Ob für kleine Küchen, Single-Haushalte oder das Van-Leben – der Mini-Geschirrspüler „Bob“ soll sich gerade bei wenig Platz lohnen und Arbeit in der Küche abnehmen. Wir haben uns einen Monat lang angeschaut, was der Geschirrspüler so alles kann.

Geschirr per Hand zu spülen kann ziemlich nervig sein. Obwohl sich selbst für eine Person unter der Woche einiges an Geschirr ansammelt, lohnt sich da nicht immer eine Spülmaschine – bis diese voll ist, dauert es etwas. Doch mit Bob wurde von der französischen Firma Daan Tech eine Geschirrspülmaschine entwickelt, die nicht nur für eine Person völlig ausreichend ist, sondern auch locker in eine kleine Küche, wenn nicht sogar in einen Van passt. Wir haben den Mini-Küchenhelfer für einen Monat getestet. Was alles in dem kleinen Gerät steckt und ob es wirklich Arbeit abnimmt, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Bob Mini-Geschirrspüler: Test-Fazit

GIGA-Wertung: 6.8/10

Obwohl der Mini-Geschirrspüler wirklich mini ist, hat er mir den letzten Wochen nicht nur viel Arbeit gespart, sondern auch viel Zeit. Dank der verschiedenen Spülgänge kann man Bob flexibel nutzen. Zudem hat er für eine Person allein eine passende Größe, den Großteil meines genutzten Geschirrs habe ich unterbekommen. Lediglich Töpfe und Pfannen musste ich in den meisten Fällen per Hand aufwaschen.

Obwohl die Installation von Bob etwas Fingerspitzengefühl bedarf, ist das Gerät schnell montiert. Im Vergleich dazu ist die Verknüpfung des Geräts mit dem Kundenkonto aufwendiger. Während Bob verlässlich Geschirr sauber bekommt, ging es bei Besteck nicht immer gut – da musste häufig nochmal nachgespült werden.

Wenn man sich darauf einstellt, dass Bob begrenzt Platz hat und man ab und an per Hand einige Utensilien spülen muss, ist der Mini-Geschirrspüler wirklich eine passende Ergänzung für kleine Küchen und/oder Single-Haushalte. Dank seiner Größe und der Möglichkeit, dass das Gerät mittels einer Karaffe mit Wasser versorgt werden kann, ist Bob auch ein ideales Gerät für einen ausgebauten Van. Aufgrund seiner Flexibilität und der verschiedenen Modi und Einstellungen bekommt man für einen Preis ab knapp 300 Euro viel geboten.

Vorteile:

  • Optimale Größe
  • Vielfältige Spülprogramme
  • Individuelle Einstellungen
  • Manuelle Wasserzufuhr möglich

Nachteile:

  • Halbherzig nachhaltig
  • Langwierige WLAN-Verknüpfung
  • Schwierigkeiten bei Besteck

Großes Paket – kleiner Geschirrspüler

Der erste Eindruck, den ich von Bob bekam: So klein der Geschirrspüler von Daan Tech auch beworben wird, das gelieferte Paket ist doch sperriger als erwartet. Mit der Hilfe meines Nachbarn hat es Bob dann aber doch in meine Wohnung geschafft.

In dem Karton findet ihr die Spülmaschine bereits zusammengebaut, sodass sie gleich in die Küche gestellt werden kann. Zudem gibt es eine Schachtel mit Spültabs, die in wasserlöslichem Plastik verpackt sind. Laut Utopia ist es bei diesen Folien trotz der Wasserlöslichkeit unklar, ob sie Mikroplastik an das Abwasser abgeben. Daneben kann man für Bob aber auch Spülkassetten nutzen. Daan Tech setzt dabei auf einen nachhaltigen Kreislauf, da eine Kassette nach ungefähr 30 Waschgängen einfach wieder eingeschickt, aufgefüllt und wiederverwendet werden kann. Falls ihr dennoch nach einer anderen Alternative sucht: Everdrop stellt unter anderem Spülmaschinen-Tabs ohne Plastik her. Da kann man also guten Gewissens zugreifen.

Für die Spülmaschine gibt es einen Korb für das zu waschende Geschirr, einen Becher für das Besteck und zusätzliche Aufsätze für insgesamt 16 Gläser. Ihr findet außerdem einen Zu- und Ablaufschlauch für die Spülmaschine in dem Karton, einen kleinen Schraubendreher, um die Schläuche fest anzubringen und noch eine Karaffe: Falls ihr keinen freien Wasseranschluss für Bob habt, könnt ihr das Wasser einfach manuell mit einer Karaffe einfüllen.

Obwohl Daan Tech auf der Website deutlich macht, dass das Unternehmen nachhaltig arbeitet, sehe ich das nach dem Auspacken eher kritisch. Daan Tech gibt zwar an, dass die Verpackungen recycelt sind und auch der Geschirrspüler zu 50 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Jedoch sind Plastikhüllen für die einzelnen Spültabs und die Plastikfolien um die Kartons wirklich unnötig. Ebenso hätte sich der Hersteller die Wasserkaraffe sparen können. Man kann davon ausgehen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher irgendetwas zum Wassereinfüllen besitzen. Kurz: Da geht weniger.

Der kleine Geschirrspüler kommt mit einer ganzen Menge Zubehör an (Bildquelle: GIGA).
Der kleine Geschirrspüler kommt mit einer ganzen Menge Zubehör an (Bildquelle: GIGA)

Kleiner Alltagshelfer

Schnelle Einrichtung

Kommen wir aber nun zu Bob. Mit einer Höhe und Tiefe von 50 cm und einer Breite von 35 cm hat das Gerät selbst in meiner wirklich nischigen Küchennische Platz, ohne dass ich darüber stolpere.

Der kleine Geschirrspüler ist schnell eingerichtet: Sofort nachdem ich ihn eingesteckt habe, begrüßt er mich mit einer kurzen 8-Bit-Tonfolge. Danach kann man bereits alles Nötige einstellen: Sprache, bevorzugter Wasserzulauf (per Anschluss oder mit der mitgelieferten Karaffe) und ob man eine bestimmte Waschroutine haben will.

Was jedoch den Test über negativ auffiel: Die Klappe des Geräts lässt sich nur recht schwer öffnen. Sobald das Gerät am Stromnetz angeschlossen ist, gibt es zwar eine taktile Öffnung, aber die hat mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Für den Spülgang selbst ist das jedoch irrelevant, da Bob nach getaner Arbeit selbständig die Klappe zum Trocknen des Geschirrs öffnet.

Übrigens: Falls ihr Bob bereits angeschaltet habt, aber dann noch die Kaffeetasse vom Frühstück auf eurem Schreibtisch entdeckt, ist das kein Problem. Während der Geschirrspüler arbeitet, könnt ihr dessen Tür öffnen, um benutztes Geschirr zu verstauen. Der Spülgang wird dafür angehalten und nach Schließen der Klappe wieder automatisch fortgesetzt.

Wasserzufuhr ganz individuell

Wie bereits schon mehrfach erwähnt, muss man nicht unbedingt für den Bob einen Wasseranschluss zur Verfügung haben. Im Endeffekt reicht auch die Karaffe: Mit der könnt ihr in dem obigen Gitter die benötigte Wassermenge (maximal 4 Liter) einfüllen. Auch den Ablaufschlauch muss man nicht kompliziert am Wasserzugang einbauen: Entweder lasst ihr das Abwasser einfach ins Spülbecken laufen oder ihr hängt den Schlauch in einen mindestens 5 Liter großen Eimer.

Sehr nützlich: Für den Ablaufschlauch gibt es ein kegelförmiges Befestigungsmodul. Damit rutscht der Schlauch nicht einfach aus dem Spülbecken oder Eimer. Zudem könnt ihr den Schlauch mit dem Adapter um den Wasserhahn knoten.

Falls ihr aber das Gerät lieber direkt an ein Wasserventil anschließen wollt, geht das schnell und unkompliziert. Lediglich die Sicherung des Schlauchs an Bob mit dem kleinen Metallring ist mit dem mitgelieferten Schraubendreher ziemlich fummelig. Hier würde ich euch einen Kreuzschraubendreher in normaler Größe empfehlen. Das geht einfacher und verhindert einen möglichen Wutanfall.

Der Geschirrspüler kann auch manuell mit Wasser befüllt werden (Bildquelle: Daan Tech).
Der Geschirrspüler kann auch manuell mit Wasser befüllt werden (Bildquelle: Daan Tech)

Vorteile mit Kundenkonto

Falls euch der voreingestellte Begrüßungston oder das Licht von eurem kleinen Küchenhelfer nicht gefällt, könnt ihr das mittels eines Kundenkontos ändern. Auf ihrer Website erklärt Daan Tech Schritt für Schritt, wie die Anmeldung und WLAN-Verknüpfung mit Bob funktioniert, jedoch braucht es etwas Geduld, bis alle Schritte erledigt sind. Zuerst muss das Smartphone oder der Laptop mit dem WLAN-Netzwerk von Bob verbunden werden, dann das eigene WLAN mit Bob und schließlich Bob mit dem Kundenkonto. Also plant dafür etwas Zeit ein.

Sobald die Anmeldung erfolgt ist, können die individuellen Einstellungen – Ton, Licht und Hintergrundbild – vorgenommen werden. Das Hintergrundbild bei dem LC-Display habe ich beibehalten, jedoch hat man bei Ton und Licht viel Auswahl. Mein Geschirrspüler erstrahlt nun in violettem Licht und der 8-Bit-Sound erinnert jetzt an die alten Super-Mario-Spiele.

Zu dem Display selbst gibt es nicht viel zu sagen: Es ist kein Touch-Display, sondern wird mit den unteren Tasten bedient und reagiert verzögert auf die jeweiligen Befehle. Zudem muss man sich mühsam durchklicken, bis man beispielsweise bei den Einstellungen angelangt ist. Man merkt schnell, dass für den Hersteller das Zusammenspiel von Display und Bedienung nicht die Priorität ist.

Euch fehlt noch eine Kaffeemaschine in der Küche? Dann haben wir hier einige Empfehlungen für euch:

Spülvorgang: 20 Minuten oder 3 Stunden?

Ausreichend für eine Person

Kommen wir aber nun zu der eigentlichen Frage: Was kann die Spülmaschine denn nun? Die Antwort: So einiges. Bei mir hat ungefähr immer das Geschirr von 2 bis 3 Tagen reingepasst. Mehrere Teller, Schüsseln, Tassen und Besteck bekommt man auf jeden Fall unter. Falls ihr Besuch hattet und den Platz für die 16 Gläser ausreizt, gibt es dafür sogar einen 15-minütigen Spülgang.

Für eine Person ist Bob also völlig ausreichend. Wenn ich an einem Tag beispielsweise gekocht habe, konnte ich alle Koch-Utensilien gleich in Bob packen und spülen lassen. Aber wie gesagt: Für größere Töpfe und Pfannen ist der Bob schlichtweg zu klein. Das Motto des Herstellers lautet: „Wirf den Schwamm weg – hol‘ dir Bob!“. Ich würde jedoch raten: Wirf den Schwamm nicht zu weit weg, du wirst ihn brauchen.

Der kleine Geschirrspüler passt in jede Küche (Bildquelle: Daan Tech).
Der kleine Geschirrspüler passt in jede Küche (Bildquelle: Daan Tech)

Ein Spülgang für alle Fälle

Ich habe bereits erwähnt, dass es für Glas einen speziellen Spülgang gibt. Daneben gibt es auch einen 20-minütigen Express-Spülgang, wenn es mal schnell gehen muss. Jedoch sollte das Geschirr dann nicht allzu dreckig sein. Die Standard-Wäsche dauert eine knappe Stunde und war für mich mein häufigster Waschgang. Wenn das Geschirr aber doch mal zu dreckig war, lohnt sich die Einstellung „Intensiv“. Mein Topf mit eingetrockneten Porridge-Resten, den ich sonst gefühlt ewig schrubbe, und eingetrocknete Tomatensoße auf dem Teller waren nach der knappen anderthalb Stunde mit ungefähr 70 Grad weg.

Schließlich gibt es auch den Eco-Waschgang. Das Geschirr wird innerhalb von 3 Stunden gesäubert. Eco deshalb, weil das Wasser nicht zu sehr aufgeheizt wird, was Energie spart und somit umweltschonender ist. Während normales Frühstücks- und Abendbrot-Geschirr problemlos sauber wurde, kam Bob bei meiner Auflaufform mit eingebranntem Käse an seine Grenzen. Da musste ich nochmal per Hand nachspülen. Aber selbst auf normale Spülmaschinen kann man sich da nicht immer verlassen.

Apropos Frühstück: Das passende Waffeleisen findet ihr in dem separaten GIGA-Artikel:

Daneben gibt es übrigens auch einen Wartungsspülgang. Der Hersteller empfiehlt diesen zusammen mit der Rock'n'Roll-Kassette. Falls ihr die Spülmaschine von innen säubern wollt, legt ihr die Kassette in die ansonsten leere Spülmaschine ein und innerhalb einer Stunde wird das Gerät bei 70 Grad gereinigt. Wichtig: Diese Kassetten sind nur für einen einmaligen Gebrauch ausgelegt. Es genügt ein Wartungszyklus aller 3 Monate.

Bob ist mit einer Lebensdauer von 10 Jahren ausgelegt. Damit das Gerät so alt werden kann, wird empfohlen, neben dem Wartungszyklus den Filter, den man innen an der Unterseite findet, nach jedem Zyklus zu reinigen und die Heizscheibe, die unter dem Filter verbaut wurde, ungefähr einmal im Monat.

Bob hat für jede Situation den passenden Spülgang (Bildquelle: GIGA).
Bob hat für jede Situation den passenden Spülgang (Bildquelle: GIGA)

Besteck als ständiges Sorgenkind

Wenn das benutzte Geschirr also nicht zu doll eingebrannt ist, wird es mit dem Bob problemlos sauber. Da musste ich selten etwas mit der Hand nachspülen. Selbst auf Holzutensilien, seien es Kochlöffel oder Schneidebretter (ja, auch die kommen bei mir in die Spülmaschine) blieben keine Rückstände.

Lediglich bei Besteck kam es relativ oft vor, dass ich nach dem Spülgang im Bob nochmal selbst vereinzelt per Hand nachspülen musste. Hier gilt, das Besteck mit dem Griff nach oben im Bob zu verstauen. So wird es in den meisten Fällen sauber. Wenn der Besteckkorb jedoch zu voll ist, kann weder der Eco-, noch der Intensiv-Spülgang alles zum Glänzen bringen.

Die richtige Waschroutine ist die Lösung

Ich habe die Spülmaschine einen guten Monat getestet und habe mich wirklich schnell an den kleinen Küchenhelfer gewöhnt. Klar, es passt nicht alles rein, aber nach einiger Zeit hat sich bei mir eine grobe Routine eingepegelt. An den Büro-Tagen sammelt sich sowieso nur Frühstücks- und Abendbrot-Geschirr an, da reicht es, Bob aller 2 bis 3 Tage einzuschalten. An den Tagen, an denen ich aber zu Hause bin und zwangsläufig irgendwann kochen muss, habe ich Bob meist einmal am Tag angeschaltet. Teilweise auch mehrfach, wenn sich durch das Kochen doch einiges angesammelt hat.

Bob nimmt zwar nicht alles an Arbeit ab, wie gesagt, Töpfe und Pfannen musste ich stets per Hand spülen. Aber das hält sich in Grenzen und mich selbst hat es wirklich sehr erleichtert, nicht mehr für jeden einzelnen Teller an der Spüle zu stehen. Zudem spart das kleine Gerät wirklich viel Wasser: Daan Tech gibt auf seiner Website an, dass Bob maximal 4 Liter Wasser benötigt, während man bei einem Spülgang per Hand über 15 Liter Wasser verbraucht. Im Vergleich dazu arbeiten normale Spülmaschinen mit ungefähr 10 Liter Wasser und 1 kWh Strom (Quelle: Umweltbundesamt).

Der kleine Geschirrspüler reicht für einen kleinen Haushalt völlig aus (Bildquelle: Daan Tech).
Der kleine Geschirrspüler reicht für einen kleinen Haushalt völlig aus (Bildquelle: Daan Tech)

Und noch ein Punkt, der mir persönlich gefiel: Bob meldet sich während des Spülvorgangs ab und an zu Wort, um anzuzeigen, bei welchem Schritt das Gerät nun ist. Dahingehend kann man nicht nur den Begrüßungston von Bob individualisieren, sondern auch den Endton, wenn der Geschirrspüler mit seiner Arbeit fertig ist. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber mich und mein „Toy Story“-Herz freut es immer, wenn ein Gerät in meiner Wohnung mit mir „spricht“, ohne dass ich wie bei Alexa und Co. Angst um meine Privatsphäre haben muss.

Viele bunte Farben

Falls ihr mit Bob einen Hingucker haben wollt, könnt ihr euch an verschiedene Farben heranwagen. Ihr habt die Wahl von 12 Designs für die Tür und könnt euch entweder für ein schwarzes oder weißes Gehäuse entscheiden. Es gibt also insgesamt 24 Farbkombinationen.

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Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 25.06.2022 19:01 Uhr

Zudem könnt ihr euch für verschiedene Bob-Modelle entscheiden. Für den Test hatte ich den Bob im Premium-Paket, das alles in allem knapp 440 Euro kostet. Daneben gibt es auch Bob Classic für 330 Euro und Bob Minimalist für 290 Euro. Letzterer hat dieselbe Größe wie der normale Bob, kann jedoch nur mittels Karaffe mit Wasser befüllt werden und verzichtet auf einen Glas-Spülgang. Zudem gibt es das Modell nur in mattem Schwarz oder Weiß und besitzt ein digitales und kein LC-Display wie die anderen Geräte. Trotz dieser Kompromisse finde ich die Minimalist-Version deutlich schicker.

KategorieWertung (max. 10)
Nachhaltigkeit6
Verarbeitung und Design8
Montage und Bedienung6
Leistung7
Gesamt6.8