Ubisofts NFT-Offensive wird von Gamern lautstark kritisiert. Der CEO des Publishers hat die neuen Mikrotransaktionen nun in einem Meeting verteidigt und weitere NFT-Pläne angekündigt. Seine Argumentation zeugt jedoch von einem fundamentalen Missverständnis.

 
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Für die NFTs in Tom Clancy's Ghost Recon: Breakpoint hat Ubisoft überwältigend negatives Feedback von der Community kassiert. Die Implementierung der limitierten digitalen Inhalte sorgte sogar bei den Entwicklern selbst für Skepsis. Nun hat Ubisofts CEO Yves Guillemot in einem Meeting die NFTs verteidigt und dabei einen ominösen Vergleich gezogen.

Ubisoft Quartz: CEO verteidigt NFTs

In dem Meeting mit Entwicklern hielt Guillemot die Position, dass die NFTs in Ghost Recon Breakpoint nur der Beginn einer größeren Kampagne seien. Dabei hielt er sich in Bezug auf Details zu weiteren Schritten bedeckt, erklärte jedoch, dass die negativen Reaktionen zu Ubisoft Quartz zu erwarten gewesen wären. Das Entwicklerteam äußerte dennoch Bedenken hinsichtlich des gesteigerten Arbeitsvolumens, um NFTs zu implementieren und der öffentlichen Meinung zu Mikrotransaktionen in Spielen des Publisher.

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Guillemot dagegen verglich sie mit dem ursprünglichen Feedback der Community zu Lootboxen und DLCs. Dabei suggerierte er wohl, dass sich NFTs ebenso wie ihre Mikrotransaktionsvorgänger nach dem anfänglichen Protest einfach in der Branche etablieren würden. (Quelle: Kotaku)

NFTs bei Ubisoft: Vergleich lässt Schlimmes erahnen (Kommentar)

Das Problem an dem Vergleich zwischen den NFTs in Ghost Recon: Breakpoint und dem Aufkommen von Lootboxen ist, dass er zu 100 Prozent korrekt ist – doch die Lehre, die daraus gezogen wird, könnte nicht falscher sein. Niemand bestreitet, dass NFTs die nächste Stufe der Evolution von Mikrotransaktionen werden könnten, doch genau aus diesem Grund sind die Reaktionen darauf so negativ ausgefallen.

Mikrotransaktionen im Allgemeinen und Lootboxen im Besonderen sind Mechaniken, die im besten Fall den Spielspaß ruinieren und im schlimmsten Fall Leben von anfälligen Spielern zerstören können. Sie dienen allein der Profitmaximierung von Publishern und haben keinerlei positive Auswirkungen auf die Spiele, in denen sie zu finden sind.

Mit diesem Vergleich hat Guillemot somit nicht dazu beigetragen, dass die NFT-Offensive bei Ubisoft aus einer anderen Perspektive gesehen wird. Stattdessen wurde schlicht bestätigt, dass es sich bei den limitierten digitalen Inhalten um nichts weiter als neue Geldquellen für Publisher handelt. Dass der Ubisoft-CEO daran nichts Verwerfliches sehen kann oder will, ist ebenfalls keine Überraschung – aber es ist alles andere als beruhigend und deutet auf eine düstere Zukunft für Entwickler und Gamer gleichermaßen hin.

In unserem Video geben wir eine kurzen Rückblick über die größten Aufreger in der Geschichte der Mikrotransaktionen: 

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Der Protest gegen Ubisofts NFT-Offensive hält in der Community weiter an. Ubisofts CEO Yves Guillemot hält die Reaktionen jedoch für erwartbar und hat in einem Meeting einen Vergleich angestellt, der Gamer keinesfalls beruhigen dürfte.