Über 500 Millionen Daten von Facebook-Nutzern sind entwendet worden. Facebooks Reaktion darauf löst nicht weniger als Entsetzen aus: Man möchte die betroffenen Nutzer gar nicht erst informieren – denn die können sowieso nichts machen.

Facebook: Unverständliche Reaktion auf Daten-Leak

Anfang April tauchte eine umfangreiche Datenbank im Internet auf, die teils sensible Angaben von mehr als 500 Millionen Facebook-Nutzern beinhaltet. Dazu gehören neben dem vollständigen Namen und biografischen Angaben wie dem Geburtsdatum auch E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Selbst brisante Informationen zu Facebook-Chef Mark Zuckerberg sind in der Datenbank zu finden.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters gibt Facebook nun bekannt, dass man selbst überhaupt keinen Überblick darüber habe, welche Nutzer in welcher Form betroffen sind.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, möchte Facebook die betroffenen Nutzer auch gar nicht über den Daten-Leak informieren, wie heise online berichtet. Opfer könnten ohnehin nichts unternehmen, weil die Daten bereits öffentlich einsehbar sind. Man habe sich aber gekümmert und die Möglichkeit zum Abgreifen der Daten geschlossen, heißt es.

Facebook legt viel Wert auf die Feststellung, dass die Daten nicht durch einen Hack der eigenen Datenbanken gestohlen wurden. Zudem würde es sich um einen älteren Datensatz handeln, in dem zumindest keine neuen Informationen zu finden sind.

Unterdessen hat die für Europa zuständige Datenschutzbehörde in Irland eine Untersuchung angekündigt. Von der Datenpanne betroffene Nutzer sollen durch sie informiert werden.

Im Video: So lässt sich Facebook sicherer machen.

Facebook sicherer machen

Facebook-Leak: Betrüger setzen auf SMS

Dass die riesige Datenpanne bei Facebook Konsequenzen mit sich bringt, merken immer mehr Nutzer selbst. Betrüger haben damit begonnen, massenhaft SMS an Telefonnummern zu senden, die in den gestohlenen Datensätzen zu finden sind.

In den SMS heißt es, dass eine Paketzustellung angeblich bevorstehen würde. Tippen Nutzer auf den inkludierten Link, landen sie bei einer Schadsoftware. Auch wenn die Masche selbst schon älter ist, bekommt sie durch die Datenpanne bei Facebook eine neue Dimension.