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Lenovo Yoga Book 9i im Alltagstest: Eine komplett andere Laptop-Welt

Das Lenovo Yoga Book 9i ist bisher ungewöhnlichste Laptop, das ich im Alltagstest nutzen konnte. (© GIGA)
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Zu Beginn des Jahres hat Lenovo mit dem Yoga Book 9i ein Laptop vorgestellt, das mit den zwei Displays und viel Zubehör meine Aufmerksamkeit erregt hat. Nach einer längeren Wartezeit auf ein Testgerät konnte ich das einzigartige Gerät nun ausführlich im Alltag ausprobieren. Zumindest auf dem Schreibtisch hat es mich wirklich überzeugt.

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Lenovo Yoga Book 9i im Test: Fazit

Das Lenovo Yoga Book 9i hat mich besonders auf dem Schreibtisch mit dem Dual-Display-Konzept sehr überzeugt. Ich kann das Gerät aufstellen und so deutlich besser damit arbeiten als mit einem klassischen Laptop. Zwei Bildschirme schaffen auch deutlich mehr Freiheit beim Multitasking. Mit dem Stift lassen sich zudem handschriftliche Eingaben sehr einfach umsetzen.

Unterwegs hat mich das Lenovo Yoga Book 9i nicht so gut als Laptop überzeugt. Während die beiden Bildschirme auf dem Schreibtisch ein Vorteil sind, ist der untere Bildschirm als Tastaturersatz nicht wirklich optimal. Die aufsteckbare Tastatur funktioniert zwar gut, doch sie muss immer wieder ausgepackt, verbunden und dann wieder eingepackt werden. Ich wüsste aber auch nicht, wie man das besser lösen könnte. Man geht auf jeden Fall immer dann einen Kompromiss ein, wenn man wirklich mit seinem Laptop auf dem Schoß arbeiten möchte und keinen stabilen Untergrund hat.

Zum Preis von 2.500 Euro bekommt ihr ein einzigartiges Gerät, dass euch eine neue Laptop-Welt erschließen kann, wenn ihr das zulasst. Ich hatte unglaublich viel Spaß mit dem Laptop. Beispielsweise beim Arbeiten an meinem Schreibtisch mit dem hohen Display, beim Schauen von YouTube-Videos während des Kochens in der Küche im Zelt-Modus oder auf der Couch als Tablet mit komplett umgeklapptem Display. Nur als reines Laptop unterwegs würde ich weiterhin mein MacBook Air bevorzugen. Damit arbeite ich aber auch nur. Für den Rest nutze ich meist mein Handy oder Tablet.

Vorteile:

  • Zwei OLED-Display
  • Hohe Leistung
  • Leise
  • Stift-Ständer und Tastatur dabei
  • Hochwertig
  • 3D-Kamera zur Anmeldung

Nachteile:

  • Touchscreen-Tastatur
  • Etwas fummelig

Viel Zubehör im Lieferumfang

Das Lenovo Yoga Book 9i kommt mit Stift, Tastatur und einem Standfuß. (Bildquelle: GIGA)

Wenn ihr euch ein normales Laptop kauft, dann ist meist das Gerät an sich mit dabei und höchstens noch das Netzteil. Beim Lenovo Yoga Book 9i sieht das anders aus. Das Gerät kommt in einem Karton an, in dem sich viele weitere Kartons mit Zubehör befinden. Neben dem Yoga Book 9i an sich bekommt ihr das kompakte Netzteil, einen Stift, eine Tastatur und eine Hülle für die Tastatur, die gleichzeitig als Halterung für das Laptop genutzt wird.

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Es hat mich schon einige Minuten gekostet, um herauszufinden, wie genau alles zusammengehört und wie ich das Yoga Book 9i in die Hülle stelle. Von selbst erklärt sich das in jedem Fall nicht. Da finde ich eine fest verbaute Lösung wie beim Surface Book definitiv besser. Außerdem fand ich es schade, dass zwar die Hülle für die Tastatur dabei ist, aber keine Hülle für das Laptop an sich.

Extrem viele Möglichkeiten

Lenovo Yoga Book 9i vorgestellt

Das Yoga Book 9i ist aber kein normales Laptop. Es besitzt zwei Bildschirme und ein 360-Grad-Scharnier. Es kann also als klassisches Laptop benutzt werden, muss es aber nicht. Ihr könnt den Bildschirm komplett umklappen und bekommt ein Tablet. Oder ihr stellt es wie ein Zelt auf und könnt auf beiden Seiten etwas betrachten. Multitasking wird viel einfacher, wenn ihr es wie ein Buch haltet. Am interessantesten fand ich aber den „Desktop-Modus“. Der hat für mich eine komplett neue Arbeitswelt eröffnet.

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In diesem Modus nutzt ihr die Hülle als Standfuß und klappt das Yoga Book 9i fast komplett auf. So erzeugt ihr einen doppelten Bildschirm (siehe Titelbild), der sich perfekt zum Arbeiten eignet. Ich habe damit tatsächlich in meinem Arbeitsalltag gearbeitet und empfand diesen doppelten Bildschirm an meinem Schreibtisch als großen Vorteil. Ich könnte mir gut vorstellen, allein damit zu arbeiten. Ihr braucht dann nur noch eine Maus, denn der Griff zum Touchscreen ist etwas mühselig.

Praktisch ist in jedem Fall auch der Stift. Dieser kann aber leider nicht im Gehäuse verstaut werden, sondern nur in einer Lasche an der Hülle für die Tastatur. Da man die Tastatur aber nicht immer dabei hat, muss man sich für den Stift etwas anderes überlegen. Ich habe meist darauf verzichtet. Die Eingabe mit Fingern war unter Windows 11 ziemlich präzise.

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Tastatur ist Fluch und Segen

Die Lösung mit der Tastatur des Lenovo Yoga Book 9i hat mich nicht vollkommen überzeugt. (Bildquelle: GIGA)

Die Tastatur legt Lenovo direkt in den Lieferumfang, denn sie erfüllt einen wichtigen Zweck. Wollt ihr nämlich nicht auf dem Touchscreen tippen, dann könnt ihr die Tastatur einfach aufs Display legen und diese nutzen. Sie wird automatisch erkannt. Auf dem übrigen Display wird ein Touchpad eingeblendet. Das ist ganz praktisch, denn so wird das Yoga Book 9i zum normalen Laptop.

Mich hat aber sehr gestört, dass ich die Tastatur immer wieder abnehmen musste, wenn ich das Laptop für den Transport zusammengeklappt habe. Außerdem findet die Verbindung per Bluetooth statt. Ich muss die Tastatur also regelmäßig aufladen, wenn ich sie verwenden möchte. Da hätte ich mir eine etwas andere Lösung gewünscht.

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Grundsätzlich mochte ich die Tastatur aber. Es lies sich angenehm auf ihr tippen, auch wenn der doppelte Aufbau aus Laptop und der Tastatur darauf etwas dick ausfällt. Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt.

Die zwei Displays

Die beiden Bildschirme des Lenovo Yoga Book 9i machen oft Spaß. (Bildquelle: GIGA)

Das Yoga Book 9i ist schon ein sehr spezielles Laptop. Es besitzt zwei Displays und kann so deutlich mehr Inhalt anzeigen. Das kennt man so eher vom Schreibtisch mit zwei Monitoren. Genau das wird hier einfach mobil möglich. Ihr könnt beispielsweise einem Meeting folgen und dabei Notizen auf dem anderen Bildschirm mit dem Stift machen. Oder im Netz surfen, gleichzeitig ein Video laufen lassen und über WhatsApp chatten. Es ist einfach deutlich mehr möglich.

Alles, was sich per Touchscreen gut bedienen lässt, macht auf dem Yoga Book 9i einfach noch mehr Spaß. Und selbst wenn es an Programme wie für Bildbearbeitung geht, dann kommt der Stift zum Einsatz und es lässt sich dadurch vieles einfacher bedienen.

Nur wenn es ans Tippen auf dem Touchscreen geht, dann ist das Yoga Book 9i im Vergleich zu einem klassischen Laptop im Nachteil. In dem Fall muss die physische Tastatur her. Und die ist halt nicht immer griffbereit, weil sie irgendwo in der Hülle herumliegt.

Für mich persönlich sind die zwei Displays in erster Linie auf dem Schreibtisch beim Arbeiten ein großer Vorteil. Mobil lässt sich so eine echt starke Workstation aufbauen, mit der man alles machen kann. Dazu muss der Untergrund aber geeignet sein. Für den Schoß ist die Konstruktion mit der faltbaren Hülle eher nicht geeignet. Vermutlich wird es durch den hohen Schwerpunkt auch im Zug schwer, die beiden Displays im Hochformat anständig zu nutzen.

Die Darstellung der zwei OLED-Panel würde ich als sehr gut bezeichnen. Sie messen jeweils 13,3 Zoll in der Diagonale, lösen mit 2.880 x 1.800 Pixeln auf und sind 400 cd/m² hell. Es wird aber auch noch ein HDR500-Modus unterstützt. Im Freien ließen sich die Displays auch bei Sonnenlicht anständig ablesen. Man muss aber schon sehr viel putzen, um die Fingerabdrücke nicht ständig zu sehen. Außerdem spiegeln die Oberflächen je nach Winkel doch recht stark. Gewünscht hätte ich mir noch 90 oder 120 Hz, statt 60 Hz. Dann wäre die Bedienung noch flüssiger.

Leistung satt

Die Leistung des Lenovo Yoga Book 9i ist für den Alltag absolut ausreichend. (Bildquelle: GIGA)

An Leistung und Speicher für den Alltag und zum Arbeiten mangelt es dem Yoga Book 9i nicht. Wir haben das Topmodell zum Test erhalten. Wobei sich die beiden Konfigurationen nur bei der SSD unterscheiden. Unser Modell hat 1 TB internen Speicher. Das „kleinere“ Modell muss mit 512 GB auskommen. Ansonsten gibts immer den Intel Core i7-1355U und 16 GB RAM. Es lässt sich auch nicht mehr Arbeitsspeicher konfigurieren. Da hätte ich mir auf lange Sicht 32 GB zumindest als Option gewünscht.

Der interne Speicher lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Aber es sind insgesamt drei Thunderbolt-4-Anschlüsse vorhanden. Es kann also mit externen SSDs nachgerüstet werden, ohne große Einschnitte bei der Performance hinnehmen zu müssen.

Insgesamt empfand ich die Leistung des Yoga Book 9i während des Arbeitens mit mehreren Browsern und vielen offenen Tabs, Slack, Affinity Photo 2, Discord und anderen Programmen als sehr gut. Im Scharnier sind zwar Lüfterschlitze vorhanden, Lüftergeräusche habe ich aber kaum gehört. Manchmal surren sie leise vor sich hin, fallen aber nicht negativ auf. Gespielt habe ich mit dem Laptop aber nicht, sondern nur ganz normal gearbeitet.

Solide Lautsprecher

Die Lautsprecher des Lenovo Yoga Book 9i haben mich überzeugt. (Bildquelle: GIGA)

Gut gefallen haben mir die Lautsprecher, die zwischen den beiden Displays in einer speziellen Leiste untergebracht sind. Diese wurden von Bowers & Wilkins optimiert und klingen für so ein dünnes Laptop schon ziemlich voluminös. Sie kommen schon sehr an die guten Lautsprecher des MacBook Air heran. Da sie hier direkt auf den Nutzer gerichtet sind, fand ich den Klang und die Stimmen noch etwas klarer. Der Bass ging für ein Laptop in Ordnung.

Externe Lautsprecher lassen sich nur über Umwege anschließen, da keine 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden ist. Hier müsst ihr entweder über Bluetooth oder USB-C-Adapter gehen.

Akkulaufzeit geht in Ordnung

Die Akkulaufzeit des Yoga Book 9i ist trotz der beiden Displays ziemlich solide. (Bildquelle: GIGA)

Das Display ist einem Laptop mit der größte Verbraucher. Wenn dann zwei Displays zum Einsatz kommen, wird die Frage nach der Akkulaufzeit besonders spannend. Ich habe das Lenovo Yoga Book 9i deswegen in verschiedenen Situationen benutzt.

  • Freizeit: Während der Freizeit habe ich das Lenovo Yoga Book 9i in erster Linie zum Schauen von Videos oder Hören von Musik genutzt. Meist über YouTube, Twitch und 1&1 TV. Musik im Grunde nur über YouTube Music. Dabei habe ich mit immer aktiviertem Display etwa 8 Stunden Laufzeit bei ca. 80 Prozent Bildschirmhelligkeit erreicht. Schaltet sich das Display beim Hören von Musik nach ein paar Minuten aus, dann ist die Laufzeit erheblich höher. Ich hab das Display aber immer gern an.
  • Arbeit: Während der Arbeit mit mehreren Browsern, Apps wie Slack und Co. kam ich auf etwa 5 bis 6 Stunden. Habe ich mehr Bilder bearbeitet, dann ging es auch eher in Richtung 5 Stunden. War ich mehr am Schreiben, dann eher Richtung 6 Stunden. Einen kompletten Arbeitstag hätte ich ohne Netzteil mit dem Akku aber nicht hinbekommen. Zumindest nicht, wenn ich etwas mache. Wenn ich nur lesen würde, dann wäre vermutlich mehr drin gewesen. Doch man hat richtig gesehen, dass die Akkulaufzeit je nach Auslastung sehr schwankt.

Insgesamt bin ich mit dieser Akkulaufzeit ziemlich zufrieden. Sie kommt zwar nicht ansatzweise an die Akkulaufzeit meines MacBook Air heran, doch dafür, dass hier zwei Displays verbaut sind und ich im Grunde keine Kompromisse bei meiner Arbeit hinnehmen musste, find ich das schon beachtlich.

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