Über Monate haben sie recherchiert, jetzt liegt ein umfassender Bericht vor: Einem Journalistennetzwerk zufolge geht Huawei in Europa mit seinen Angestellten alles andere als zimperlich um. Es würde ein militärischer Korpsgeist herrschen, der gegen das deutsche Arbeitsrecht verstößt. Eine „toxische Firmenkultur“ sei da nur der Anfang.

 

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Huawei: Vorwürfe gegen Handy-Produzenten

Das Recherchenetzwerk Signal Network hat eine umfassende Untersuchung zu den Arbeitsbedingungen von Huawei-Angestellten in Europa vorgelegt. Hier kommt der chinesische Smartphone-Produzent alles andere als gut weg. In der Europazentrale in Düsseldorf sowie in weiteren Niederlassungen soll ein extrem rauer Führungsstil herrschen. Vorgaben des Arbeitsrechts sollen dabei missachtet werden. Angestellte würden quasi nach Belieben entlassen.

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Dem Bericht zufolge soll Huawei teilweise auch das Privatleben der Mitarbeiter bestimmen wollen. Es soll „ein Klima der Angst“ herrschen, die auf einer toxischen Firmenkultur beruht. Den deutschen Führungskräften in Düsseldorf soll dabei prinzipiell misstraut werden. Im Hintergrund sollen stattdessen chinesische Aufpasser die Zügel in der Hand halten. Chinesische Mitarbeiter in Europa wiederum seien „total isoliert“.

Mitarbeiter sollen bei Huawei in Europa „in erster Linie als Rohstoff“ begriffen werden. In entscheidenden Positionen möchte Huawei nur auf Personal aus China setzen. Für europäische Angestellte wiederum bliebe der Weg nach oben einfach versperrt. Das soll auch rein physisch gelten, denn im Obergeschoss der Europazentrale in Düsseldorf sind nur chinesische Manager zu finden.

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Huawei Deutschland: Fragwürdige Entlassungen

Brisant ist ein auf Chinesisch verfasstes Dokument, das dem Recherchenetzwerk vorliegt. In dem heißt es, dass chinesische Mitarbeiter, die einen ständigen Wohnsitz in der EU beantragt haben, den Kontinent „so schnell wie möglich“ wieder verlassen sollen. Sollten Mitarbeiter dieser Forderung nicht nachkommen, dann müsse das Arbeitsverhältnis gekündigt werden.

Huawei hat mittlerweile auch bestätigt, dass solche internen Bestimmungen existiert haben. Derzeit sollen Regelungen zu Aufenthaltsgenehmigungen aber nicht mehr in Kraft sein. Grundsätzlich würde man sich nicht in Privatangelegenheiten von Mitarbeitern einmischen, heißt es.