Oppo wettert gegen DxOMark: Solche Kamera-Tests sind irrelevant – aus gutem Grund

Simon Stich

Haben die Kamera-Tests von DxOMark Relevanz? Nein, findet zumindest der Vizepräsident des chinesischen Smartphone-Herstellers Oppo. Ihm zufolge ist es gefährlich, wenn Kameras angepasst werden, nur um eine gute Punktzahl im Ranking von DxOMark zu bekommen. Aber stimmt das überhaupt?

Oppo wettert gegen DxOMark: Solche Kamera-Tests sind irrelevant – aus gutem Grund
Bildquelle: Oppo.

Oppo: DxOMark ist zu subjektiv

DxOMark ist mit Tests von DSLR-Kameras bekannt geworden, kümmert sich seit mehreren Jahren aber auch um die in Smartphones verbauten Kameras. Ein gutes Ergebnis beim Test kann sich unter Umständen in gestiegenen Verkaufszahlen bemerkbar machen. Hersteller von Smartphones sind also stets bemüht, DxOMark mit Testgeräten zu versorgen und allgemein ein möglichst gutes Bild abzugeben. Die Rankings von DxOMark werden gerne genutzt, um die Foto-Fähigkeiten von Smartphones miteinander zu vergleichen. Wer am Ende 103 statt 102 Punkte bekommen hat, der muss einfach die bessere Kamera haben. Oder ist es vielleicht doch nicht so einfach?

Wenn es nach Oppos Vizepräsident Shen Yiren geht, sollten wir alle die Tests von DxOMark nicht ganz so ernst nehmen, berichtet Gizchina. Ihm zufolge sind die Ergebnisse zu subjektiv, um einen Vergleich mit anderen Handys überhaupt zuzulassen. Im sozialen Netzwerk Weibo schreibt er: „Brauchen wir DxO überhaupt? Ist es wirklich nötig, alle Kameras an einen Standard anzupassen? Vielleicht verstehe ich da etwas falsch, (DxOMark) wird seine Gründe haben, aber der Grund für diese Subjektivität ist nicht zu erklären.“

Dass Kameras in Smartphones von Herstellern bewusst manipuliert werden, um bei DxOMark besser abzuschneiden, ist eine Vermutung Yirens. Beweise dafür gibt es nicht. Smartphones von Oppo sind im Ranking jedenfalls nicht zu finden, da der Hersteller fast schon traditionell kein Interesse an DxOMark hat.

Welche Smartphones bei DxOMark aktuell am besten abscheiden, seht ihr in der Bilderstrecke:

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DxOMark: Am Ende bleibt nur eine Zahl übrig

DxOMark gerät ab und zu in die Kritik, wird aber auch von uns bei GIGA immer wieder zitiert. Wir verlassen uns dann aber lieber auf unsere eigenen Kamera-Tests. Fest steht, dass bei der Beurteilung der Qualität von Fotos eine gewisse Subjektivität immer mitschwingt, auch wenn das Ranking am Ende nur eine einzige Zahl übrig lässt. Bei dieser Zahl handelt es sich um eine Kombination der einzelnen Testkriterien. Zu diesen Kriterien gehören aktuell unter anderem Belichtung, Kontrast, Farbwiedergabe, Bildrauschen, Zoom- und Blitz-Funktionen sowie Bokeh-Effekte. Letztgenannter Effekt ist mit Dual- und Triple-Kameras populär geworden, hier wird bei Porträtaufnahmen der Hintergrund automatisch unscharf gestellt. Auch die Video-Fähigkeiten des Smartphones werden getestet und fließen nicht unerheblich in das Gesamtergebnis ein.

In einem separaten Ranking beschränkt sich DxOMark auf die Selfie-Kamera(s). Wer kommt hier am besten weg?

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Shen Yiren von Oppo hat zumindest in einem Punkt recht: Eine reine Fokussierung auf das Endergebnis bei DxOMark hilft vielleicht für eine erste Einordnung, für mehr aber auch nicht. Allerdings veröffentlicht DxOMark eben nicht nur einfach eine Zahl, sondern stets umfangreiche Tests mit vielen Beispielen. Wer sich für die Kamera-Fähigkeiten eines Smartphones interessiert, der sollte sich eben diese Tests vollständig durchlesen, um sich selbst ein Bild zu machen. Auch mit der Kamera aufgenommene Fotos und Videos sind oft aufschlussreicher als das reine Endergebnis.

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