WhatsApp-Gründer: Lieber 1,3 Milliarden verlieren als bei Facebook arbeiten zu müssen

Johann Philipp 6

Die WhatsApp-Gründer liegen mit Facbook-Chef Mark Zuckerberg im Streit. Die Meinungen gehen so stark auseinander, dass die Gründer vorzeitig das Unternehmen verlassen und auf eine Milliarde US-Dollar verzichten. Keine Minute wollen sie mehr bei Facebook arbeiten, wie ist es so weit gekommen?

WhatsApp-Gründer: Lieber 1,3 Milliarden verlieren als bei Facebook arbeiten zu müssen
Bildquelle: GIGA.

WhatsApp: Streit um Werbung im Messenger

Der Streit ist mehr als nur eine kleine Meinungsverschiedenheit. Mittlerweile ist eine echte Feindschaft zwischen den WhatsApp-Gründern Jan Koum und Brian Acton und Facebook-Chef Mark Zuckerberg entstanden. Dabei sah es am Anfang noch nach einer echten Lovestory aus. Rückblick: Rund 22 Milliarden US-Dollar hat Facebook im Jahr 2014 für den Kauf von WhatsApp gezahlt. Die beiden Gründer wurden damit auf einen Schlag zu Milliardären.

Kurze Zeit später wurde die Verschlüsselung der Chats eingeführt und mit dem mächtigen Facebook-Konzern im Rücken kamen schnell weitere Funktionen hinzu. Was WhatsApp bis heute fehlt, ist ein lukratives Geschäftsmodell. Trotz der 1,5 Milliarden Nutzer wirft der Dienst kaum Gewinne ab. Das missfällt vor allem Zuckerberg, der sein investiertes Geld wieder herausbekommen möchte.

Die Idee der Gründer: Unternehmen sollen mit ihren Kunden über den Messenger in Kontakt treten. Man kann den nächsten Termin beim Friseur und die Bestellung des Mittagessens beim Lieferdienst ganz einfach über WhatsApp erledigen. Als Nutzer zahlt man nichts, sondern nur die Unternehmen, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen. Der Name: WhatsApp Business.

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Zuckerberg gegen WhatsApp-Gründer: Facebook gewinnt

Seit Januar 2018 ist dieser Dienst auch in Deutschland verfügbar. Doch Zuckerberg scheint von dem Konzept nicht begeistert und möchte schon seit Langem Werbung im Messenger einblenden, um endlich richtig Geld mit WhatsApp zu verdienen.

Genau darüber haben sich beide Partien zerstritten. Die WhatsApp Gründer gelten als große Datenschutz-Verfechter und sind strikt gegen Werbung. Das Problem: Um Werbung zielgerichtet für die Nutzer einblenden zu können, müsste Facebook den Inhalt der Nachrichten analysieren. Mit der jetzigen Verschlüsselung ist das nicht möglich.

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Das bittere Ende: Nach vier Jahren und viele Auseinandersetzungen später gehen Koum, Acton und Zuckerberg nun getrennte Wege: Die beiden Whatsapp-Gründer werden ihr Unternehmen verlassen. Acton ging schon im letzten Herbst, Koum geht offiziell im August. Sie haben es aber so eilig, dass sie auf 1,3 Milliarden Dollar verzichten. Diese Summe hätten sie zusammen in Form von Aktienoptionen bekommen, wenn sie bis November 2018 dageblieben wären. Das scheint die Milliardäre aber nicht zu interessieren, es zeigt aber, wie groß der Streit mit Facebook-Chef Zuckerberg zuletzt gewesen sein muss.

Die Leidtragenden im Streit sind mal wieder die Nutzer: Mit dem Weggang der Gründer scheint der Weg für Werbung und das Abgreifen von Daten in WhatsApp nun frei. Es bleibt abzuwarten, ob Zuckerberg seine Pläne bald umsetzt.

Quelle: Manager Magazin

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