Siri-Erfinder übt Kritik an Apple – mit überraschender Begründung

Florian Matthey 3

Als Apple 2011 Siri vorstellte, war das Unternehmen in diesem Bereich noch Pionier. Seitdem hat man den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Einer der Erfinder von Siri übt jetzt Kritik an Apple – allerdings aus einem überraschenden Blickwinkel.

Siri: Steht Apples eigener Datenschutzanspruch im Weg?

Dass Siri der Konkurrenz hinterherhinkt, wird aktuell mit dem smarten Lautsprecher HomePod wieder offensichtlich: Ein Vergleichstest zeigte kürzlich, dass Siri auf dem HomePod die Hälfte der gestellten Fragen falsch oder gar nicht beantworten konnte. Bei den Konkurrenten Google Home und Amazon Echo waren es hingegen 81 oder zumindest 64 Prozent.

Viele Beobachter meinen, dass sich Apple mit zu hohen eigenen Ansprüchen an den Datenschutz selbst im Weg stehe: Die Spracherkennungassistenten der Konkurrenz dürften einfach viel mehr über den Benutzer wissen, sodass sie sich auch eher auf ihn einstellen könnten. Apple betont wiederum, dass es dem Unternehmen eher darum gehe, dass Siri zuverlässig Aufgaben erledigen kann, statt alle möglichen Trivia-Fragen zu beantworten.

Siri-Mitgründer: „Apple will Perfektion, die sie nicht haben können“

Dass der Siri-Mitgründer Norman Winarsky Kritik an Apple übt, kommt daher nicht überraschend. Überraschend sind allerdings die Kritikpunkte, die er nennt: Er meint, dass Apple die vom Unternehmen beschriebene Strategie nicht konsequent genug verfolgt. Winarsky war Präsident des Unternehmens SRI International, dessen im Jahr 2008 entstandener Spin-off Siri Anfang 2010 zu einer eigenen App wurde, die Apple dann später aufkaufte.

Winarsky betont, dass Siri am Anfang nur wenige Aufgaben erfüllen können sollte – diese aber wirklich besonders gut: Der Fokus habe zu Beginn in den Bereichen Reisen und Entertainment gelegen. Beispielsweise sollte Siri dann, wenn sich der Benutzer am Flughafen befindet, erkennen, wenn ein Flug ausfällt und sich automatisch im Hintergrund bereits darum kümmern, alternative Flüge zu finden. Sollte es keinen geben, würde Siri dem Benutzer automatisch ein Hotelzimmer anbieten.

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Schritt für Schritt sollte Siri dann neue Aufgaben lernen – aber immer nur dann einen Schritt weitergehen, wenn die bisherigen Aufgaben wirklich gut funktionieren. Als Apple Siri übernommen habe, so Winarskys Kritik, habe das Unternehmen versucht, Siri auf einen Schlag für alle möglichen Lebensbereiche auszuweiten. Apple wolle es jetzt mit Siri einer Milliarde Kunden Recht machen und strebe offenbar „nach einem Maß an Perfektion, das sie nicht bekommen können“.

Während einige Kritiker meinen, dass Siris Fähigkeiten bislang zu eingeschränkt sind, geht Winarsky in die andere Richtung: Siri soll nach seiner Auffassung zu viele verschiedene Aufgaben erledigen, davon aber keine wirklich gut. Einigkeit besteht aber, dass Siri noch viel Arbeit braucht.

Quelle: Quartz via MacRumors

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