Die US-Regierung hat das chinesische Unternehmen Xiaomi überraschend auf die schwarze Liste gesetzt. Droht dem Smartphone-Hersteller jetzt das gleiche Schicksal wie Huawei? GIGA fasst die Lage zusammen.

 

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Xiaomi landet auf schwarzer Liste von US-Regierung

Update vom 15.01.2020: Ein Sprecher von Xiaomi hat uns eine offizielle Stellungnahme gegeben:

The Company has been in compliance with law and operating in compliance with the relevant laws and regulations of jurisdictions where it conducts its businesses. The Company reiterates that it provides products and services for civilian and commercial use. The Company confirms that it is not owned, controlled or affiliated with the Chinese military, and is not a “Communist Chinese Military Company“ defined under the NDAA. The Company will take appropriate course of actions to protect the interests of the Company and its shareholders.

The Company is reviewing the potential consequences of this to develop a fuller understanding of its impact on the Group. The Company will make further announcements as and when appropriate.

Xiaomi bestätigt darin im Grunde nur das, was wir schon wussten. Der chinesische Konzern hält sich an alle geltenden Gesetze und bietet nur Produkte sowie Dienstleistungen für den kommerziellen Gebrauch an. Xiaomi befindet sich nicht im Besitz des chinesischen Militärs, ist nicht mit diesem verbunden und wird auch nicht darüber gesteuert. Das Unternehmen ist keine „kommunistische chinesische Militärgesellschaft“ im Sinne der NDAA. Xiaomi wird Maßnahmen ergreifen, um das Geschäft und die Aktionäre zu schützen. Aktuell prüft das Unternehmen die Konsequenzen und wird weitere Ankündigungen machen, wenn es notwendig ist.

Originalartikel:

Der US-Bann von Huawei hat das chinesische Unternehmen stark getroffen. Seitdem ist viel passiert und Huawei-Handys sind in Europa im Grunde unbrauchbar geworden. Droht Xiaomi nun das gleiche Schicksal? Kurz vor der Amtsübergabe lässt die Trump-Regierung noch einmal die schwarze Liste um neun chinesische Unternehmen erweitern – darunter eben auch Xiaomi. In der Begründung wird behauptet, dass es sich bei Xiaomi und den anderen Unternehmen, die neu auf der schwarzen Liste sind, um „kommunistische chinesische Militärfirmen“ handelt – berichtet Reuters. US-Unternehmen und -Investoren wird es jetzt untersagt, in diese chinesischen Unternehmen zu investieren.

Unklar ist aktuell, wieso Xiaomi überhaupt auf dieser Liste gelandet ist. Die anderen chinesischen Hersteller, die jetzt gebannt wurden, sind in der Luft- und Raumfahrt, dem Schiffbau, der Chemie, Telekommunikation, dem Bauwesen oder anderen Bereichen der Infrastruktur tätig. Genau wie Huawei es im Bereich der Mobilfunktechnologie ist. Xiaomi ist hingegen nur der mittlerweile drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt, der in den anderen Bereichen gar nicht aktiv ist und alle Komponenten nur zukauft. Investoren müssen ihre Anteile bis zum 11. November 2021 verkauft haben, wenn Xiaomi auf der schwarzen Liste bleibt. Das hat bei den Aktien des Unternehmens für einen deutlichen Kursrutsch gesorgt, der sich teilweise aber wieder erholt hat.

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Xiaomi-Bann nicht vergleichbar mit dem von Huawei

Im ersten Moment klingt die Situation ganz nach dem, was wir mit Huawei erlebt haben. Tatsächlich ist sie zum jetzigen Zeitpunkt aber komplett anders. Bisher ist US-Investoren und -Unternehmen nur untersagt, in die nun auf der schwarzen Liste befindlichen Unternehmen zu investieren. Xiaomi kann auch weiterhin auf US-Technologien zugreifen und muss sich zumindest jetzt noch keine Sorgen um die Google-Lizenz machen. Es wäre zudem denkbar, dass die neue US-Regierung, die in wenigen Tagen die Macht übernimmt, Xiaomi von der schwarzen Liste holt. GIGA wird euch auf dem Laufenden halten, wie sich die Situation entwickelt.