iPad: So hat Erzrivale Microsoft damals auf das Apple-Tablet reagiert

Robert Kohlick

Apple hat das Tablet mit dem iPad salonfähig gemacht. Inzwischen ist der Marktstart zehn Jahre her – Zeit um ein paar Anekdoten zum Apple-Tablet näher zu beleuchten. Auch Microsoft erinnert sich noch gut an diesen Schicksalstag – wenn auch nicht im positiven Sinne. 

10 Jahre iPad: Ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter packt aus

Wir schreiben das Jahr 2010. Deutschland wird Dritter bei der Fußballweltmeisterschaft, Michael Schumacher feiert sein Formel-1-Comeback und Apple präsentiert am 27. Januar das iPad. Während der Präsentation fängt das Publikum an zu applaudieren, bei Microsoft hingegen schrillen die Alarmglocken.

Denn wie Steven Sinofsky, ein ehemaliger Mitarbeiter von Microsoft, in einem Blogpost beschreibt, hatte man bei Apples Erzrivalen zu keiner Zeit mit einem solchen Gerät gerechnet:

„Endlose Gerüchte über Apples Tablet meinten ‚offensichtlich‘ einen auf dem Mac basierenden Stift-Computer. Warum auch nicht? Die Industrie hat dem 20 Jahre lang nachgejagt. Das war unser Kontext.“

Bei Microsoft ging man davon aus, dass Apple eine Antwort auf die Netbooks liefern würde – ein Gerät, welches besonders klein, aber vor allem günstig sein würde. Das iPad hatte zu diesem Zeitpunkt keiner auf dem Schirm. Und dass es nur 500 US-Dollar kosten würde, konnte auch keiner wissen. Schließlich erwähnte Steve Jobs noch zwei Jahre früher in einem Earnings Call:

„Es gibt Kunden, die wir nicht bedienen werden. Wir wissen einfach nicht, wie wir einen Computer für 500 US-Dollar herstellen sollen, der kein Stück Schrott ist – und unsere DNS lässt einfach nicht zu, dass wir sowas verkaufen.“

Während der Präsentation erklärt Jobs haarklein, warum das iPad in seinen Augen den Netbooks in allen Belangen überlegen ist. Vor allem ein Punkt sorgte laut Sinofsky für Erstaunen: die Akkulaufzeit. Während Netbooks schon Probleme damit hatten, wenige Stunden am Stück durchzuhalten, erklärte Jobs auf der Bühne, dass das iPad ganze 10 Stunden Akkulaufzeit bietet.

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iPadOS 13: Das sollte man wissen.

iPad besser als Netbook? Apple beseitigt letzte Zweifel

Doch trotz allem ist das iPad immer noch kein Ersatz für ein Netbook, oder? „Wie soll man auf dem Apple-Tablet denn überhaupt produktiv sein?“, fragte sich Sinofsky während der Präsentation – und erhielt prompt eine Antwort.

Als Phil Schiller auf die Bühne kam und die für das Tablet angepasste Version von iWork zeigte. Texte bearbeiten, Tabellenkalkulationen aufstellen und Präsentationen vorführen – alles kein Problem auf dem iPad.

Hinzu kam, dass Apple beim iPad mit dem amerikanischen Provider AT&T einen echten Megadeal abschließen konnte. Denn wer sich ein iPad mit eingebautem 3G-Modem kaufte, konnte für einen Preis von gerade einmal 29,99 US-Dollar soviel mobil surfen, wie er wollte.

Einen Vertrag musste man ebenfalls nicht abschließen, eine Kündigung war jederzeit möglich. Zudem konnten iPad-Käufer die WLAN-Hotspots von AT&T gratis benutzen.

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Das alles war ein herber Rückschlag für Microsoft. Erst einige Wochen zuvor hatte das Unternehmen auf der CES Dutzende Tablet-PCs angekündigt, die alle auf Windows 7 setzen würden. Doch diese Geräte waren alle unfassbar teuer und verkauften sich letzten Endes sehr schleppend – ganz im Gegensatz zum iPad. Im ersten Jahr verkaufte Apple das Tablet knapp 20 Millionen Mal, eines der Geräte ging an Microsoft-Mitarbeiter Steven Sinofsky.

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