Wer auf dem Land lebt, ist Ruckeln und Stocken beim Internet leider oft gewohnt, während der gemeine Großstadtmensch von hoher Geschwindigkeit und viel Auswahl profitiert. Wie gravierend die Unterschiede wirklich sind, zeigt eine neue Untersuchung.

Bei der Internet-Geschwindigkeit ist Deutschland ein geteiltes Land: Wer in der Großstadt lebt, hat mehr, im ländlichen Raum gibt es weniger. Im Durchschnitt liegt das Gefälle bundesweit bei 11 Prozent. Doch je nach Wohnort kann es für Verbraucher schlecht aussehen.

Internet-Kluft: Ländlicher Raum in Sachsen abgeschlagen

Den letzten Platz im Vergleich von Aboalarm und Verivox belegt Sachsen: Hier beträgt die Download-Geschwindigkeit im Schnitt 63,75 MBit/s auf dem Land. In der Großstadt sind es hingegen 90,14 MBit/s – eine Differenz von rund 41 Prozent. In Hessen hingegen ist die „Stadt-Land-Kluft“ mit 7 Prozent deutschlandweit am geringsten, erklären die Portale in einer Pressemitteilung.

Als Verbraucher sollte man sich damit eigentlich nicht abfinden. Offenbar tun das aber viele, denn auf dem Land werden Internetverträge seltener gekündigt. Bundesweit kündigten Großstädter im vorigen Jahr 32 Prozent häufiger ihre Internet- und Festnetzverträge.

Dafür hat man in der Untersuchung mehrere Gründe identifiziert: Zum einen fehlt Kundinnen und Kunden auf dem Land die Auswahl. In einen besseren Vertrag wechseln, kann man natürlich nur, wenn es ein besseres Angebot gibt. Die Auswahl in Großstädten ist dabei teilweise doppelt so hoch.

Zweitens sei in der Großstadt die Online-Affinität höher. Demographische Unterschiede, etwa im Bezug auf das Alter der Kunden, würden sich ebenfalls zeigen. Dazu kommt drittens ein Vorteil der Verbraucherinnen auf dem Land: Ist der Ausbau gut fortgeschritten, müsse man sich selten die Bandbreite mit vielen anderen teilen. In Mehrparteienhäusern ist die maximale Bandbreite des Hausanschlusses schneller ausgeschöpft.

Verglichen hat man in den Bundesländern jeweils Gebiete und Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen (Großstadt) mit solchen unter 100.000 Einwohnern (Land). Untersucht wurden außerdem nur Bundesländer mit mindestens drei Großstädten.

Was Verbraucher bei schlechten Verträgen tun können

Der Wohnort hängt meist nicht von der verfügbaren Internetgeschwindigkeit ab. Aber unter den vor Ort gegebenen Umständen gibt es trotzdem oft Spielraum, in dem ihr mit etwas Mühe das beste für euch herausholen könnt. Dazu gilt in erster Linie: Angebote vergleichen, am besten regelmäßig.

Außerdem sollte man immer auch den Anbieterwechsel in Betracht ziehen: Wenn andere verfügbare Anbieter bessere Konditionen anbieten, sollte die Gewohnheit nicht entscheidend sein. Frühzeitig zu kündigen, kann euch einen Vorteil verschaffen und für bessere Angebote vom bisherigen Anbieter sorgen.

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Ab kommendem Sommer brauchen Verbraucher zudem keine langen Laufzeitverlängerungen mehr fürchten. Zwar sind 24 Monate Mindestlaufzeit immer noch möglich, dann darf aber nicht mehr einfach Jahr um Jahr angehängt werden.

Bevor ihr einen Vertrag abschließt, vergewissert euch, dass die Konditionen, die ihr buchen wollt, tatsächlich an eurer Anschlussadresse verfügbar sind. Findet euch nicht mit einem Bruchteil der vertraglich zugesicherten Geschwindigkeit ab. Um herauszufinden, wieviel Datengeschwindigkeit ankommt, kann es sich auch lohnen mal bei den Nachbarn nachzufragen und auch hier zu vergleichen.