Tiger Rapids: Hat Intel das Notebook der Zukunft erfunden?

Florian Matthey 2

Die Frage, wie das Notebook der Zukunft aussieht, ist weiterhin offen: Werden sich 2-in-1-Geräte, die sowohl Tablet als auch Notebook sind, durchsetzen oder werden Notebooks eine andere Richtung einschlagen? Intel macht mit einem wirklich interessanten Prototyp einen Vorschlag.

Tiger Rapids: Hat Intel das Notebook der Zukunft erfunden?
Bildquelle: The Verge.

„Tiger Rapids“: Intels neue Notebook-Idee mit E-Ink-Display statt Tastatur

Intel hat auf der Computex 2018 in Taiwan einen Prototypen mit dem Namen „Tiger Rapids“ vorgestellt, der die Zukunft des Notebook vorzeichnen soll. Der Windows-10-Rechner verfügt – wie herkömmliche Notebooks – über ein herkömmliches LC-Display und ein aufklappbares Gehäuse. Da, wo sich sonst die Tastatur befindet, hat Intel ein weiteres Display untergebracht. Hierbei handelt es sich allerdings um ein E-Ink-Display, wie wir es von E-Readern wie Amazons Kindle kennen.

Mit dem zweiten E-Ink-Display lässt sich das Gerät letztendlich wie ein Tablet verwenden. Die Display-Technologie sorgt aber dafür, dass das Gerät im „Tablet-Betrieb“ sehr wenig Strom verbraucht und die Augen schont. Intels Idee ist, dass die E-Ink-Fläche vor allem für handschriftliche Notizen, also quasi als Papierersatz zum Einsatz kommen soll.

Intel greift Lenovos Idee auf – und geht einen Schritt weiter

Alternativ lässt sich mit dem E-Ink-Display aber auch eine virtuelle Tastatur nutzen – ähnlich wie es bei Lenovos Yoga Book der Fall ist. Das Gerät des chinesischen Herstellers verfügt allerdings nicht über zwei Displays, sondern ein Display und eine große Touchpad-Fläche, auf die der Benutzer auch mit einem Stylus schreiben kann. Intels Idee geht mit dem E-Ink-Display noch einmal einen Schritt weiter.

Intel versteht das „Tiger Rapids“-Gerät als Konzept, das die Kunden des Unternehmens aufgreifen sollen. Der kompakte Prototyp mit 7,9-Zoll-Display schafft es bereits auf ordentliche sechs bis sieben Stunden Akkulaufzeit; mit Optimierungen soll aber noch deutlich mehr möglich sein.

Der Nachteil bei der Verwendung des E-Ink-Displays als Tastatur ist natürlich weiterhin, dass ein Wegfall der Tasten auch zur Folge hat, dass der Benutzer diese nicht mehr ertasten kann – stattdessen muss er auf einer glatten Fläche richtig „zielen“. Das Problem haben natürlich auch Benutzer des Yoga Book; hier müsste jeder selbst entscheiden, ob er sich daran gewöhnen kann oder nicht.

Notebooks in Zukunft mit mehr „Touch“ – aber wie?

Das Konzept führt letztendlich auch Apples Idee der Touch Bar fort – Apple hat im MacBook Pro bekanntlich nicht die ganze Tastatur, sondern nur die Funktionstasten durch einen Touchscreen ersetzt. Ein großer Teil der Benutzer berichtet allerdings, dass sie dieses „Gimmick“ kaum verwenden.

Daher gibt es auch Konzepte, wie ein MacBook Pro aussehen könnte, das eher der Intel-Idee entspricht – wie das aussähe, seht ihr in unserer Bilderstrecke.

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9 Bilder
Evolution des Apple MacBook Pro: Sehen wir 2018 das MacBook Touch?

Als Vergleich seht ihr hier unser Video zu Lenovos Yoga Book:

Lenovo Yoga Book: Innovatives Convertible im Hands-On.

Asus hat mit dem „ScreenPad“ wiederum eine ähnliche Idee vorgestellt, die aber ebenfalls einen Schritt weitergeht: Statt der Funktionstasten-Leiste ist hier das Touchpad einfach ein Touchscreen-Bildschirm, der weitere Informationen anzeigt.

So oder so zeichnet sich ab, dass die Zukunft des Notebook mehr Touch-Elemente mit sich bringen wird. Die Hersteller werden wohl einige Zeit mit verschiedenen Varianten experimentieren, bis sich dann eine Idee durchsetzt. Intels Tiger Rapids ist auf jeden Fall ein willkommener Beitrag. Würdet ihr euch so ein Gerät kaufen?

Quellen: Engadget, The Verge

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