Für VanMoof wird es eng in Deutschland. Die Polizei hat in Großstädten wie Berlin damit begonnen, die Fahrer der E-Bikes abzufangen und ihnen dicke Strafzettel auszuhändigen. Für Fahrer, die keinen Führerschein besitzen, kommt es sogar noch dicker. Das Datum für eine Lösung des Problems steht nun fest.

VanMoof-E-Bikes sind keine Pedelecs

Update vom 10.11.2020: VanMoof hat in einem Blog-Post, in dem man gegen die Gesetze in der EU ätzt, verkündet, dass die VanMoof-Pedelecs, die in Europa zum Einsatz kommen, am 17. November 2020 das lang ersehnte Update erhalten und dann legal gefahren werden können. Eine Überschreitung der Geschwindigkeit mit Unterstützung vom Motor ist dann nicht mehr möglich. Bei neu ausgelieferten Modellen ist das dann der Standard. Wer sein VanMoof schon hat, sollte das Update, das dann verschickt wird, annehmen – wird dazu aber nicht gezwungen. Wird man dann aber erwischt, droht eine teure Strafe, wie unten weiter zu lesen ist. Insgesamt schiebt VanMoof die Schuld auf die Gesetze und sieht den Fehler nicht bei sich.

Update vom 04.10.2020: VanMoof hat sich jetzt per E-Mail an alle Besitzer der Pedelecs gewandt und geht dort auf die aktuellen Probleme ein. Der Co-Founder Ties Carlier gibt sich dort recht überrascht und sagt, dass man erst kürzlich über die Probleme mit den deutschen Behörden informiert wurde. Das widerspricht der Aussage der Polizei, wonach die Behörden zumindest die Niederlassung in Berlin schon vor langer Zeit über die Illegalität der VanMoof-E-Bikes informiert hat. Es ist zudem komisch, dass für die ADAC-Aktion der US-Modus ausgeschaltet werden musste. Das Problem war also bekannt und wurde ignoriert.

In der Mail wird eine Lösung zu Anfang November 2020 versprochen. Der US-Modus dürfte dann entfernt werden. Man sollte bis dahin nur den EU-Modus nutzen, die Behörden seien informiert. Wie man weiter unten lesen kann, bringt das aber nichts, denn allein die Möglichkeit zum Umschalten in der App reicht, um angezeigt zu werden und eine dicke Strafe zu kassieren. Wer der Lösung von VanMoof vorgreifen möchte, kann sich per Mail an slowmedown@vanmoof.com richten und den US-Modus entfernen lassen. Nur dann ist das Pedelec legal in Deutschland zu bewegen. Ob die Kunden, die das E-Bike wegen der höheren Geschwindigkeit gekauft haben, aber damit glücklich sind, wird sich noch zeigen müssen. Ich bin froh, dass das hoffentlich alles geregelt ist, wenn ich mein S3 Ende November bekomme.

Originalartikel:

E-Bikes von VanMoof erfreuen sich unglaublicher Beliebtheit. Wer jetzt eines der 2.000 Euro teuren „Pedelecs“ bestellen möchte, muss sich bis in den Dezember gedulden. Ich selbst hab kürzlich das neue VanMoof S3 geordert und werde mit Glück Ende November versorgt – vielleicht aber auch kurz vor Weihnachten. Um so erschrockener war ich, als ich einen Beitrag im Handelsblatt gelesen habe. Die Berliner Polizei scheint VanMoof-Besitzer zu „jagen“ und die elektrifizierten Fahrräder aus dem Verkehr zu ziehen. Der Grund liegt in der App und Möglichkeit in den US-Modus zu schalten, wodurch die Fahrräder 32 statt 25 km/h fahren können. In Deutschland ist das illegal.

Ein Betroffener schildert auf Twitter das Vorgehen. Er wurde von der Berliner Polizei angehalten und die wollten die VanMoof-App auf seinem Handy sehen. Dort war die Möglichkeit zur Auswahl zwischen US- und EU-Modus sichtbar. Allein das reicht schon, dass das E-Bike von VanMoof nicht mehr als Pedelec gilt und stillgelegt wurde. Dazu gab es eine Strafe von 250 Euro und Punkte in Flensburg. Wenn man keinen Führerschein hat, kommt noch das Fahren ohne Fahrerlaubnis hinzu, da das VanMoof dann als S-Pedelec gilt und dafür Versicherungspflicht besteht. Man muss zudem einen Helm tragen. Im schlimmsten Fall droht ein halbes Jahr Gefängnis oder bis zu 180 Tagessätze als Geldstrafe. Es handelt sich also nicht um eine Bagatelle.

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VanMoof erklärt sogar, wie man schneller fahren kann

Nun scheint für VanMoof der US-Modus in Deutschland kein Fehler, sondern ein Feature zu sein. Auf der Support-Seite wird sogar explizit erklärt, wie man sein VanMoof-Fahrrad schneller machen kann:

Quelle: VanMoof

Der ADAC war sich der Illegalität bewusst und hat VanMoof dazu bewegt, die über eine gemeinsame Aktion verkauften Pedelecs, ohne diese Funktion auszuliefern, damit die Käufer legal unterwegs sind. Genau das wird dort hervorgehoben. Diese Kunden sind also sicher. Alle anderen haben jetzt ein Problem – genau wie ich. Deswegen habe ich mich in den Foren umgeschaut.

VanMoof legalisieren: Vorläufige Lösung

Man kann sein VanMoof legalisieren, wie ich im Pedelec-Forum erfahren habe. Dazu muss man VanMoof aber selbst kontaktieren. Das geht wohl nicht nur, indem man in einen der Stores geht, sondern auch per Mail oder Telefon. VanMoof ist dann in der Lage, die Funktion aus der App zu entfernen und stellt einem per Mail eine Bescheinigung darüber aus:

Jetzt wo immer mehr VanMoof-Fahrräder unterwegs sind, dürfte nicht nur die Berliner Polizei danach Ausschau halten. Angeblich plant VanMoof deswegen zu November ein Update, das auf allen Fahrrädern die Funktion entfernt. Cowboy und andere E-Bike-Firmen, die diesen US-Modus integriert hatten, haben das auch schon in Deutschland getan. Es bleibt also spannend und ich hoffe, dass ich mein VanMoof dann Ende November, Anfang Dezember dann auch wirklich fahren kann.