Wer E-Auto fährt, hat viele Möglichkeiten: Eine Wallbox installieren, zuhause an der Steckdose laden, manche haben das Glück, beim Arbeitgeber Strom zu bekommen oder man nutzt das öffentliche Ladenetz. Doch das ist im Vergleich absurd teuer.

Wer bereits auf ein E-Auto umgestiegen ist, kann beim Ladestopp ruhigen Gewissens Strom tanken. Günstiger als mit Benziner oder Diesel kommt man dabei derzeit immer weg. Trotzdem sind die Preise teilweise extrem unterschiedlich. Je nachdem, wo und wie schnell man laden will, kann die Energie mal eben das Doppelte kosten.

Strompreis für E-Autos: So viel teurer sind Ladesäulen

Eine aktuelle Übersicht zeigt die absurden Preisunterschiede, die Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos treffen können (Quelle: LichtBlick). Selbst an „normalen“ Ladepunkten mit Wechselstrom werden in der Spitze bis zu 49 Prozent mehr verlangt als beim Haushaltsstrom. Pro Ladung für eine Fahrstrecke von 100 km kommen so zwischen 4,77 und 6,68 Euro zusammen. Zur Berechnung der Vergleichspreise diente ein VW ID.3 mit einem Verbrauch von 14 kWh auf 100 km.

An Schnellladern sieht es dabei noch übler aus: Hier stellte man Preise fest, die bis zu 140 Prozent über denen pro Kilowattstunde an der Haushaltssteckdose lagen. Beim für den Test genutzten VW ID.3 kamen nach der gleichen Berechnung Preise von 4,77 bis zu 10,77 Euro an der Schnellladesäule zustande. Wer es eilig hat, kann problemlos mehr als doppelt so viel zahlen wie zuhause. Für die Aufstellung zog man Daten von Statista sowie aus eigener Hand heran.

Für den Energieversorger ist klar, beim E-Auto-Laden läuft vieles schief: Der Netzausbau geht zu langsam voran, die Zahlungssysteme sind intransparent, es herrsche ein Wildwuchs verschiedener Abrechnungssysteme, die Ladesäulenanbieter hätten regionale Monopole geschaffen.

Stromanbieter fordert freien Zugang zum Ladesäulennetz

Auch die Pflicht, ab 2023 Zahlungen per Girokarte zu ermöglichen, könne kaum etwas ändern, heißt es. Das alles geht zu Lasten der Verbraucher. Für LichtBlick gibt es nur eine mögliche Lösung: Das Durchleitungsmodell der Bundesnetzagentur müsse zur Pflicht werden. Das hieße, an jeder Ladesäule müssten Kunden von allen Anbietern laden und abrechnen können – ähnlich wie an Tankstellen, wo auch nicht der Spritlieferant entscheidet, wer welche Zapfsäule nutzen kann.

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Die Forderung ist allerdings nicht uneigennützig, denn vom freien Zugang zum öffentlichen Ladenetz würden gerade auch lokale Stromanbieter profitieren. Aus Verbrauchersicht wäre es trotzdem zu wünschen, um Ladepreise und damit den Umstieg aufs E-Auto für mehr Menschen attraktiver zu machen.