Trackmania Turbo im Test: Rasanter Rennspaß für Zwischendurch

Marvin Fuhrmann 3

Trackmania Turbo drückt das Gaspedal bis zum Boden. Im Test sagen wir euch, was der neue Arcade-Racer zu bieten hat, wie viel Spaß die Achterbahn-Strecken machen und wie hoch der Couch-Koop-Faktor des Mehrspieler-Modus wirklich ist.

TrackMania Turbo: Trailer zur Release-Ankündigung.

Drei… Zwei… Eins… Go! Der Helikopter klinkt den Rennboliden aus der Verankerung aus. Mit enormer Geschwindigkeit rast er auf den Boden zu, schnellt über die Rampe und ist schon auf dem Weg zum ersten Checkpoint. Die Haarnadelkurve dahinter ist tückisch. Nur nicht zu viel lenken. Wo kommt den jetzt dieser Betonpfeiler her?! Dann der Crash. Verdammt. Zurücksetzen! Alles auf Anfang. Trois… Deux… Un… Go!

So ungefähr hat sich das vergangene Wochenende in meinen vier Wänden abgespielt. Ich durfte Trackmania Turbo auf der PS4 testen und den brennenden Asphalt mit reichlich Gummi verzieren. Im Test sage ich euch, was Nadeo und Ubisoft mit dem neuen Teil der Reihe geschaffen haben, welche neuen Modi euch erwarten und ob sich der Umstieg von den „alten“ Trackmania-Ablegern überhaupt lohnt.

Was ist Trackmania? Für diejenigen, denen Trackmania so überhaupt nichts sagt: Bei der Serie handelt es sich um ein Arcade-Rennspiel. Statt gegen andere Fahrer anzutreten, wird hier gegen die Zeit gefahren. Andere Spieler und Bestzeiten der abgefahrenen Strecken werden nur als Geister dargestellt, die neben (oder je nach Skill: vor und hinter) dem eigenen Auto lang fahren. Das ist ähnlich wie beispielsweise bei Trials. Und das war im Grunde auch schon alles, was der Laie zu Trackmania wissen muss.

Gameplay aus Trackmania Turbo*

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Bei Trackmania Turbo kann sich wirklich jeder in wenigen Minuten mit der Steuerung vertraut machen und schon die ersten Rekorde auf den Anfängerkursen ergattern. Wer sich wirklich die beste Position auf dem Track holen will, muss bis dahin aber noch so einiges über die Steuerung der Rennboliden verinnerlichen. Trackmania Turbo ist, genau wie die Vorgänger, ein Spiel, das eine angenehme Lernkurve mit sich bringt. Das motiviert enorm.

Und diese Motivation ist auch nötig. Schließlich wollen allein in der Kampagne 200 Strecken erobert werden. Dabei geht es in vier unterschiedlichen Arealen (Canyon Grand Drift, Down & Dirty Valley, Achterbahn Lagoon und International Stadium) zur Sache. Jeder der vier Abschnitte bringt zudem einen eigenen Flitzer mit sich. So müsst ihr euch nicht nur auf das Gelände, sondern auch auf die Steuerung der Autos einstellen. Das sollte euch besonders in den ersten Spielstunden beschäftigen. Bis zu dem Punkt, an dem es endlich Klick macht und die Steuerung in Fleisch und Blut übergeht.

Ist diese wichtige Grundlage geschaffen und das erste Selbstvertrauen aufgebaut, geht es heraus aus der Kampagne und hinein in die wilde Online-Welt von Trackmania Turbo. Hier tummeln sich die besten Fahrer der Region, die sich die Bestzeiten nur so um die Ohren zu hauen. Die Runden sind kurz, intensiv und spannend bis zur letzten Sekunde. Leider sind sie aber auch genauso hektisch und unübersichtlich, wenn circa 60 Spieler zugleich am Startpunkt ihre Flitzer in Bewegung setzen. Aber das war schon immer ein Problem der Reihe, schließlich bringt das die Geisterfahrer-Idee von Natur aus mit sich.

Trackmania Turbo ist deshalb bei weitem kein Spiel für mehrere aneinandergereihte Stunden. Trackmania ist eher etwas fürs schnelle Zocken zwischendurch. Auf Dauer würden die knalligen Farben und das enorme Geschwindigkeitsgefühl einfach überfordern.

An dieses schnelle Spielen ist Trackmania aber auch angepasst: Die Offline-Runden dauern nur wenige Sekunden und selbst im Online-Modus seid ihr nie mehr als fünf Minuten auf einer Strecke. Das ist eine schöne Abwechslung zwischen elend langen MMOs und dem neuen Singleplayer-Hit. Hier steht nur eins im Vordergrund: Rasanter und kurzweiliger Spaß!

Bis die Ohren und Finger bluten

Leider muss sich der Arcade-Racer vor allem technisch erneut hinter den Genre-Kollegen einreihen. Im Gegensatz zu den hauseigenen Vorgängern sind schon deutliche Fortschritte zu sehen. Abseits der Strecke gibt es beispielsweise endlich viel mehr Details zu sehen. Dennoch stören lange Ladezeiten, flirrende Kanten und die vergleichsweise angestaubte Optik etwas. Letztere fällt während der Rennen nicht unbedingt ins Auge. Bleibt das Bild aber mal einen Moment ruhig, werden die Schwächen schnell sichtbar.

Auch der unsägliche Soundtrack weiß nicht wirklich zu gefallen. Ich erinnere mich an glorreiche Zeiten mit Flatout 2, als Fall Out Boy und Rise Against aus den Boxen dröhnten. In Trackmania Turbo muss ich mich leider dem ewig gleichen Techno-Gedudel geschlagen geben. Ein wenig mehr Vielfalt wäre für mich als eingefleischten Rock-Fan doch sehr angenehm gewesen - wobei das natürlich auch eine klare Geschmacksfrage ist.

Deutlich mehr Abwechslung gibt es bei Trackmania Turbo im lokalen Mehrspieler-Modus. Hier gibt es neben den bekannten Modi Hotseat und Splitscreen nun auch den Double-Driver-Modus. In diesem steuern zwei Spieler einen Rennboliden über die Strecke. Die Eingaben beider Spieler werden berücksichtigt. Steuert einer nach links und der andere nach rechts, bleibt die Karre schnurgerade. Dieser Modus ist mein persönliches Highlight. Schon eine Session mit einem Freund hat so viel Spaß gemacht, dass ich mich in die gute alte Zeit des lokalen Couch-Koops zurückversetzt gefühlt habe. Herrliche Nostalgie.

Eigene Strecken ohne Ende

Trackmania Turbo bringt nicht nur vorgefertigte Strecken der Entwickler mit, sondern hat auch einen umfangreichen Editor im Gepäck. Hier basteln kreative Köpfe unfassbar schwierige Strecken, die ihr allesamt über den Online-Modus spielen könnt. Einziges Manko: Im Online-Koop muss auch der zweite Spieler einen entsprechenden Account auf der Konsole (in meinem Fall beim PSN) haben. Adieu, du schöner Couch-Koop, von dem ich eben noch so positiv sprach. Das alles bleibt aber Meckern auf hohem Niveau. Immerhin ergeben sich mit dem Editor schier unendliche Möglichkeiten. Habt ihr keine Lust, ewig an einer Strecke zu bauen, oder sind die Tracks der anderen Spieler zu schwer? Dann kann das Spiel anhand einiger Vorgaben einen zufälligen Parcours bauen. Das kann zu sehr interessanten Strecken-Kombinationen führen.

Natürlich stellt sich unterm Strich die Frage, ob Trackmania Turbo auch für diejenigen interessant ist, die bereits ihre Runden in den alten Teilen gedreht haben. Die Antwort darauf lautet: Ja! Trotz der kleinen Schwächen ist Trackmania Turbo ein waschechter Ableger der Reihe und wird euch immer wieder für kurze Spiel-Sessions ans Gamepad fesseln. Der Vorgänger hat mittlerweile auch seine Jährchen auf dem Buckel und bietet nur noch wenig Raum zur Verbesserung der Bestzeiten. Mit Trackmania Turbo kommen endlich neue Strecken und die Herausforderung, die Weltranglisten nach oben zu klettern.

Also dann: Three… Two… One… GO!

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