Die Stiftung Warentest hat sich mit einer eindringlichen Warnung an Kunden des „Smart Kid Belt“ gewandt. Dieser Gurt sei keinesfalls intelligent, sondern stelle eine echte Gefahr für Kinder dar. Ein Video zeigt, warum der Gurt kein Ersatz für einen Kindersitz im Auto ist.

 

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Stiftung Warentest: Dieser Gurt kann gefährlich sein

Kinder müssen im Auto nicht nur angeschnallt sein, sondern auch in einem Kindersitz Platz nehmen. Was gesetzlich klar geregelt ist, kommt nach wie vor nicht bei allen Eltern an. Manche setzen stattdessen auf einen besonderen Gurt, der nach Angaben der Hersteller genauso sicher sein soll wie ein teurer Kindersitz. Die Stiftung Warentest hat sich der Sache angenommen – und ein sehr eindeutiges Urteil gefällt.

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Der untersuchte „Smart Kid Belt“ des polnischen Anbieters Smart Kid S.A. sei keinesfalls ein Ersatz für einen Kindersitz, so das Fazit der Tester. Unabhängig davon, ob er eine Zulassung bekommen hat oder nicht, stellt das Gurtsystem eine Gefahr für Kinder dar. Die seien bei einem Unfall nicht weniger geschützt als bei einem ganz normalen Gurt. Ganz im Gegenteil gibt es laut Stiftung Warentest ein „erhebliches Verletzungsrisiko“.

Bei einem mit Dummys durchgeführten Test mit Frontalaufprall wurde festgestellt, dass sich der „Smart Kid Belt“ tief in den Bauch schnitt. Dies könne schwerste innere Verletzungen verursachen, die bei einem herkömmlichen Gurt ebenfalls vorkommen – wenn sich Kinder nicht in einem Kindersitz befinden.

Das Video der Stiftung Warentest zeigt, wie gefährlich der Gurt sein kann:

Smarter Gurt: Hersteller kann Probleme nicht nachvollziehen

Mit den Testergebnissen konfrontiert, zeigte sich der Anbieter Smart Kid S.A. uneinsichtig. Die Ergebnisse sind für ihn „nicht nachvollziehbar“. Stattdessen wird darauf verweisen, dass der Gurt eine EU-weite Zulassung bekommen hat. Auf eine mögliche Rückrufaktion angesprochen gab der Hersteller keine Antwort.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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