Apple hat eins, Samsung ist fleißig am Aufbau und nun springt auch Google auf den Zug auf. Der Trend in der Technik-Welt zeigt in eine Richtung. Ausgerechnet ein erfolgreicher chinesischer Hersteller könnte dabei auf der Strecke bleiben: Xiaomi.

 
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Ein Kommentar von Kaan Gürayer

Ausstattung, Design und natürlich der Preis: Die Klassiker in der Kaufentscheidung haben auch heute noch ihren Platz. Wer sich aktuell aber für ein neues Smartphone, In-Ear-Kopfhörer oder eine Smartwatch entscheidet, schaut immer öfter auch auf das Ökosystem dahinter. Passt die Neuanschaffung zu den bestehenden Geräten? Kunden erwarten heutzutage, dass sich ihre Technik nahtlos miteinander vernetzt und zusammenarbeitet – eben wie in einem Ökosystem.

Xiaomi hat im Ökosystem-Wettstreit wenig zu bieten

Apple ist hier seit Jahren der Goldstandard und nach einem Stotterstart ist auch Samsung mittlerweile fleißig dabei, ein Ökosystem mit seinen Elektronikgeräten zu schaffen. Die I/O 2022 hat kürzlich gezeigt, dass auch Google verstanden hat, wohin die Reise geht. Der Suchmaschinenanbieter hat ein echtes Produktfeuerwerk gezündet und bietet unter seiner Pixel-Marke bald alles für den mobilen Lifestyle an: Vom Handy über die Smartwatch bis hin zu passenden Kopfhörern und Tablets. Ein ganz Großer der Branche fehlt hier allerdings: Xiaomi.

Im kommenden Ökosystem-Wettstreit haben die Chinesen überraschend wenig zu bieten.

Ein Tablet auf Flaggschiff-Niveau? Fehlt.
Eine Smartwatch auf Flaggschiff-Niveau? Fehlt.
In-Ear-Kopfhörer auf Flaggschiff-Niveau? Fehlt.

Ebenso mangelt es Xiaomi an einer konsistenten und vernetzten Software-Experience, die mehrere Gerätekategorien umspannt. iPhone, iPad und Apple Watch arbeiten Hand in Hand und ergänzen sich perfekt. Ähnlich gut funktioniert das Zusammenspiel mittlerweile mit Samsung-Geräten und mit Pixel Watch, Pixel Buds und Pixel Tablet usw. geht Google nun auch diesen Weg.

Zuletzt wurden das Xiaomi 12 und Xiaomi 12 X vorgestellt:

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Hat Xiaomi überhaupt ein Interesse an einem Ökosystem?

Wer hingegen bei Xiaomi nach einem Ökosystem sucht, findet nur gähnende Leere. Schlimmer noch: Der Elektronikhersteller scheint nicht mal ein Interesse daran zu haben, ein für Kunden nachvollziehbares und attraktives Mobil-Ökosystem zu schaffen. Anders sind die vielen Smartphones, die gefühlt im Wochentakt mit immer verwirrenderen Bezeichnungen auf den Markt geworfen werden, kaum mehr zu erklären.

Mit dieser „Viel hilft viel“-Strategie hat Xiaomi bislang noch Erfolg. Die spannende Frage wird sein, ob das in Zukunft so bleibt.