Studie behauptet: Erfolgreicher YouTuber zu sein, heißt oft, in Armut zu leben

Marcel-André Wuttig 1

Es ist ein Traum, den immer mehr Kinder und Jugendliche haben: Hauptberuflicher YouTuber zu werden. Eine neue Studie der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien in Offenburg (via Bloomberg) behauptet, dass dies für die meisten ein Traum bleibt.

Es ist schon verlockend: Geld verdienen, indem du dich beim Gaming filmst. Immer mehr Kinder und Jugendliche erträumen sich eine Zukunft als professioneller YouTuber. Immerhin scheint die Hürde relativ gering zu sein. Alles, was du brauchst, ist eine Kamera, einen Computer und eine Internetverbindung. Gar nicht so schwierig, oder? Eine neue Studie von Mathias Bärtl an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien in Offenburg hat untersucht, wie viele professionelle YouTuber tatsächlich von ihrer Tätigkeit leben können. Das Ergebnis ist ernüchternd.

So behauptet die Studie, dass über 96,5 Prozent all jener, die den Durchbruch auf YouTube versuchen, nicht einmal die offizielle Armutsgrenze in den USA knacken. Um ihren Hobby zum Beruf zu machen, wählen sie demnach ein Leben in Armut. Zu diesem Ergebnis kam die Studie, indem sie die Daten von einer zufälligen Auswahl an YouTube-Kanälen in den letzten zehn Jahren untersuchte.

Diejenigen, die es in die Top drei Prozent der meistgesehenen Kanäle schaffen, können mit eingebundener Werbung gerade einmal 16.800 US Dollar im Jahr verdienen. Die Armutsgrenze in den USA liegt bei 12.140 US Dollar im Jahr für einen Ein-Personen-Haushalt und 16.460 US Dollar für einen Zwei-Personen-Haushalt. Diese Top drei Prozent erzielt laut Bärtls Untersuchung im Schnitt 1,4 Millionen Videoaufrufe im Monat.

Anders sieht es bei den erfolgreichsten ein Prozent der Kanäle aus. Diese erzielen im Monat zwischen 2,2 Millionen und 42,1 Millionen Aufrufe. Ohne Frage haben es die meisten dieser YouTuber tatsächlich geschafft. Nicht nur die Werbeeinnahmen lohnen sich deutlich mehr, auch Sponsoren-Verträge und andere Deals kommen für diese Kanäle als zusätzliches Einkommen hinzu.

Die Studie behauptet übrigens auch, dass es Unterschiede in den verschiedenen Genres gibt. So haben Gaming-YouTuber tendenziell eine größere Chance erfolgreich mit ihrem Kanal zu werden. Das versuchen viele Spieler gerade vor allem mit Fortnite. 

Fortnite (Battle Royale): Das ist Season 3!

Jedoch behauptet die Studie auch, dass es wohl immer schwieriger für neue Kanäle wird, ein Teil dieser erfolgreichen YouTube-Liga zu werden. So würde sich ein immer größeres Ungleichgewicht auf YouTube zeigen. 2006 hätten die Top drei Prozent der erfolgreichsten Kanäle 63 Prozent aller Videoaufrufe auf der Plattform generiert. Im Jahr 2016 hat sich diese Zahl auf knapp 90 Prozent vergrößert. Kleinere Kanäle haben es also umso schwerer.

Damit immer mehr Zuschauer auf ihre Videos klicken, lassen sich YouTuber zum Teil echt dämliche Tricks einfallen. 

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Die dümmsten Thumbnail-Trends auf YouTube.

Du solltest es dir jedenfalls gut überlegen, ob du wirklich ein professioneller YouTuber werden möchtest. Es scheint ratsam, in allen Fällen eine sinnvolle Ausbildung zu machen, damit man am Ende nicht arm und ungelernt da steht. Denn YouTuber scheint laut dieser Studie jedenfalls keine sichere Karrierewahl zu sein.

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