iOS 9: "App Thinning" macht Platz auf iPhone und iPad mit wenig Speicher

Holger Eilhard 12

Besitzer von iPhone und iPad mit nur 16 GB oder gar 8 GB waren nicht glücklich mit der Vorstellung von iOS 8. Mit iOS 9 stellt Apple nun diverse neue Technologien vor, die mehr Platz auf den „kleinen“ iOS-Geräten schaffen sollen.

Apple hatte im Rahmen der gestrigen WWDC-Keynote bereits Reduzierungen der Speichernutzung von iOS angekündigt. Statt 4,6 GB, die für das OTA-Update auf iOS 8 notwendig waren, sollen es für iOS 9 nun nur noch rund 1,3 GB sein. Ars Technica zeigt eine Reihe der Technologien, die iOS und die Apps schrumpfen lassen sollen.

App Slicing

Wer aktuell eine universelle App auf iPhone oder iPad lädt, lädt immer alle Grafiken und sonstige Bestandteile für alle verschiedene Geräte. Egal ob iPhone 5c oder iPhone 6 Plus: Die Dateigröße bleibt gleich. Das bedeutet, dass derzeit viele Inhalte geladen werden, die für das verwendete Gerät überhaupt nicht notwendig sind und niemals genutzt werden.

Ein iPhone 5c benötigt beispielsweise nur 32-Bit-Code, @2x-Grafiken und OpenGL-Code. Ein universelles Spiel für iPhone und iPad kann jedoch auch mit @3x-Grafiken, 64-Bit-Unterstützung und Metal-Code für das iPhone 6 Plus kommen.

Dank App Slices werden nur die wirklich benötigten Teile der App geladen. Für Entwickler soll dies keinen großen Mehraufwand bedeuten. Laut der Dokumentation müssen sie lediglich die mitgelieferten Grafiken korrekt kategorisieren. Es wird aber wie gehabt der vollständige Code inklusive aller Grafiken in den App Store geladen. Nach dem Upload kompiliert und verpackt der Store dann die benötigten Versionen der Apps und bietet diese den entsprechenden Geräten zum Download an.

Bilderstrecke starten(10 Bilder)
9 Top-Neuerungen in iOS 9 für unsere alten iPhones und iPads

On-Demand Resources

Die zweite Neuerung sind die so genannten On-Demand Resources (ODRs), also Ressourcen, die erst bei Bedarf geladen werden. Teile der App werden hierbei erst dann aus dem Netz geladen, wenn diese notwendig sind. Sind sie nicht länger vonnöten, werden sie automatisch wieder vom Gerät entfernt.

Als Beispiel dient hier erneut ein Spiel: So sind Level, die man bereits erledigt hat, möglicherweise nicht länger notwendig und können vom Gerät gelöscht werden.

Ähnliches kann aber auch für Apps mit In-App-Käufen gelten: Ist eine Option nicht freigeschaltet, muss diese auch nicht bei der Installation geladen werden, sondern kann erst bei der ersten Nutzung aus dem Internet bezogen werden.

Entwickler können des Weiteren angeben, welche Inhalte für den ersten Start notwendig sind und wann sie gelöscht werden können. Gleichzeitig kann definiert werden, welche Inhalt zuerst entfernt werden können. Weitere Informationen zu den ODR-Typen hält Apple in der iOS Developer Library bereit.

Diese Funktion könnte sich als problematisch erweisen, wenn der Anwender etwa keinen Zugang zum Internet hat oder eine langsame Internet-Verbindung nutzt.

Bitcode

Bitcode ist die dritte Neuerung: Entwickler laden hiermit nicht länger vollständig kompilierte Apps in den App Store; die finale Version der Apps wird erst vom App Store erzeugt. Hiermit erlaubt Apple etwa die Unterscheidung zwischen 32- und 64-Bit-Plattformen, wie sie mit App Slicing möglich sind.

Gleichzeitig können bei Optimierungen des Compilers die Apps direkt von Apple neu erzeugt und angeboten werden, ohne das Entwickler eingreifen müssen.

Bitcode ist für iOS-Apps standardmäßig aktiviert, bislang aber noch optional. In Zukunft kann aber damit gerechnet werden, dass die Nutzung zur Pflicht wird.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung