Apple schon wieder ausgetrickst: Gehackte Apps von Spotify und Co. auf dem iPhone

Holger Eilhard

Die Berichte rund um Apples Entwicklerprogramm und den damit möglichen Enterprise-Zertifikaten ziehen immer größere Kreise. Weitere Nachforschungen zeigen nun etwa, dass diese Zertifikate auch dazu genutzt werden, um illegale Version beliebter Apps und Spiele für iPhone und iPad zu verbreiten.

Apples Enterprise-Zertifikate: Illegale Verbreitung von Minecraft, Pokemon Go, Spotify und mehr auf dem iPhone

Zunächst sorgte die nicht erlaubte Nutzung von Apples Enterprise-Zertifikaten durch Facebook und Google außerhalb der eigenen Unternehmen für Aufsehen. Danach folgte vor einigen Tagen ein Bericht, der unter anderem zeigte, wie einfach diese Zertifikate von Apple erworben werden können.

Bilderstrecke starten(13 Bilder)
Arbeitsplatz für Apple-Nutzer: Tische, Stühle und weitere Anregungen im Überblick

Der dritte Akt rund um Apples Zertifikatswahnsinn befasst sich nun mit der Softwarepiraterie. Konkret hat Reuters (via 9to5Mac) eine Reihe von „Distributoren“ gefunden, die gehackte Versionen beliebter Apps und Spiele fürs iPhone verbreiten. Dazu gehören unter anderem Spotify, Angry Birds, Pokemon Go und Minecraft.

Die Anpassungen an den Apps erlauben beispielsweise das Hören von Spotify ohne Werbung bei Nutzung der kostenlosen Variante des Streaming-Dienstes. Ein anderer Anbieter bietet eine kostenlose Variante von Minecraft an, die regulär im App Store 7,99 Euro kostet. Diese Angebote werden teilweise in Form von Abodiensten verkauft. Diese sogenannten „VIP“-Versionen, die etwa 13 US-Dollar oder mehr im Jahr kosten können, beinhalten angeblich „stabilere“ Varianten der Apps.

Die Anbieter mit den Namen TutuApp, Panda Helper, AppValley und TweakBox haben Wege gefunden, um modifizierte Versionen dieser Apps zu verteilen. Mit Hilfe der Enterprise-Zertifikate können diese am App Store vorbei auf iPhone oder iPad installiert werden. Es ist unbekannt, wie viele Nutzer für derartige Abos bezahlen. Laut Reuters folgen den Anbietern alleine auf Twitter jedoch mehr als 600.000 Accounts.

Auf dem iPhone oder iPad können Apps - dank der Enterprise-Zertifikate - auch ohne den offiziellen App Store installiert werden. Hier unser Test des iPhone XS:

iPhone XS im Test: So gut ist Apples Top-Smartphone.

Gehackte iPhone-Apps: Katz- und Mausspiel zwischen Apple und Softwarepiraten

Gegenüber Reuters wiederholte Apple, dass Entwickler, die gegen das „Developer Enterprise Program Agreement“ verstoßen, ihre Zertifikate verlieren. Falls notwendig, werde man die Entwickler auch vollständig aus dem Programm entfernen. Nachdem die Nachrichtenagentur den iPhone-Hersteller über die Problematik informiert hatten, waren einige der Softwarepiraten verschwunden. Wenige Tage später tauchten sie jedoch mit neuen Zertifikaten wieder auf.

Es ist also ein Katz- und Mausspiel zwischen Apple und den Anbietern der gehackten Apps. Apple hat keine Mittel, um zu sehen, wer Zugriff auf die bereits ausgestellten Zertifikate hat. Der iPhone-Hersteller kann diese jedoch jederzeit deaktivieren, etwa dann, wenn Spotify, Microsoft oder in diesem Fall auch Reuters eine illegale Nutzung feststellt.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook oder Twitter folgen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung