Ende des Monats läuft das 9-Euro-Ticket aus. Einen Nachfolger direkt im Anschluss wird es aber wohl nicht geben, das haben die Verkehrsunternehmen jetzt klargemacht. Das Zögern und Zaudern der Politik rächt sich.

In rund drei Wochen ist Schluss mit dem 9-Euro-Ticket. Die günstige Fahrkarte für den Nah- und Regionalverkehr läuft am 31. August aus. Wer hofft, dass sich die Politik auf den letztern Metern noch auf einen Nachfolger einigt, der pünktlich zum September an den Start geht, wird aber wohl enttäuscht werden.

Verkehrsverbünde sehen keine Chance auf zügigen Nachfolger fürs 9-Euro-Ticket

Laut Verkehrsverbund Rhein-Ruhr seien die vorliegenden Nachfolger-Vorschläge zum 9-Euro-Ticket nicht kurzfristig umsetzbar (Quelle: Spiegel). Grund sei die Vorlaufzeit, die die Verkehrsverbünde benötigen: „Normalerweise benötigen wir für eine Tarifumstellung zwischen drei und sechs Monaten“, so VRR-Vorstand Jose Luis Castrillo gegenüber der Rheinischen Post. Lediglich eine Fortsetzung des bisherigen Angebots sei zumindest technisch grundsätzlich möglich. Der VRR ist der größte Verkehrsverbund Deutschlands.

Ähnlich äußerte sich auch der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Drei Wochen vor dem 1. September sei es nicht möglich, ein komplett neues Ticket umzusetzen (Quelle: taz).

Bereits Ende Juli drängten einzelne Verkehrsunternehmen auf eine zügige Entscheidung über einen möglichen Nachfolger des 9-Euro-Ticket. „Je früher es Klarheit gibt, umso früher können sich die Verkehrsunternehmen und die Verkehrsverbünde darauf einstellen und die Maßnahmen umsetzen“ Passiert ist in der Zwischenzeit nichts.

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Bund-Länder-Gipfel könnte Entscheidung bringen

Vorschläge für einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger gibt es viele. Das Konzept der Grünen sieht sogar zwei vor: Ein Regionalticket für 29 Euro, ein bundesweit gültiges Deutschlandticket für 49 Euro monatlich. Auch ein 365-Euro-Ticket ist im Gespräch. Sollte sich die Politik beim kommenden Bund-Länder-Treffen aber nicht zumindest auf eine kurzfristige Fortführung des 9-Euro-Tickets einigen, werden Bus- und Bahnkunden am 1. September wieder in die ÖPNV-Welt vor dem Juni 2022 zurückgeworfen.