Streit um 5G-Netz: Telekom, Vodafone und Telefonica verklagen Bundesnetzagentur

Johann Philipp 3

Deutschlands drei große Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica reichen Klage gegen die Bundesnetzagentur ein. Grund dafür sind die Vergabebedingungen zum neuen 5G-Standard. Wird das schnelle Netz zum Disaster, bevor der erste Mast steht?

Telekom, Vodafone und o2 kritisieren Bedingungen zum 5G-Ausbau

Drei gegen einen: Das klingt im ersten Moment ungerecht, doch so läuft es gerade auf dem Mobilfunkmarkt. Wie die Zeitung Welt berichtet, klagen die drei großen Anbieter gegen die Vergabebedingungen der Bundesnetzagentur.

Um das schnelle 5G-Netz an den Start zu bringen, müssen sich die Anbieter erst bei der Bundesnetzagentur um die nötigen Frequenzen bemühen. Sie sollen eigentlichen in diesem Frühjahr an die drei großen Provider verteilt werden. Doch die oberste Aufsichtsbehörde stellt härtere Bedingungen:

Die Mobilfunkanbieter sollen verpflichtet werden, 5G flächendeckend auszubauen. Spätestens bis Ende 2022 müssen mindestens 98 Prozent aller Haushalte in Deutschland, alle Schienenwege mit mehr als 2000 Fahrgästen pro Tag, alle Autobahnen und wichtige Bundesstraßen mit einer mobilen Datengeschwindigkeit von mindestens 100 MBit/s versorgt sein.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, schlug die Bundesregierung schon im November ein 5G-Bundesnetz vor (wir berichteten). Das stößt bei den Anbietern jedoch auf wenig Gegenliebe.

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Anbieter sollen sich 5G-Netz teilen und zusammenarbeiten

Mit einem Bundesnetz sollen dank lokalem Roaming die Mobilfunker dazu verpflichtet werden, ihre Funkmasten mit anderen Anbietern zu teilen. Damit würden Funklöcher geschlossen. Anstatt drei Netze parallel laufen zu lassen, können die Kunden sich dann das Netz mit dem besten Empfang aussuchen. Die Netzbetreiber halten lokales Roaming allerdings für ein Hindernis beim Mobilfunkausbau.

Sie befürchten, dass kleinere Provider ein eigenes Mobilfunknetz in Ballungsgebieten aufbauen und für den Rest des Landes dann die Netze der Konkurrenten nutzen. Dadurch sehen sie ihre Investitionen in den Mobilfunkausbau entwertet.

Bisher sieht die Verteilung der Mobilfunknetze so aus:

Deutsche Mobilfunknetze.

Zu den Bedingungen der Vergabe erklärt ein Sprecher der Telekom: „Die verschärften Ausbauauflagen gehen deutlich über das hinaus, was die Bundesnetzagentur zuvor selbst als zumutbar und verhältnismäßig beschrieben hat.“

Es droht das, was wir nicht gebrauchen können: ein großes 5G-Chaos. Bis zum 25. Januar müssen die Unternehmen sich entscheiden, ob sie an der Auktion teilnehmen. Sicher ist: Ohne ein schnelles Netz verschlafen wir die Zukunft.

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