Eine integrierte Grafikeinheit bei Ryzen-Prozessoren? Dieses Feature war bislang lediglich den AMDs APUs vorbehalten. Mit der kommenden Ryzen-7000-Serie soll sich das jedoch laut eines Leaks endlich ändern. 

Ryzen 7000: Setzen die Prozessoren in Zukunft auf integrierte Grafikeinheiten?

Obwohl noch nicht einmal die Ryzen-6000-Chips erschienen sind, gibt es schon jetzt die ersten Gerüchte zu den Nachfolgemodellen. So soll AMD unter anderem auf einen neuen Sockel setzen, der ein nerviges Problem löst.

Doch auch unter der Chiphaube soll sich einiges tun. Laut aktuellen Informationen scheint AMD mit einer alten Tradition zu brechen und seine Desktop-Chips mit einer integrierten Grafikeinheit auszustatten. Das wäre ein Novum für die Desktop-Ryzen-Reihe, denn bisher konnten lediglich die separaten APU-Modelle mit dem Namenszusatz „G“ auf dieses Feature zurückgreifen (Quelle: Chips and Cheese). Diese Informationen stammen aus geleakten Dokumenten des Hardware-Herstellers Gigabyte.

Für Nutzer der Prozessoren wäre das eine nette Ergänzung. Auf diese Weise sind sie nicht auf eine dedizierte Grafikkarte angewiesen, um ihren PC zu nutzen – das würde sich vor allem für den Einsatz von Office-Rechnern lohnen.

Doch auch für PC-Spieler wäre das ein Vorteil: Denn sollte die GPU mal den Geist aufgeben, kann der Rechner weiterhin genutzt werden – auch wenn die Performance in Spielen deutlich geringer ausfällt. Zudem erscheinen die G-Modelle meist deutlich später als die normalen Desktop-Chips der Ryzen-Reihe. Auch dieses Problem wäre damit passé.

Die integrierte Grafikeinheit der Ryzen-7000-Prozessoren soll auf die aktuelle RDNA-2-Technik setzen. Diese Technologie kommt aktuell bei AMDs neuen Grafikkarten und in den Chips für PS5 und Xbox Series X|S zum Einsatz.

Und was ist sonst noch in der Gaming- und Technikwelt passiert? Wir verraten es euch in den GIGA Headlines: 

Intels Grafikkarten und neue Handykameras – GIGA Headlines

Gleiche Strategie wie Intel? AMD-Chips ohne IGP weiterhin denkbar

AMD scheint sich jedoch nicht gänzlich von der Idee verabschieden zu wollen, Chips auch ohne integrierte Grafikeinheit anzubieten. So finden sich in den geleakten Dokumenten auch Hinweise auf Modelle, die keinen IGP (Integrated Graphics Processor) bieten. Es kann also sein, dass AMD seine Produkte in Zukunft ähnlich wie Intel aufstellt. Die Core-i-Prozessoren der Konkurrenz setzen bereits seit vielen Jahren auf eine integrierte Grafikeinheit. Dennoch gibt es die sogenannten F-Modelle, welche genau darauf verzichten und etwas günstiger angeboten werden.

Fraglich bleibt, wie sich diese Änderung auf AMDs APU-Produktlinie auswirkt. Das Alleinstellungsmerkmal der G-Serie wäre dadurch hinüber. AMD müsste sich etwas anderes einfallen lassen, um die Reihe weiterhin für die Kunden attraktiv zu machen. Doch ob diese Pläne überhaupt in die Tat umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Bei den Informationen handelt es sich immerhin um nicht bestätigte Leaks. GIGA hält euch auf dem Laufenden.