Das Samsung Galaxy Z Flip ist das zweite Falt-Handy des südkoreanischen Herstellers. Es ist günstiger und verfolgt im Vergleich zum Galaxy Fold ein etwas anderes Konzept. Wie sich das faltbare Smartphone im Alltag geschlagen hat, verrate ich euch im Testbericht vom Samsung Galaxy Z Flip.

 

Samsung Galaxy Z Flip

Facts 

Samsung Galaxy Z Flip im Test: Fazit

Samsung Galaxy Z Flip: Falt-Handy mit Glas-Display vorgestellt

Ich muss wirklich zugeben, dass ich positiv überrascht bin vom Samsung Galaxy Z Flip. Das liegt an mehreren Punkten. Einerseits sieht das Falt-Handy in echt deutlich besser aus als auf den Bildern und in Videos. Besonders der dicke Rahmen um den Bildschirm empfinde ich nicht als so störend, wie ich erwartet habe. Das Handy liegt im ausgeklappten Zustand sehr angenehm in der Hand und wirkt nicht so schwer. An die Dicke im zugeklappten Zustand habe ich mich schnell gewöhnt. Diese wirkt sich in der Hosentasche nämlich überhaupt nicht negativ aus. Stattdessen spüre ich das Handy kaum – im Gegensatz zum Samsung Galaxy S20 Plus, das ich sonst in der Hosentasche transportiere.

Die Kamera auf der Rückseite kann nicht mit aktuellen Flaggschiff-Smartphones mithalten. Besonders der Unterschied zum Galaxy S20 Plus ist deutlich. Ich würde es eher auf dem Level eines Galaxy S9 einordnen. Dafür hat mich die Performance und Akkulaufzeit überzeugt. Kein Wunder, denn es ist ein Snapdragon-Prozessor verbaut. Zwar nicht die neueste Generation – aber das macht nichts. Das Samsung Galaxy Z Flip fühlt sich zu jeder Zeit sehr schnell an.

Bis auf den einen großen Vorteil, das Handy angenehmer in der Hosentasche transportieren zu können, habe ich den Mehrwert des Samsung Galaxy Z Flip aber nicht entdeckt. Klar, es ist cool ein Handy mit durchgehendem Display aufzuklappen, doch mehr auch nicht. Die Falz im Display wird mit der Zeit gefühlt immer tiefer, sodass man den Übergang deutlicher sieht und spürt. Trotzdem hab ich keine Ermüdungserscheinungen des Panels festgestellt. Die Darstellung wird nur in diesem Bereich leicht durch Reflexionen beeinflusst. Ansonsten hinterlässt das AMOLED-Panel einen guten Eindruck.

Das Samsung Galaxy Z Flip muss meiner Meinung nach unabhängig von anderen Smartphones betrachtet werden. Man bekommt ein Teil der Zukunft jetzt schon geliefert. Wir befinden uns gerade erst am Anfang der Entwicklung faltbarer Handys und da ist das Galaxy Z Flip ein wichtiger Schritt. Trotzdem hoffe ich, dass Samsung in Zukunft noch mehr Ideen umsetzt, wo der Mehrwert des Falt-Displays stärker in den Fokus rückt, und wo der Preis deutlich sinkt. 1.479 Euro sind nämlich eine Stange Geld.

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Vorteile:

  • Einzigartiges Falt-Design
  • Hohe Performance
  • Lange Akkulaufzeit
  • Klangqualität
  • Gesprächsqualität

Nachteile:

  • Preis
  • Falz deutlich sicht-  und spürbar
  • Kamera nicht auf der Höhe der Zeit
  • Kabellose Ladefunktion
  • Fehlender microSD-Slot

Samsung Galaxy Z Flip im Test: Wertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 3/5
  • Kameras: 3/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 78 %

Samsung Galaxy Z Flip: Testbericht

Das Galaxy Z Flip ist nach dem Galaxy Fold das zweite Falt-Handy von Samsung. Im Vergleich zur ersten Generation setzt das südkoreanische Unternehmen auf einen Bildschirm aus Glas, der sich zusammenfalten lässt. Wenn man noch nie ein faltbares Handy mit durchgehendem Display in der Hand hatte, ist es wirklich spektakulär, dieses zu falten. Es bedarf zunächst etwas Überwindung das Handy zu falten, obwohl man genau weiß, dass es nicht kaputt geht. Der Wow-Effekt beim Demonstrieren ist aber immer vorhanden, da viele Menschen so ein Smartphone noch nie gesehen haben.

Faltbares Handy im Alltag

Genutzt habe ich das Galaxy Z Flip für drei Wochen in meinem normalen Alltag. So konnte ich genau herausfinden, wo die Stärken und Schwächen liegen. Der größte Vorteil des Falt-Handys liegt meiner Meinung nach in der Kompaktheit, wenn das Handy zugeklappt ist. Es ist zwar dicker als ein normales Smartphone, doch es fällt in der Hosentasche nicht so auf. Man kann das Handy also ohne Probleme in jeder Hosentasche transportieren und hat trotzdem ein großes Display zur Verfügung, wenn man das Galaxy Z Flip aufklappt.

Ansonsten fiel es mir schwer, Vorteile dieses Designs zu finden. Die YouTube-App wurde kürzlich angepasst, sodass man das Display des Galaxy Z Flip aufstellen und ein Video anschauen kann. Das Bild ist dabei aber so klein, dass mir das überhaupt nicht zusagt. Praktisch ist es hingegen, wenn man Musik hören und so den Musik-Player steuern möchte. Insgesamt ist mir der Mehrwert aber zu gering – wobei das für mich auch kein großes Problem darstellt. Wir befinden uns in der Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Die Entwicklung geht weiter und es gibt viele verrückte Ideen, die Samsung mit einem faltbaren Display umsetzen kann. Irgendwo muss man anfangen.

Ist das Samsung Galaxy Z Flip robust genug?

Das Samsung Galaxy Z Flip sieht auf Fotos fragiler aus, als es tatsächlich ist. Die Oberflächen bestehen aus Glas und Metall. Alles wirkt sehr robust und fest. Das Scharnier arbeitet zuverlässig und es entstehen auch nach einigen Wochen Nutzung keine komischen Geräusche. Staub oder Schmutz scheint durch das neue Design also nicht in das Scharnier zu gelangen. Allein die Falz im Display ist gefühlt etwas tiefer geworden. Ob das noch schlimmer wird, weiß ich nicht. Irgendwann ist sicher ein Punkt erreicht, in dem sich die Wölbung nicht mehr verschlimmert.

Zunächst bin ich sehr vorsichtig mit dem Galaxy Z Flip umgegangen und habe es wie ein rohes Ei behandelt. Als ich dann komplett umgestiegen bin, musste ich das Handy auch überall hin mitnehmen – so auch auf die Baustelle in meiner neuen Wohnung. Ich hatte erst bedenken, dass durch den Staub und Dreck das Scharnier oder Display in Mitleidenschaft genommen werden – dem war aber nicht so. Dort ist mir dann auch aufgefallen, dass das Smartphone nur über einen Lautsprecher an der Unterseite verfügt. Der Klang und die Lautstärke können trotzdem überzeugen.

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Dual-Kamera nicht auf der Höhe der Zeit

Während Samsung mit Galaxy S20 Ultra bei der Smartphone-Fotografie neue Maßstäbe setzt, muss man sich beim Galaxy Z Flip mit einer Dual-Kamera zufriedengeben, die nicht mit den aktuellen Top-Modellen mithalten kann. Die Bildqualität ist in etwa mit der des Galaxy S9 Plus vergleichbar. Fotos am Tag und mit guter Beleuchtung gelingen sehr gut, sobald es dunkler wird, kommt die Hauptkamera an ihre Grenzen. Auch die Zoom-Funktion hängt zurück. Samsung muss für den Falt-Mechanismus natürlich Kompromisse eingehen, die Kamera gehört aber zu den wichtigsten Eigenschaften eines Handys und da darf man bei 1.480 Euro schon etwas mehr verlangen. Nachfolgend einige Schnappschüsse:

Samsung-Handy mit Qualcomm-Herz in Deutschland

Samsung verkauft seine Galaxy-Smartphones in Europa eigentlich mit Exynos-Prozessor. Beim Galaxy Z Flip ist das anders. Man bekommt den Snapdragon 855 Plus. Das ist zwar nicht die neueste Generation des Qualcomm-Prozessors – aber er leistet trotzdem eine hervorragende Arbeit. Ich verwende aktuell das Galaxy S20 Plus neben dem Galaxy Z Flip und das Falt-Handy fühlt sich nach einigen Wochen Nutzung immer noch extrem schnell an, während das S20 langsam nachlässt. Das hab ich schon beim Galaxy S10 und Note 9 beobachtet. Es wäre für Samsung also an der Zeit, auch in Deutschland auf den Qualcomm-Chip zu setzen.

Akkulaufzeit des Falt-Handys überzeugt

Samsung verbaut im Galaxy Z Flip einen 3.300-mAh-Akku. Dieser reicht im normalen Betrieb locker für einen Tag – oft hält das Handy sogar länger durch. Das dürfte damit zusammenhängen, dass das Hauptdisplay immer aus ist, wenn man es zusammenklappt. An der Außenseite befindet sich ein zweites kleines Display, welches für die wichtigsten Benachrichtigungen herhalten muss. Im Zusammenspiel mit dem Qualcomm-Prozessor überzeugt die Akkulaufzeit also. Was etwas besser sein könnte, ist die Ladegeschwindigkeit. Das Galaxy S20 ist mit größerem Akku schneller wieder voll.

Was sonst noch zum Samsung Galaxy Z Flip zu sagen ist

  • Das Falt-Handy ist nicht wasserdicht. Durch das Scharnier ist das auch nicht möglich.
  • Der Fingerabdrucksensor an der Seite arbeitet unerwartet unzuverlässig. Ich bin im Test deswegen schnell auf die Gesichtserkennung umgestiegen. Die Position des Fingerabdrucksensors an der Seite ist zudem nicht optimal.
  • Der interne Speicher von 256 GB lässt sich nicht erweitern. Es kann auch nur eine SIM-Karte eingelegt werden. Möchte man die Dual-SIM-Funktion verwenden, muss man auf eine eSIM setzen.
  • Es ist kein 5G-Modem verbaut. Bei einem Preis von fast 1.500 Euro hätte ich das erwartet – auch wenn das Netz in Deutschland noch nicht ausgebaut ist.
  • Die kabellose Ladefunktion ist etwas tricky. Bei Qi-Ladestationen, die flach auf dem Tisch liegen, gibt es keine Probleme. Bei Ladestationen, die stehen, kann es vorkommen, dass die Ladespule etwas zu hoch verbaut ist. Das Samsung Galaxy Z Flip kann so also nicht aufgeladen werden, da sich die Ladespule im Handy im unteren Bereich befindet. Auf meinem Schreibtisch habe ich eine Ladestation von Anker, bei der das kabellose Laden funktioniert, im Schlafzimmer aber eine andere Ladestation, wo das mit der Höhe nicht mehr hinhaut. Darauf muss man achten.

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Blick in die Zukunft

Mir hat es wirklich Spaß gemacht, das Samsung Galaxy Z Flip zu nutzen. Es ist endlich wieder ein komplett neues Produkt und nicht einfach nur ein schnellerer Prozessor, eine bessere Kamera oder ein anderes kleines Detail. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Samsung in den nächsten Jahren noch viele interessante Ideen umsetzen wird, die dann auch einen größeren Mehrwert bieten. Deswegen ist das Galaxy Z Flip für mich kein normales Handy, sondern nach dem Galaxy Fold der nächste Schritt zu einer komplett neuen Smartphone-Zukunft.

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