Dragon Quest Builders 2 im Test: Hämmert sich dir ins Herz

Christopher Bahner 2

Dragon Quest Builders 2 ist besser als Minecraft!!!!11 Jetzt hab ich es gesagt, ich fühle mich so erleichtert, dass die Wahrheit endlich raus ist. Zumindest bei mir trifft die Mischung aus freiem Bauen und Story getriebenen Missionen genau den Nerv und verbessert den schon sehr guten ersten Teil in fast allen Aspekten.

Wenn die Bewohner der Welt von Dragon Quest Builders 2 aufs Klo gehen, dann kommt dabei „Nachterde“ heraus, die ihr zum Weiterverarbeiten einsammeln könnt. Knuffig, oder? Dies ist nur eines von vielen Details, bei denen ich im Spielverlauf immer wieder schmunzeln musste. Ich bin der Erbauer und darf wie schon im ersten Teil mit meinen architektonischen Meisterwerken wieder Freude ins Leben der liebenswerten Einwohner der Spielwelt bringen.

Die ersten Minuten Gameplay von Dragon Quest Builders 2 siehst du im folgenden Video:

Dragon Quest Builders 2: Der Anfang des Spiels im Video!

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Inselhopping statt Basisbau

Die Struktur des Spielverlaufs hat sich im zweiten Teil gehörig geändert. In Dragon Quest Builders hast du noch in festgelegten Grenzen deine Basis in verschiedenen Kapiteln mit verschiedenen Biomen aufgebaut. War ein Kapitel beendet, konnte aber nicht zum vorherigen Biom zurückgekehrt werden.

In Dragon Quest Builders 2 ist dies so viel besser gelöst. Du erstellst dir einen Charakter und startest auf deiner eigenen Insel, die du im Verlauf immer weiter bebauen darfst. Die Story führt dich wiederum auf verschiedene Inseln, bei denen du neue NPCs und Biome kennen lernst. In Grünfeld etwa wird Landwirtschaft betrieben, während es in Hammerholm runter in die Minen geht, um wertvolle Mineralien abzubauen. Zu späteren Zeitpunkten darf zudem jederzeit zu jeder Insel zurückgekehrt werden.

Durch Fortschritte in der Story werden neue Anleitungen, Baupläne und Materialien freigeschaltet, die auf der Hauptinsel zum Bau des ganz eigenen Reichs verwendet werden dürfen. Nachteil ist hier, dass nicht von Anfang an alle Materialien freigeschaltet sind, da diese an die Geschichten auf den einzelnen Inseln gebunden sind. Vorteil ist wiederum, dass du dich immer entscheiden kannst, ob du weiter der Story folgst oder dich auf deiner Insel austobst.

Dragon Quest Builders 2 gelingt hier einmal mehr der gekonnte Spagat zwischen spielerischer Freiheit und geführtem Spielverlauf. Denn auch auf der eigenen Insel gibt es zusätzlich die sogenannten Tafelziele, die den Weg etwas vorgeben, wenn man sich ob der kreativen Vielfalt an Möglichkeiten etwas erschlagen fühlt. Missionen à la „Baue 3 Räume“ oder „Lege 15 Gewässer an“ helfen bei der Gestaltung und belohnen mit weiteren Freischaltungen.

Sinnvolle Verbesserungen statt Stillstand

Im Detail wurde im Vergleich zum ersten Teil an vielen verschiedenen Stellschrauben gedreht und neue Features hinzugefügt, um die Spielbarkeit zu verbessern. Einige Beispiele gefällig?

  • Endlich darf gesprintet werden! Dem langsamen Gelaufe konnte im ersten Teil nur mit freischaltbarer Ausrüstung entgegengewirkt werden. Nun gibt es eine Ausdauerleiste, die sich durch Stufenaufstiege zudem verlängern lässt.
  • Dank freischaltbaren Schnellreisepunkten darf zudem zu jeder Zeit, egal wo du bist, an bereits besuchte Orte gesprungen werden.
  • Du bist nicht mehr alleine unterwegs. Ab Spielbeginn steht dir der kämpferische Hitzkopf Malroth zur Seite, der im Kampf unterstützt und zudem Materialien einsammelt.

DQB 2 ist zudem ein echtes Spielzeit-Monster. Allein die Story, durch die man sich im Verlauf alle möglichen neuen Anleitungen freischaltet und die auch als großes Tutorial für das freie Bauen später dient, beschäftigt gut und gerne für 60-80 Stunden. Zudem steckt die Spielwelt voller Geheimnisse mit einzigartigen Gegenständen, Rätseln und besonders starken Monstern. Erkundung abseits des Hauptweges lohnt sich hier also noch mehr als im Vorgänger.

Dragon Quest 11 noch nicht gespielt? Dann musst du das unbedingt nachholen! *

Koop-Spaß statt Einsamkeit

Im ersten Teil schmerzlich vermisst, liefert der Nachfolger nun endlich den ersehnten Koop-Modus nach. Dieser funktioniert im Prinzip genau wie der Einzelspieler-Modus mit dem Unterschied, dass du bis zu drei weitere Spieler in eine Online-Version deiner Spielwelt einladen kannst, um gemeinsam große Bauwerke zu errichten. Alternativ betrittst du über ein Portal die Spielwelt anderer Erbauer.

Es dauert allerdings eine ganze Weile, bis du den Koop und Mehrspieler-Modus freischalten kannst. Erst nach rund 5-10 Stunden und Abschluss der ersten Story-Insel wird dieses Feature freigeschaltet.

Hinweis: In diesem Test kann ich noch keinen ausführlichen Eindruck zum Koop-Modus geben, da ich ihn noch nicht ausreichend antesten konnte.

Kleine Macken statt Perfektionismus

Auch wenn vieles eitel Sonnenschein im Erbauer-Paradies ist, bin ich im Spielverlauf doch über einige Dinge gestolpert. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht allzu sehr über die grafische Präsentation auslassen, aber sicherlich könnte das Spiel hier weitaus besser aussehen. Gefühlt hat sich optisch nämlich seit dem ersten Teil kaum etwas getan. Als zweckmäßig lässt sich die Grafik wohl am besten beschreiben.

Hinzu kommt der etwas zähe Einstieg und die wirklich, wirklich, WIRKLICH vielen Dialog-Fenster im Spielverlauf. Wenn du hauptsächlich der Story folgst, kannst du teilweise keine paar Meter gehen oder einen Block platzieren, ohne das ein NPC das entsprechend kommentiert und der Spielfluss merklich unterbrochen wird. Wie bei Dragon-Quest-Spielen (außer Dragon Quest 11) gewohnt, gibt es keine Sprachausgabe und nach vielen Dialogen, die nicht wirklich gehaltvoll waren, habe ich mich dabei erwischt, wie ich diese im späteren Spielverlauf nur noch überflogen und weggeklickt habe.

Und wer kam eigentlich auf die Idee, Aktionen wie „Reden“, „Öffnen“ und „Werkzeug wechseln“ auf eine einzige Taste zu legen? Bei dem ganzen Gewusel von NPCs passierte es mir im Spielverlauf immer wieder, dass ich die falsche Aktion ausführte.

Zum Schluss noch ein Wort zum Kampfsystem: Dafür, dass man relativ viele Kämpfe im Spiel gegen Monsterhorden führt, ist dieses auf ein Minimum reduziert. Es gibt nur eine Angriffstaste und ein paar Spezialaktionen, die erst später freigeschaltet werden. Du kannst dir zwar Schilde bauen, aber nicht damit blocken. Somit verkommen die Kämpfe zu einem einzigen Button mashing mit zwischenzeitlichem Ausweichen, für das es aber auch keine Taste gibt. Einzig die Bosskämpfe bieten hier Abwechslung und erfordern etwas Taktik.

Test-Fazit und Wertung: Dragon Quest Builders 2 statt Minecraft

Mir hat seinerzeit schon Dragon Quest Builders sehr gut gefallen, allerdings habe ich es nie durchgespielt, da mir der Spielverlauf irgendwann zu repetitiv war. Vom zweiten Teil kann ich hingegen nicht genug bekommen. Die Flexibilität im Spielverlauf geht voll auf. Ich kann nach Belieben der Story folgen, optionale Inseln besuchen oder meine eigene Insel weiter bebauen. Wenn ich dabei Führung benötige, kann ich mich immer an den Tafelzielen orientieren oder meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Die farbenfrohe Spielwelt mit ihren drolligen Charakteren und kleinen Geschichten versprüht zudem einen Charme, den ich im großen Vorbild Minecraft vermisse. Auch wenn die Dialoge hier mitunter zu ausschweifend und redundant sind, wachsen einem die Einwohner ans Herz und dadurch, dass man sie sogar auf die eigene Insel mitnehmen darf, um ihnen ihr eigenes Heim zu errichten, bleibt die Spielwelt umso lebendiger.

Sofern du schon mit dem ersten Teil Spaß hattest, führt eigentlich kein Weg an Dragon Quest Builders 2 vorbei. Ich muss jetzt an dieser Stelle auch aufhören, denn mir kommt gerade eine Bauidee für meine Insel, die ich dringend umsetzen muss. Der Release von Dragon Quest Builders 2 erfolgt übrigens am 12. Juli 2019 für PlayStation 4 und Nintendo Switch.

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