E.T.: Die begrabenen Spiele haben nun doch ihre Käufer

Marco Schabel 1

Eines der wohl schlechtesten Spiele aller Zeiten war E.T. The Extra-Terrestrial. Es war so schlecht, dass es eine ganze Industrie zu Fall brachte und in der Wüste vergraben wurde. Mehr als 30 Jahre später findet es doch noch seine Käufer.

E.T.: Die begrabenen Spiele haben nun doch ihre Käufer

Es gibt nur wenige Geschichten der Videospiel-Industrie, die einen Legendenstatus besitzen. Dazu gehören die Entstehungsgeschichte von Super Mario, wie Nintendo die Konsolen rettete, die Sony PlayStation und natürlich das weltbekannte Grab der Videospiele in der Wüste von New Mexico. Ohne diese Geschichte hätte Nintendo die Industrie gar nicht retten müssen. Und die Schuld trug dabei vornehmlich ein einziges Spiel, welches heute als Sinnbild dessen gilt, was damals alles schieflief. E.T. The Extra-Terrestrial.

1982, also vor 33 Jahren, veröffentlichte Atari ein Lizenzspiel für die Atari 2600. Dieses trug den Namen E.T. The Extra-Terrestrial und hatte absolut nichts mit dem gleichnamigen Film von Steven Spielberg gemein, in welchem Drew Barrimore einen ihrer ersten Auftritte hatte. Das Spiel war nicht nur schlecht, es gilt heute als eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten. Es kam zusammen mit einer Vielfalt an anderen schlechten Spielen auf den Markt, was 1983 den großen Videospiel-Crash auslöste. Dass wir heute im Westen auch auf Konsolen spielen, ist Nintendo zu verdanken, die mit Super Mario und der NES ein Experiment wagten.

E.T. The Extra-Terrestrial wurde, ebenso wie andere Atari-Spiele und -Konsolen in der Wüste bei Alamogordo in New Mexico vergraben und später sogar mit einem Betondeckel versehen. Alle Grabstücke stammten aus einer geschlossenen Fabrik in El Paso Texas und waren nagelneu, aber geschreddert worden. Lange blieb das Grab unberührt und niemand wollte E.T. The Extra-Terrestrial haben. Bis Microsoft und Fuel Entertainment kamen und den Müll im vergangenen Jahr wieder ausgruben. Die dazugehörige Dokumentation könnt ihr euch unter anderem auf der Xbox One und der Xbox 360 ansehen.

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107.930,15 Dollar für die Atari-Spiele

Damit wurde bewiesen, dass Atari tatsächlich das Grab angelegt hatten. Das Unternehmen hatte die Gerüchte nie dementiert oder bestätigt. Während der Ausgrabung wurden einige Exemplare von E.T. The Extra-Terrestrial freigelegt, die die Stadt behalten hat, bevor das Grab wieder geschlossen wurde. Diese Exemplare wurden anschließend zusammen mit vielen anderen Spielen, wie Pac-Man und Pele’s Soccer auf eBay online gestellt und fanden endlich ihre Abnehmer.

881 Stück wurden demnach verkauft und haben insgesamt fast 108.000 Dollar eingebracht. Das macht im Durchschnitt knapp 122 Dollar pro Spiel. Von diesen vor allem durch E.T. The Extra-Terrestrial erwirtschaften Scheinchen wandern 65.000 direkt in die Stadtkasse von Alamogordo, während knapp 17.000 Dollar einer historischen Gemeinschaft zugeschrieben werden. Der Rest in Höhe von 26.000 Dollar wird dafür genutzt, die Spiele zu den Käufern nach Brasilien, Autralien. Kanada, Frankreich, Singapur und in den USA zu senden.

Noch immer sitzt die Stadt und der Müllverantwortliche Joe Lewandowski aber auf der Müllhalde und weiteren 297 ausgegrabenen Exemplaren von E.T. The Extra-Terrestrial. Auch die Filmemacher haben seinerzeit 100 Exemplare erhalten. 23 gingen an verschiedene Museen. Verkaufen will Lewandowski diese, falls es einmal einen zweiten Film geben wird. In diesem Fall würde der Wert immerhin steigen. Auch so gab es ein Exemplar des schlechten Spiels, welches einen Rekordpreis erzielt hat. 1.535 Dollar brachte das teuerste Exemplar von E.T. The Extra Terrestrial ein.

Atari: Game Over Trailer.

 

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