Gerade erst hat Xiaomi seine völlig drahtlose Ladetechnik vorgestellt, da meldet sich schon ein weiterer Smartphone-Hersteller. Erste Berichte sind vielversprechend, wobei es im Vergleich zum Konzept von Xiaomi jetzt schon einen entscheidenden Nachteil gibt. Kann sich das System trotzdem durchsetzen?

 

Motorola Mobility

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Wie Xiaomi: Auch Motorola will kabelloses Laden ermöglichen

Nur wenige Tage nach der Ankündigung von Xiaomis „Mi Air Charge Technology“ ist im chinesischen Netzwerk Weibo ein Video aufgetaucht, das eine sehr ähnliche Technik von Motorola zeigen soll. Es handelt sich um das gleiche Prinzip: Statt Handys wie gewohnt über ein Kabel oder ein Ladepad mit Strom zu versorgen, kann sich das Smartphone bei Motorolas System bis zu 100 cm von der Basis entfernt befinden.

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Ein entscheidender Nachteil steht dabei aber bereits fest. Während es bei Xiaomi keine Rolle spielen soll, ob der drahtlose Strom von Wänden oder Möbeln geblockt wird, ist das bei Motorolas Lösung anscheinend der Fall. Auch die geringe Reichweite wird von Xiaomi überboten. Eigenen Informationen zufolge soll Xiaomis drahtlose Ladetechnik mehrere Meter überbrücken können. Hier hat Motorola also noch viel Arbeit vor sich, damit Kunden bei Marktreife des Systems nicht automatisch zur Konkurrenz von Xiaomi greifen.

Motorola setzt bei seinem Prototyp auf eine Basisstation, die mit 144 Antennen ausgestattet ist. Diese verbreiten mmWave-Signale an 14 Antennen, die sich im Smartphone des Nutzers befinden. Damit steht auch fest, dass bestehende Handys des Herstellers mit dem System nicht kompatibel sein werden. Das dürfte allerdings auch bei Xiaomi der Fall sein. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass Smartphones anderer Produzenten nicht unterstützt werden. Wer sich also für die Lösung von Motorola entscheidet, der muss auch ein Handy von Motorola besitzen.

So sieht Motorolas kabellose Stromübertragung aus:

Drahtloser Strom: Motorola zeigt kabelloses Laden

Drahtloser Strom: Zukunft oder Sackgasse?

Kabelloser Strom klingt wie ein Traum. Nie wieder muss das Handy an die Steckdose und leere Akkus gehören endlich der Vergangenheit an. Fest steht allerdings auch, dass einige nicht gerade unwesentliche Fragen bislang unbeantwortet geblieben sind. Die Übertragungsraten sind äußerst gering, die Basisstationen klobig und auch gesundheitliche Aspekte dürften eine wichtige Rolle spielen.