Nach freiwillig kommt Zwang: Den Anbietern Telefónica (o2), 1&1 und Freenet drohen Bußgelder durch die Bundesnetzagentur. Die Gebühren für die Mitnahme der Rufnummer zur Konkurrenz sei zu hoch. Jetzt wurde ein Verfahren eröffnet – und das kann teuer werden.

Gebühren zu hoch: Mobilfunkanbietern droht Bußgeld

Nach Ansicht der Bundesnetzagentur sind die Gebühren für die Mitnahme der eigenen Telefonnummer zu einem neuen Anbieter zu hoch. Mitte Februar 2020 wurden deshalb alle Mobilfunkanbieter aufgefordert, ihre Gebühren zu senken. Der Bundesnetzagentur zufolge sollen maximal 6,82 Euro inklusive Mehrwertsteuer von Kunden verlangt werden – das ist teils deutlich weniger, als bei manchen Anbietern üblich. Manche berechnen derzeit Summen von um die 30 Euro. Die Forderung der Agentur sei zunächst als „freiwillig“ zu verstehen, doch nun wird gegen Anbieter vorgegangen, die ihre Gebühren nicht deutlich senken möchten.

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Die größten Anbieter, die sich bislang geweigert haben, die Rufnummernportierung günstiger zu gestalten, sind Telefónica (o2), 1&1 Drillisch und Freenet Mobile. Sie haben nun bis zum 11. März 2020 Zeit bekommen, um eine Stellungnahme abzugeben. Telefónica möchte einer Sprecherin zufolge das Ergebnis des Verfahrens erst abwarten. Dem Unternehmen nach soll sichergestellt werden, dass sich alle deutschen Anbieter an die neue Gebührenstruktur halten. Bei o2 fallen derzeit Wechselgebühren von 29,95 Euro an, bei Untermarken ist die Lage teils anders.

Ähnlich sieht es auch bei 1&1 aus, wo unterschiedliche Gebühren für die Mitnahme der Rufnummer anfallen. Diese belaufen sich wie bei o2 auf maximal 29,95 Euro. Dem Portal golem.de zufolge möchte 1&1 mit einer möglichen Senkung der Gebühren warten, bis ein neues Telekommunikationsgesetz verabschiedet wurde. Kleinere Anbieter wie Lebara, Lycamobile, SH Telekommunikation, Newsim und easyTel sollen nun ebenfalls gezwungen werden, ihre Gebühren zu senken.

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Gebühren sollen ab 20. April fallen

Geht es nach der Bundesnetzagentur, dann sind deutsche Telekommunikationsanbieter ab dem 20. April 2020 verpflichtet, ihre Gebühren zu senken. Sollte das nicht der Fall sein, dann können erste Bußgeldbescheide verschickt werden. Dass es die Agentur durchaus ernst meint, zeigt ein Fall aus dem letzten Jahr. Hier wurde eine von Vodafone erhobene Gebühr für unwirksam erklärt und musste gestrichen werden.

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Die Botschaft der Bundesnetzagentur ist klar: „Wir wollen die Hürden für einen Wechsel des Anbieters senken. Unser Vorgehen zielt auf eine Absenkung der Entgelte im gesamten Markt. Gegen Anbieter, die eine freiwillige Absenkung nicht zugesagt haben, haben wir ein Verfahren eingeleitet.“

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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