SanDisk Ultra Dual USB 3.0: Speicherstick mit OTG-Anschluss im Test

Martin Malischek 5

Speicherhersteller SanDisk hat mit dem Ultra Dual USB 3.0 einen Speicherstick mit zusätzlichem USB-OTG-Stecker vorgestellt. Dieser lässt sich nicht nur an herkömmlichen USB 3.0-Anschlüssen nutzen, sondern auch mit nahezu jedem Android-Gerät – dank regulärem USB 3.0-Anschluss kann er natürlich auch mit weiteren Geräten verbunden werden. Doch was kann der Stick - lohnt sich die Anschaffung eines solchen „externen Laufwerks“ für Mobilgeräte wirklich? Und wie hoch sind die Übertragungsraten? Unser Test gibt Aufschluss.

SanDisk Ultra Dual USB 3.0: Speicherstick mit OTG-Anschluss im Test

Ein Trend, der manchem Android-Fan ein Dorn im Auge ist: Smartphone- und Tablet-Hersteller sehen zuletzt vermehrt davon ab, microSD-Speicherkartenslots zu verbauen. Dabei gibt es dafür gute Gründe: Einerseits nehmen diese Platz weg und stellen die Designer vor die Herausforderung, diese elegant und optisch ansprechend im Gehäuse zu verstecken, andererseits werden die internen Speicher immer schneller und SD-Karten bremsen die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten eher aus – wie zum Beispiel beim Samsung Galaxy S6 und S6 edge. Auch Google war nie von der Technologie überzeugt – unter anderem, weil es nach Meinung der Nexus-Macher für den Normalnutzer nur schwer nachvollziehbar sei, wo Kontakte, Musik oder Fotos und dergleichen gespeichert sind.

USB-OTG-Stick Ultra Dual USB 3.0 von SanDisk im Test

microSD-Speicherkarten bieten jedoch einen Vorteil: Den schnellen Austausch von Daten. Genau hier setzen die USB-OTG-Speichersticks wie eben auch der Ultra Dual USB 3.0-Speicher von SanDisk an, der sowohl mit einem USB 3.0- als auch mit einem micro-USB-Stecker ausgestattet ist und einen adäquaten Ersatz für Speicherkarten darstellen will. Letzterer lässt sich bequem in die Micro-USB-Ports von Android-Geräten stecken, an die man sonst Lade- und USB-Verbindungskabel anschließt.

USB OTG steht für „USB on the go“ – also „USB für unterwegs“. Kompatibel mit OTG-Geräten sind rein theoretisch alle Smartphones und Tablets ab Android 3.1. Bei nahezu allen gängigen High-End- und Mittelklassegeräten ist dies auch der Fall, mit wenigen Ausnahmen wie dem Nexus 4 und Nexus 7 (2012) – im Zweifel kann man die Bedienungsanleitung und/oder die Herstellerseite zu Rate ziehen.

Mit einem seitlichen Schieberegler am Plastikgehäuse des rustikal designten Speichersticks wechselt man zwischen USB- und micro-USB-Stecker. Der Schieberegler besitzt zudem eine mittlere Position, bei der beide Stecker im Gehäuse verbleiben. Dabei liegen zwar die Kontakte weiterhin frei, allerdings sind die jeweiligen Stecker zumindest vor versehentlichem Abbrechen geschützt. Der Schieberegler ist unser einziger wirklicher Kritikpunkt an dem Stick. Er ist ziemlich fummelig und schwergängig zu bedienen, der Hebel vermittelt eher die Solidität eines Überraschungsei-Spielzeugs und wir hegen die Befürchtung, dass der Mechanismus irgendwann ausnudelt oder der Hebel schlicht abbricht. Der Anschluss an einen Computer, ein Smartphone oder ein Tablet funktioniert sonst aber reibungslos.

Länglich, praktisch, kompakt: Zwar könnte man auch einen USB-OTG-Adapter nutzen, um über diesen einen normalen USB-Speicherstick anzuschließen, aufgrund des kompakten Designs des Ultra Dual USB 3.0-Sticks kommt diese Methode jedoch natürlich nicht gegen den SanDisk-Speicher an. Der USB-OTG-Stick hat in etwa die Größe eines Bonbons – schmeckt aber natürlich nicht so gut.

Fast noch wichtiger als die Größe, das Design sowie die Funktionen sind die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten, die wir im Zuge dieses Tests natürlich auch gemessen haben: Am PC mit einem USB 3.0-Port erreicht der Stick Schreibgeschwindigkeiten von 17,6 MB pro Sekunde und Lesegeschwindigkeiten von 134 MB pro Sekunde - das entspricht den Herstellerangaben. Theoretisch sind unter USB 3.0 freilich deutlich mehr möglich, das Limit liegt bei 260 MB/s Lese- und 125 MB Schreibgeschwindigkeit. Am Android-Gerät lagen die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten zwischen 13 und 30 MB pro Sekunde – die USB-OTG-Seite verfügt nicht über die USB 3.0-Spezifikationen. Das macht aber nichts, selbst für das Streaming von 4K-Videos reicht die Transfergeschwindigkeit allemal aus.

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Von links: Lesegeschwindigkeit mit USB 3.0, Schreibgeschwindigkeit mit USB 3.0, Lese- und Schreibgeschwindigkeit über USB-OTG.

Neben den Einsatzmöglichkeiten zum schnellen Austausch von Daten kann der Stick auch zum Abspeichern von Filmen und Serien genutzt werden, die sich aufgrund der Mobilität des OTG-Speichers nicht nur unterwegs auf dem Smartphone ansehen, sondern — vorausgesetzt man merkt sich die Position oder Folge — auch auf dem Tablet fortführen lassen. Natürlich ist eine Fortsetzung auf einem Fernsehgerät sowie dem Computer ebenso möglich – sofern USB-Anschlüsse an den Geräten zu finden sind. Für das Ablegen von Musikdateien oder auch Office- und Bilddokumenten eignet sich der Stick natürlich auch – so wie jeder andere gewöhnliche USB-Speicher.

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Ultra Dual USB 3.0-Stick von SanDisk im Test: Fazit

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Für lange Reisen und für alle, die häufig Daten mit vielen Geräten tauschen, stellt dieser Stick eine simpel einzusetzende und kompakte Lösung dar – insbesondere dann, wenn das eigene Gerät keinen microSD-Slot besitzt. Schnell sind Serien, Filme und Musik vom heimischen Rechner auf den Stick übertragen und lassen sich dann unterwegs mit dem Mobilgerät abrufen. Zudem ist das kleine Design perfekt, um den Stick mit in der Hosentasche zu führen; an USB 3.0-Geräten profitiert man außerdem von den schnellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten.

Unsere Wertung

  • Ergonomie und Verarbeitung: 3/5
  • Transfergeschwindigkeit: 4/5

Gesamt: 70 %

SanDisk Ultra Dual USB 3.0: Preis und Verfügbarkeit

Der hier besprochene SanDisk-Stick in der 16 GB-Variante – 32 sowie 64 GB bei Amazon zu haben.

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