Die Mozilla Foundation hat mithilfe von Nutzerdaten YouTubes Algorithmen für Video-Vorschläge genau unter die Lupe genommen. YouTube kommt dabei alles andere als gut weg. Es werden „verstörende und hasserfüllte“ Videos empfohlen, die gegen die eigenen Richtlinien verstoßen, so das Fazit.

 

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YouTube: Algorithmus empfiehlt „umstrittene“ Videos

YouTubes Video-Empfehlungen stehen schon länger in der Kritik. Google als Betreiber der Plattform wird vorgeworfen, Nutzer nicht selten Inhalte zu empfehlen, die im Laufe der Zeit immer extremer werden. Nun hat sich die Mozilla Foundation genauer mit dem Thema befasst. Nutzer haben über „Datenspenden“ einen Zugriff auf vorgeschlagene Videos gegeben, die nun analysiert wurden.

Das Fazit der Untersuchung ist eindeutig. YouTubes Algorithmen empfehlen mitunter „verstörende und hasserfüllte“ Videos. Diese haben thematisch zumindest teilweise gar nichts mit den zuvor angesehenen Videos zu tun. Die Spannbreite ist dabei groß und reicht von Falschinformationen rund um das Coronavirus bis hin zu „unangebrachten“ Cartoons, die sich zwar visuell, aber nicht inhaltlich an Kinder richten.

Ein interessantes Detail der Untersuchung der Mozilla Foundation betrifft die globale Verteilung. In Ländern, in denen Englisch nicht Verkehrssprache ist, empfiehlt der Algorithmus von YouTube häufiger „umstrittene“ Videos. Mittlerweile hat YouTube etwa 200 der untersuchten Videos entfernt, die zusammen auf rund 160 Millionen Aufrufe kamen (Quelle: Mozilla).

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Mozilla: YouTube schadet Menschen

„YouTube muss zugeben, dass sein Algorithmus so konzipiert ist, dass er den Menschen schadet und sie falsch informiert“, meint Brandi Geurkink von Mozilla. „Unsere Untersuchungen bestätigen, dass YouTube Videos, die gegen die eigenen Richtlinien verstoßen, nicht nur hostet, sondern aktiv empfiehlt. Wir wissen jetzt auch, dass Menschen in nicht-englischsprachigen Ländern am ehesten unter dem außer Kontrolle geratenen Empfehlungs-Algorithmus von YouTube zu leiden haben.“