PC-Gaming stirbt? So oft wurde es schon für tot erklärt und lebt immer noch

Alexander Gehlsdorf

Der PC ist tot, lang lebe der PC! Kaum eine andere Gaming-Plattform wurde so oft bereits zu Grabe getragen und ist dann doch wieder auferstanden.

Der PC ist im Grunde ein Plattenspieler unter den Gaming-Plattformen. Er existiert bereits seit Jahrzehnten und alle naselang erscheinen augenscheinlich bessere Alternativen, die das alte Gerät endgültig überflüssig machen. Aber genauso wie Kassettenrekorder oder die Wii mittlerweile nur noch bei Gebrauchtwarenhändlern mit Retro-Vorliebe zu finden sind, ist der vermeintlich tote PC und Plattenspieler noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil.

Dennoch wird auch nach der hundertsten Wiederauferstehung noch immer das Ende des Gaming-PCs prophezeit, ob die Schuldigen nun Google Stadia, Raubkopien oder Mobile-Gaming heißen. PC Gamer hat anlässlich des ausgehenden Jahrzehnts die vollmundigsten Vorhersagen der letzten zehn Jahre zusammengetragen, laut denen die Zeit des PCs endgültig vorbei ist.

Ein Grund, warum der PC so schnell nicht sterben wird, sind jede Menge toller Gratisspiele:

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Aber treffen derart pessimistische Ansichten auch auf den deutschen Markt zu, historisch eine der wichtigsten PC-Bastionen des Marktes? Schließlich ist es kein Zufall, dass Genres wie Aufbaustrategie oder Wirtschaftssimulationen gerade hierzulande besonders gut über die Ladentheke gehen. Wir haben einmal nachgesehen:

  • Der PC stirbt einen langsamen Tod – und das offenbar schon seit 2007. Damals trug Spiegel Online den PC zu Grabe, die Zukunft gehört den „Web Handys“.
  • „Tschüss, Spiele-PC! – Selbst Anatol Locker, ein Veteran des deutschen Spiele-Journalismus, sieht 2012 pessimistisch in die Zukunft. Laptops und Tablets lassen Verkäufe von PCs zurückgehen, der Tod des Gaming-PCs ist nur eine Frage der Zeit.
  • Der PC stirbt einen schönen Tod – wusste bereits 2018 die FAZ. Schließlich verkaufen sich Smartphones fünfmal so gut wie Laptops und Desktop-PCs.
  • Das Ende des PCs? – befürchtete 2018 auch die GameStar. Die Verkäufe an Privatkunden gingen um 17,5 Prozent zurück.
  • Gaming: Die Zukunft könnte in der Cloud liegen – Die Leipziger Volkszeitung geht einen Schritt weiter und erklärt nicht nur den PC für tot, sondern auch die Konsolen. Die Zukunft gehört Google Stadia.

Keine Frage, Marktführer ist der Gaming-PC schon lange nicht mehr. Sinkende Umsätze dürften daher keine Überraschung darstellen, insbesondere angesichts des Mobile-Booms der letzen Jahre. Tot ist der PC allerdings noch lange nicht. Und wenn in der Zukunft die ersten Artikel über den Tod des Smartphones geschrieben werden, existiert unser heißgeliebtes PC-Gaming vermutlich immer noch.

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