Masken sind derzeit nicht überall zu bekommen, weshalb sich manche findige Bastler nun daran machen, selbst welche herzustellen. Wissenschaftler zeigen nun, welches Material sich dazu am besten eignet. Die Ergebnisse sind überraschend, aber eine große Drogerie-Kette warnt jetzt. 

 

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Update, 27.04.2020: In allen Bundesländern gilt mittlerweile eine Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Dabei warnt die Drogeriekette dm jetzt davor, Staubsaugerbeutel als Material für einen selbstgebastelten Mund-Nasen-Schutz zu verwenden. Das Material könne Stoffe enthalten, die bei einem direkten Eindringen in die Atemwege gesundheitsschädlich sein können, heißt es in einer Pressemitteilung. Wer nicht basteln will, kann sich bei diversen Anbietern eine eigene Stoffmaske bestellen, die auch waschbar ist – bei meinfoto.de gibt es Modelle mit eigenem Design bereits ab 5 Euro.

Originalartikel: 

Diese Materialien eignen sich für Masken besser

Nach langem Zögern setzt sich auch hierzulande immer öfter die Erkenntnis durch, dass eine Mundschutzmaske in Zeiten eines grassierenden Virus vielleicht nicht die schlechteste aller Lösungen darstellt. Da Masken für den eigenen Schutz aber derzeit oft vergriffen sind – oder Mondpreise verlangt werden – fragen sich viele Interessierte, ob sich die Masken nicht auch selbst herstellen lassen. Im Idealfall natürlich mit Materialien, die man ohnehin zu Hause hat.

Nun haben sich Wissenschaftler der Cambridge University der Sache angenommen und genau untersucht, welches Material den effektivsten Schutz bietet. Dazu wurden verschiedene Bazillen und Viren auf unterschiedliche Dinge geschossen, die jeder im Haushalt zur Verfügung hat – darunter Staubsaugerbeutel, Handtücher und T-Shirts. Verglichen wurden die Ergebnisse dann mit chirurgischen Masken (OP-Maske), die im Test der Wissenschaftler eine Effektivität zwischen 89 und 97 Prozent aufwies, je nach Größe der Viren.

Die Ergebnisse im Überblick:

Überraschenderweise sind Staubsaugerbeutel tatsächlich das sicherste Hausmittel mit einer Abwehr von 86 Prozent. Von einer Nutzung wird aber dennoch abgeraten, siehe unten. Mit deutlichem Abstand auf dem zweiten Rang ist dann das Geschirrtuch zu finden, gefolgt von einem T-Shirt aus einer Baumwollmischung und einem antibakteriellen Bezug für Kopfkissen. Besteht das T-Shirt hingegen zu 100 Prozent aus Baumwolle, liegt der Schutz nur noch bei 51 Prozent. Noch schlechter sieht es bei einem Schal aus, der nur 49 Prozent der Partikel abwehren kann.

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Doppelte Lagen als doppelter Schutz?

Untersucht wurde auch die Frage, ob eine zweite Lage an T-Shirts und Kopfkissenbezügen einen besseren Schutz vor Viren bieten kann. Hier sehen die Ergebnisse je nach Material sehr unterschiedlich aus:

Interessanterweise macht es keinen Unterschied, ob man nun zwei OP-Masken oder zwei Lagen Geschirrtuch überzieht. In beiden Fällen lag die Abwehr der Partikel bei starken 97 Prozent, was beim Geschirrtuch einen Anstieg von 14 Prozent bedeutet. Deutlich geringer und quasi vernachlässigbar sind da die Unterschiede bei T-Shirts und Kopfkissenbezügen. Hier können zwei Lagen nur einen leicht verbesserten Schutz von 1 bis 2 Prozent ausmachen.

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Wissenschaftler empfehlen Bezüge und T-Shirts

Obwohl Staubsaugerbeutel und Geschirrtücher den besten Schutz bieten, raten die Wissenschaftler der Cambridge University dennoch vor einer Nutzung ab. Nicht nur der eigentliche Schutz sei ein wichtiges Merkmal, sondern auch die Atmungsaktivität. Hier schneiden die Spitzenreiter deutlich schlechter ab als der Kissenbezug und das T-Shirt aus 100 Prozent Baumwolle. Sollte also keine Atemschutzmaske zur Verfügung stehen, sind diese Materialien die besten Alternativen.