Während Maus und Tastatur für Ego-Shooter und Strategiespiele nach wie vor die erste Wahl für die meisten PC-Spieler bleiben, sind viele andere Genres häufig besser auf den Controller optimiert. Zum Glück funktionieren die meisten aktuellen Gamepads aber auch ohne großes Konfigurations-Chaos am Rechner. Aber welches sind die besten Controller für den PC?

So verwendet ihr beliebte Controller am PC!

Bester PC-Gamepad: Der Xbox-Controller

Xbox Wireless Controller Electric Volt

Xbox Wireless Controller Electric Volt

Entwickler: Microsoft

Mit einem besseren D-Pad, dem Share-Button und USB-C-Anschluss hat Microsoft dem Xbox-Controller zum Start der Series-Konsolen kleine Detailverbesserungen gegönnt. Ob ihr noch einen der „alten“ One-Controller günstig ergattert oder den neuen Xbox-Controller kauft, macht für das Spielen am PC keinen großen Unterschied. Der Xbox-Controller (One & Series) ist am PC für viele Entwickler und Spieler der „Goldstandard“.

Als Erbe des 360-Pads, dem es gelang einen neuen Standard unter PC-Controllern zu etablieren, ist der Xbox-Controller aktuell die Referenz. Die PC-Spiele, die den Controller der Xbox 360 unterstützt haben, unterstützen auch automatisch die neueren Xbox-Pads – aktuelle Titel mit Controller-Support sowieso. Wer auf Einblendung der Buttons angewiesen ist, hat mit dem Xbox-Controller die besten Voraussetzung. Die meisten Spiele mit Controller-Support zeigen euch bei angeschlossenem Pad die Xbox-Button-Prompts an.

Bild: Microsoft

Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität beim Anschluss des Controllers: Ihr könnt ihn wahlweise per USB-Kabel an den PC anschließen, wodurch ihr den geringsten Input-Lag habt. Der Controller lässt sich aber – wie an der Konsole üblich – natürlich auch kabellos nutzen. Entweder nutzt ihr dafür den Wireless Adapter für Windows, mit dem ihr über den proprietären Funk-Standard von Microsoft bis zu vier Xbox-Controller gleichzeitig mit dem PC verbinden könnt oder ihr verwendet einfach Bluetooth. Hierbei ist zu beachten, dass der eigene Funk-Standard weniger störanfälliger ist und die allererste Generation der Xbox-One-Controller (2013-2014) Bluetooth nicht unterstützen.

Die oft kritisierte Verwendung von AA-Batterien kann ein Vorteil sein. In Kombination mit wiederaufladbare Akku-Batterien müsst ihr den Controller niemals während des Spielens ans Kabel anschließen. Sind die Akkus alle, wechselt ihr sie einfach. Darüber hinaus haben festverbaute Akkus den Nachteil, dass sie nach einigen Jahren an Leistung verlieren, was beim Xbox-Pad somit kein Problem darstellt, da ihr da ihr die Batterien oder Akkus jederzeit ohne Bastelarbeit austauschen könnt.

Knapp am Thron vorbei: Der DualShock 4 (PS4-Controller)

PlayStation 4 - DualShock 4 Wireless Controller

PlayStation 4 - DualShock 4 Wireless Controller

Auch unsere zweite Wahl für einen PC-Controller fällt auf ein Pad, dass ursprünglich für eine Konsole entwickelt wurde. Sonys DualShock 4 erfreut sich auch unter PC-Spielern großer Beliebtheit. Im Gegensatz zu den vorherigen PlayStation-Controllern wurde beim DS4 ordentlich an der Ergonomie gefeilt, sodass viele Spieler das PS4-Pad sogar über den Xbox-Controllern sehen – besonders wenn sie etwas kleinere Hände haben.

Die wachsende Beliebtheit wurde auch von den Spiele-Entwicklern bemerkt, weswegen immer mehr PC-Titel das PlayStation-Pad nativ unterstützen und auch die passenden Button-Prompts besitzen. Im Vergleich zum Xbox-Controller ist die direkte Unterstützung aber trotzdem kleiner. Zum Glück hat auch Valve reagiert, sodass der DS4 mittlerweile in Steam erkannt und in den Controllereinstellungen komplett eingerichtet werden kann. So könnt ihr das PS4-Pad für alle Spiele mit Controller-Support nutzen und auch Steam-fremde Spiele damit spielen, wenn ihr diese zu Steam hinzufügt. Auf Hobby-Treiber wie DS4Windows ist man somit nicht mehr angewiesen.

Bild: SONY

Den Controller könnt ihr dabei wahlweise über ein microUSB-Kabel mit dem PC verbinden oder kabellos per Bluetooth. Das der offizielle DualShock 4 USB Wirless Adaptor von Sony sich nicht mehr in Produktion befindet, ist dabei unerheblich. Da dieser auch nur den gewöhnlichen Bluetooth-Standard nutzt, könnt ihr aber auch jeden anderen Bluetooth-Dongle für einen Bruchteil des Preises nutzen.

Ein neuer König? Der DualSense (PS5-Controller)

DualSense Wireless-Controller [PlayStation 5 ]

DualSense Wireless-Controller [PlayStation 5 ]

Entwickler: Sony PlayStation

Der DualSense-Controller, den Sony primär für ihre PlayStation 5 entwickelt hat, ist ein heißer Anwärter für den neuen König unter den PC-Gamepads. Direkt zu Release war der Controller mit allen Spielen kompatibel, die auch den DualShock 4 unterstützt haben und dank des Steam Controller-Konfigurators, könnt ihr das Pad auch für jedes Spiel ohne native Unterstützung verwenden.

Dabei werden mit dem Trackpad, Gyroskop und Rumble nahezu alle Features des neuen Controller unterstützt. Einzig die Unterstützung der adaptiven Trigger ist noch mangelhaft, aber auch hier gibt es jetzt erste Schritte.

PS5 DualSense Controller
Bild: SONY

Voll überzeugen kann Sony mit der Haptik des neuen Controllers – die liegt nämlich genau zwischen dem Vorgänger und dem bei PC-Spielern so beliebten Xbox-Pad, sodass man beide Zielgruppen abholt. Einzig diejenigen, die Probleme mit den synchron angeordneten Analog-Sticks halben, werden hier weiterhin nicht bedient.

Budget-Controller: Logitech F310 & F710

Logitech F310 kabelgebundenes Gamepad

Logitech F310 kabelgebundenes Gamepad

Logitech F710 kabelloses Gamepad

Logitech F710 kabelloses Gamepad

Unter Konsolen-Spieler werden Third-Party-Controller (Pads, die nicht vom Konsolenhersteller sind) aufgrund ihrer stark variierenden Qualität scherzhaft gerne als Gamepads für den zweiten Spieler bezeichnet. Jedoch waren PC-Spieler lange Zeit auf diese Hersteller angewiesen. Logitech war einer der Peripherie-Hersteller, der durch gute Qualität immer aus der Masse herausgestochen ist.

Der kabelgebundene F310 und sein kabelloser Bruder, der F710, sind auch schon über ein Jahrzehnt auf dem Markt und als kostengünstige, aber trotzdem langlebige Alternative bekannt. Abzüge muss man bei dem schwammigen Digikreuz, den etwas schwergängigen Schultertasten sowie dem Design machen, das ein wenig an einen pummeligen PS2-Controller erinnert. Mit einem Schalter auf der Rückseite lässt sich zwischen DirectInput und XInput wählen.

Logitech F310 F710 Controller
Bild: Logitech

Trotzdem empfehlen wir die beiden Logitech-Pads eher für PC-Spieler, die meist mit Maus und Tastatur spielen und nur für ausgewählte Titel einen Controller benötigen. Der kabelgebundene F310 ist oft bereits ab 25 Euro, der kabellose F710 ab 35 Euro zu haben.

Für Retro-Fans: 8BitDo-Controller

8Bitdo SN30 (G Classic Edition) Bluetooth Game Pad

8Bitdo SN30 (G Classic Edition) Bluetooth Game Pad

8BitDo M30 Bluetooth Wireless Gamepad

8BitDo M30 Bluetooth Wireless Gamepad

Wer den ganzen Firlefanz mit Analog-Sticks, mehreren Schulterbuttons und Vibrationsmotoren nichts abgewinnen kann, sollte sich die Controller von 8BitDo einmal genauer anschauen. Besonders die beiden Modelle SN30 und M30, die jeweils dem Super-Nintendo-Gamepad und dem MegaDrive-Controller nachempfunden sind.

8BitDo hat sich dabei als besonders empfehlenswerter Hersteller von klassischen Controllern mit modernen Erweiterungen herausgestellt. Wer für die Spiele der alten Schule in Retro- oder Emulator-Form ein passenden Controller benötigt, bekommt hier Bluetooth-Controller mit guter Akkuleistung, die dem Look and Feel der Originale sehr nahe kommen.

Bild: 8BitDo

Darüber hinaus unterstützen sie neben XInput auch DirectInput, wodurch sie auch bei vielen klassischen PC-Games als Controller genutzt werden können. Und ebenso gibt es einen Modus für Mac-Computer und die Nintendo Switch.

Controller am PC? Heutzutage endlich „einheitlich“

Vor dem Xbox-360-Pad glich die Controller-Unterstützung am PC dem Wilden Westen. Auch wenn Microsoft schon früher Joysticks und Controller für den PC-Markt hergestellt hat, fehlte in vielen Bereichen ein Standard. Auf der einen Seite entfernten Entwickler selbst bei Multiplattform-Titeln manchmal die Controller-Unterstützung aus der PC-Version, auf der anderen waren Controller oft nicht zu jedem Spiel kompatibel.

Der „PC“ als offenes System hat nicht den einen Controller, sondern bietet eine Reihe an unterschiedlichen Gamepads von verschiedenen Herstellern – oder wie Konsolen-Spieler sagen würden „Drittanbietern“. Die Qualität kann hier dementsprechend schwankend sein.

Wer deswegen damals lieber den Original-Controller seiner Lieblingskonsole am PC nutzen wollte, stand vor dem nächsten Problem: Kein USB-Anschluss. Die proprietären Anschlüsse der verschiedenen Hersteller verlangten nach Adaptern. Und damit das ganze auch am Rechner erkannt wird, einen Treiber, die meist jedoch eher zusammengeschustert und unfertig wirkten. Hier konnte man sich dann auf Probleme wie digitale Eingaben der Analogsticks, nicht funktionierende Vibration oder eben der komplette Absturz der Controller-Unterstützung mitten im Spiel freuen.

Ihr merkt schon: Früher war nicht alles besser – der Controller-Support am PC definitiv nicht!

Was ist XInput und DirectInput?

XInput und DirectInput sind beides Programmierschnittstellen (API) die zu Microsofts DirectX gehören und die Steuerung eines Programms über ein analoges oder digitales Eingabegerät am PC erlauben. XInput ist dabei der aktuelle Standard, welchen Microsoft erstmals mit dem Xbox-360-Controller unter Windows XP eingeführt hat. Die meisten PC-Spiele ab dem Jahr 2005 setzen auf XInput.

Das Xbox-Gamepad sowie viele andere XInput-Controller sind so konfiguriert, dass sie auch mit alter Software, die ausschließlich DirectInput unterstützen funktionieren. In Einzelfällen kann es hier jedoch zu Inkompatibilitäten kommen. Alte DirectInput-Geräte könnt ihr mit einem zusätzlichen Xbox-360-Controller-Emulator so konfigurieren, dass ihr sie auch in Spielen nutzen könnt, die nur XInput unterstützten.

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