Vodafone ist Mobilfunk-Anbieter und Internet-Provider, aber das ist nicht alles: Wer TV per Kabelanschluss bezieht, kriegt das oft ebenfalls von den Düsseldorfern. Doch immer weniger Kunden beziehen noch klassisches Fernsehen.

 
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Vodafone in der Klemme? Verbraucher wollen kein Kabelfernsehen

Die Fernsehgewohnheiten der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher ändern sich. Aktuelle Zahlen zeigen, dass immer mehr Verbraucher direkt auf internetbasiertes Fernsehen umsteigen. Die Zahl der Haushalte, in denen der TV ausschließlich mit dem Internet verbunden ist, hat sich in den vergangenen vier Jahren verzehnfacht, wie aus einer gemeinsamen Untersuchung der Landesmedienanstalten hervorgeht (Quelle: Statista). IPTV ist hier ebenfalls nicht mit eingerechnet.

Im Vergleich ist der Anteil derer, die das Internet als kompletten TV-Ersatz nutzen, gering. Der sogenannte OTT-Empfang („over the top“, sinngemäß: vorbei an den klassischen Anbietern) macht derzeit 4,7 Prozent des TV-Marktes aus. Kabel-TV ist noch immer auf Platz 1, allerdings nur denkbar knapp vorm Empfang per Satellit. IPTV und DVB-T folgen auf den Plätzen 3 und 4.

Seit 2011 ist der Anteil der Kabel-TV-Kunden von rund 50 Prozent auf aktuell 43,7 Prozent gefallen. Ein Großteil der 6,3 Prozent Minus dürfte aus der Kundenkartei von Vodafone stammen. Und diese Kunden scheinen nur eine Richtung zu kennen: Nur die internetbasierten Empfangsarten IPTV und OTT können bei den Nutzern ein Plus verbuchen:

Kabel-TV: Die Nummer 1 unter den Empfangsarten ist auf dem Rückzug (Bild: Statista).

Der Trend weg vom klassischen Fernsehern ist also schon seit Jahren zu beobachten – und trifft in erster Linie Vodafone. Natürlich hat man dort längst reagiert: Die klassischen TV-Kabel bieten in vielen Haushalten eine echte Alternative zu Festnetzinternet-Anschlüssen per DSL. Im Downstream sind die Geschwindigkeiten sogar vielerorts konkurrenzfähig zur Glasfaser. Das Festhalten der Düsseldorfer am TV-Kabel ist also nicht unberechtigt.

Der Vergleich der Streaming-Anbieter im Video – mit Joyn ist auch ein ehemaliger OTT-Dienst mit dabei:

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Vodafones große Chance: Internet per TV-Kabel

Will man aber wieder mehr Kunden für TV-Verträge gewinnen, geht das wohl nur über zwei Wege: Zum einen könnte man die Preise senken oder etwa für Internetkunden keinen TV-Aufpreis verlangen, praktisch ein verbessertes Kombi-Angebot. Zum anderen könnte man das eigene TV-Programm durch internetbasierte Zusatzangebote aufstocken. Vodafone hat sich für letzteres entschieden. Kürzlich startete ein Kombi-Tarif mit Netflix und die Prime-Video-App wurde ins Betriebssystem von GigaTV integriert.