Facebook im Visier: Apples neueste Attacke tut richtig weh

Florian Matthey 1

Zusammen mit iOS 12 und macOS Mojave hat Apple Neuerungen vorgestellt, die sich auch als „Anti-Facebook-Features“ beschreiben lassen. Jetzt legt Apple dem sozialen Netzwerk auch im App Store Steine in den Weg.

Facebook im Visier: Apples neueste Attacke tut richtig weh
Bildquelle: GIGA.

Neue App-Store-Regeln verbieten die ungefragte Weitergabe von Daten

Im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple auch einige Änderungen der App-Store-Regeln vorgenommen – eine von ihnen soll es Unternehmen wie Facebook erschweren, an Daten von Benutzern heranzukommen. So soll es Apps nicht mehr erlaubt sein, das Adressbuch eines Benutzers auszulesen und an Dritte weiterzugeben.

Schon seit einiger Zeit müssen Benutzer zustimmen, wenn eine App auf die Kontakte zugreifen möchte. Bisher gab es aber noch keine klaren Regeln, was die App nach der Erlaubnis dann mit diesen Daten machen darf. In Zukunft muss die App den Benutzer zuerst auch nach der Erlaubnis bezüglich des Datenzugriffs ausdrücklich fragen, bevor sie Daten auch weitergeben darf.

Bloomberg deutet die Änderung der App-Store-Regeln vor allem als Reaktion auf Facebooks umstrittene VPN-App Onavo Protect. Diese erklärt, dass sie die Internet-Verbindung des Benutzers sicherer mache – was sie durch das Bereitstellen eines VPN-Dienstes auch tatsächlich tut. Allerdings sammelt sie gleichzeitig auch Daten über den Benutzer und dessen Internet-Aktivitäten – eben auch außerhalb von Facebook – und gibt diese an Facebook weiter.

Neue App-Store-Regeln eine Anti-Facebook-Maßnahme?

Dabei nutzt Onavo auch Daten wie das Adressbuch des iPhone- oder iPad-Besitzers, um die bezüglich der Internet-Verbindung gesammelten Daten zuzuordnen. Letztendlich handelt es sich um Facebook-Spyware, die Facebook als Sicherheitssoftware verbreitet.

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Sollte es sich bei der App-Store-Änderung tatsächlich in erster Linie um eine Anti-Facebook-Maßnahme handeln, käme das nicht überraschend. Apple hat – ohne den Namen „Facebook“ zu nennen – bei der Präsentation von iOS 12 und macOS Mojave im Rahmen der WWDC-Keynote keinen Hehl daraus gemacht, dass es dem sozialen Netzwerk die Verwendung der Daten von Apple-Kunden erschweren möchte.

So will Apple beispielsweise Facebook-Kommentarbereiche unter Artikeln und „Gefällt mir“-Buttons auf Websites in Safari deaktivieren, um das Tracking von Benutzern zu verhindern – und selbst bei der Präsentation der iOS-12-Features, die uns dabei helfen sollen, weniger Zeit mit unseren Geräten zu verschwenden, war in Apples Präsentation die Facebook-Tochter Instagram als Negativbeispiel zu sehen.

Quelle: Bloomberg via 9to5Mac

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