Telegram ist eine der beliebtesten WhatsApp-Alternativen der Welt. Besonders in Krisenzeiten wird der Messenger zum Tummelplatz für Verschwörungstheoretiker und dient zur Verbreitung von Falschmeldungen. Das sagt jetzt sogar der Telegram-Gründer Pavel Durov selbst und kündigt Schritte an.

 
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Telegram-Gründer will gegen Fake-News vorgehen

In den letzten Jahren wirkte Telegram unantastbar und hat jeder Krise standgehalten. Spätestens in der Corona-Pandemie ist der Messenger aber in den Fokus der deutschen Behörden geraten, da dort Falschmeldungen geteilt und sogar Morddrohungen gegen Politiker geäußert wurden. Der Krieg in der Ukraine hat das Fass nun aber auch beim Telegram-Gründer Pavel Durov zum Überlaufen gebracht. Er schreibt auf Telegram:

Telegram-Kanäle werden zunehmend zu einer Quelle für nicht verifizierte Informationen über ukrainische Ereignisse. Wir haben nicht die Kapazität, alle Veröffentlichungen der Sender auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Ich empfehle russischen und ukrainischen Nutzern dringend, misstrauisch gegenüber allen Daten zu sein, die derzeit über Telegram verbreitet werden.
Wir wollen nicht, dass Telegram als Werkzeug zur Verschärfung von Konflikten und zur Aufstachelung von Zwietracht zwischen den Volksgruppen benutzt wird. Sollte die Situation eskalieren, werden wir in Erwägung ziehen, den Betrieb von Telegram-Kanälen in den betroffenen Ländern für die Dauer des Konflikts teilweise oder vollständig einzuschränken. (Quelle: Pavel Durov auf Telegram, mit Deepl von Mimikama übersetzt)

Alle Informationen zum Krieg in der Ukraine, die über Telegram geteilt werden, sollten also mit Skepsis genossen werden. Telegram ist nicht in der Lage, die Informationen zu verifizieren, wie es andere soziale Netzwerke wie Meta aktuell tun. Dort werden im großen Stil Faktenchecks unternommen, was besonders dem russischen Regime missfällt.

Der Telegram-Gründer warnt damit offiziell vor seiner eigenen App. Durov droht zudem, dass bestimmte Kanäle geschlossen werden, wenn die Lage eskaliert. Das könnte dann auch viele Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland treffen, die ihre Informationen über Telegram beziehen.

Telegram gehört zu den besten WhatsApp-Alternativen:

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Telegram wichtig für die Kommunikation

Die Ankündigung eines möglichen Eingreifens kommt sowohl bei russischen als auch ukrainischen Nutzern mit gemischten Gefühlen an. Telegram gilt auch dort als eine der wichtigsten Plattformen, um Informationen zu erhalten und sich mit Menschen auszutauschen. Es ist kein Messenger wie WhatsApp, sondern eher als ein soziales Netzwerk wie Facebook zu sehen.