iPhone-Akkus: So geht Apple gegen Kinderarbeit vor

Holger Eilhard

Im Wettrennen mit anderen Herstellern will sich auch Apple wichtige Rohstoffe für die kommenden Jahre sichern. Dadurch erhält Apple außerdem eine striktere Kontrolle seiner Lieferanten, sodass gefährliche Kinderarbeit in Zukunft besser verhindert werden kann.

Mehr Kontrolle aufgrund direkter Abkommen mit den Minen

Cobalt ist einer der wichtigsten Bestandteile in Lithium-Ionen-Akkus, welche zum Beispiel im iPhone oder iPad zu finden sind. Anhand der schieren Zahl der alljährlichen Verkäufe ist es nicht überraschend, dass der iPhone-Hersteller einer der weltweit größten Abnehmer ist. Wie Bloomberg nun berichtet, führt Apple derzeit direkte Gespräche mit den Minen, welche den Rohstoff aus der Erde fördern.

Bislang hat es das Unternehmen seinen Akku-Lieferanten überlassen, dieses Bestandteil zu beschaffen. Das Ziel von Apple ist laut Bloomberg ein langjähriges Abkommen mit den Cobalt-Lieferanten, um damit auch in den kommenden Jahren eine sichere Quelle für die Bestandteile der iPhone-Akkus zu haben.

Die direkte Zusammenarbeit mit den Lieferanten des Rohstoffs gibt Apple aber auch eine bessere Kontrolle, unter welchen Zuständen dieser gefördert wird. In einem Report aus dem Jahr 2016 beschuldigte Amnesty International Apple und Samsung Electronics, dass man Cobalt aus Minen nutzt, in denen auch Kinder arbeiten.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Apple daraufhin eine Liste seiner Cobalt-Lieferanten. Gleichzeitig sagte man, dass man keine Cobalt-Minen in der Demokratischen Republik Kongo als Lieferanten zulassen werde, bei denen man keinen „geeigneten Schutz“ nachvollziehen kann. Durch eine direkte Zusammenarbeit mit den Minen würde ein weiterer Mittelsmann entfallen, der derartige Kontrollen erschweren könnte.

Wettrennen um zukünftige Cobalt-Lieferungen

Apple ist nicht der einzige Hersteller, der sich den Rohstoff für die kommenden Smartphones, Tablets und Notebooks sichern will. Auch Samsung und Autohersteller wie BMW oder Volkswagen wollen langjährige Verträge. Unter anderem die steigende Nachfrage nach den Lithium-Ionen-Akkus sorgte dafür, dass sich der Preis für eine Tonne Cobalt in den vergangenen 18 Monaten auf mittlerweile 80.000 US-Dollar verdreifacht hat.

Zwei Drittel der weltweiten Cobalt-Lieferungen kommen aus der Demokratischen Republik Kongo, wo auch heute noch Kinder an der Förderung des Rohstoffs beteiligt sind.

Quelle: Bloomberg

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