von Nathan Fritz ermöglicht – sofern er zügig tippt – den Vollbildmodus zu aktivieren.

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