Google Home: So oft werden Privatgespräche abgehört und ausgewertet

Simon Stich

Google hört mit: Wer mit dem Google Assistant oder einem Google-Home-Gerät redet, der muss damit rechnen, dass externe Mitarbeiter des Konzerns die Gespräche auswerten. Jetzt sind private Audio-Aufnahmen von Nutzern an die Öffentlichkeit geraten.

Google Home: So oft werden Privatgespräche abgehört und ausgewertet
Bildquelle: GIGA.

Google wertet private Gespräche aus

Der belgischen Rundfunkanstalt VRT sind Mitschnitte zugespielt worden, die über den Google Assistant aufgenommen wurden. Diese sollten eigentlich von externen Mitarbeitern Googles angehört und transkribiert werden. Google-Vertragspartner sollen 1.000 solcher Mitschnitte pro Woche „bearbeiten“, heißt es bei golem.de.

Google selbst hat bereits zugegeben, dass es sich hierbei nicht um einen Fehler, sondern um ein gewolltes Verhalten handelt. Jeder 500. Sprachbefehl wird laut Google von Mitarbeitern angehört und aufgeschrieben. Hierbei soll es sich vor allem um Konversationen handeln, die unbeabsichtigt aufgenommen wurden – zum Beispiel dann, wenn der Google Assistant oder ein Google-Home-Gerät aus Versehen angesprochen wird.

Bei den jetzt geleakten Audio-Aufnahmen soll es sich laut VRT um teils intime Gespräche handeln. In einem Fall war sogar eine eindeutige Identifizierung des Sprechers möglich. Die Rundfunkanstalt kontaktierte daraufhin die betroffene Person, welche die Echtheit der Aufnahmen bestätigen konnte. Wie VRT an die Aufnahmen gelangt ist, wurde nicht kommuniziert. Sie sollen ihnen zugespielt worden sein, heißt es.

Mehr zu smarten Lautsprechern gibt es hier im Video:

Apple HomePod vs. Google Home vs. Amazon Echo.

Google sieht das Problem nicht

Google zufolge handelt es sich bei der Auswertung um ein normales Vorgehen. Mitarbeiter würden einen Teil der Gespräche anhören und anschließend aufschreiben, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. „Der Zugriff auf personenbezogene Daten wird durch uns beschränkt und nur Mitarbeitern, Auftragnehmern und Kundenservicemitarbeitern von Google gewährt, die diese Daten für die weitere Datenverarbeitung unbedingt benötigen“, heißt es in der Datenschutzerklärung. Der Leak in Belgien zeigt aber, dass das nicht immer der Fall ist.

Im Dezember 2018 wurde öffentlich, dass Amazon Echo ebenfalls private Aufnahmen an einen externen Dienstleister schickt. Hierbei wurden 1.700 Sprachaufzeichnungen „versehentlich“ an ein falsches Unternehmen gesendet worden. Später kam noch heraus, dass Alexa-Mitarbeiter persönliche Daten von Kunden einsehen können.

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